Theateraufführung Die arabische Nacht von Roland Schimmelpfennig

Noche Arabe ©LaescaleradeKafka

jeden Freitag, von 6. bis 27. November 2020, 20:30 Uhr

El Umbral De Primavera

Calle Primavera, 11

Eine Reise durch Paralleluniversen, vergangene Realitäten und menschliche Sehnsüchte

Nach den erfolgreichen Inszenierungen im September, ist dieses Stück im Monat November wieder im Theaterangebot in Madrid. Wir sehen uns im Theater!
DIE ARABISCHE NACHT

Wenn der Flügelschlag eines Schmetterlings in Sri Lanka einen Hurrikan in den USA auslösen kann, was könnte passieren, wenn man das Wasser in unserem Gebäude abstellen würde?

Auf der Basis von Schimmelpfennigs Arabische Nacht, lädt das Theaterensemble La escalera de Kafka (Kafkas Treppe) zu einer kollektiven Odyssee ein, die an Tausendundeine Nacht erinnert und unsere Konzeption von Zeit und Existenz, Paralleluniversen und vergangenen Leben hinterfragt und auf die Probe stellt. 

Das Stück bewegt den Zuschauer dazu, sich mit folgender Frage auseinanderzusetzen: Welche Form von Leben kann in einer Welt entstehen, in der Ausgangssperren und die kollektive und individuelle soziale Isolation die Regel sind? In Tagen der Isolation, die wir vor allem in diesem Jahr erleben, entwickeln und entdecken wir in uns klaustrophobische Phänomene. Unser Körper, unsere Seele wollen raus, doch wir können nicht. Wir dürfen nicht.

Wir sind gefangen in einer Wohnung und einer nicht enden wollende Reihe von Tagen, an denen immerzu dasselbe geschieht. Wie verändert das unsere Wahrnehmung von Zeit? Sind wir von einem linearen in einen zyklischen Zeitverlauf übergegangen? Wird sich unser Körper durch soziale Distanz, Vereinsamung und kollektive Isolation verändern?

Die Figuren im Stück sind auf der ständigen und fast verzweifelten Suche nach einer Erinnerung an eine bereits vergangene und gelebte Realität, nach der sie sich nostalgisch sehnen. Es ist die Erinnerung an eine weite, fast verblasste Vergangenheit, die uns zum Nachdenken darüber anregt, ob wir alles, woran wir uns erinnern, denn tatsächlich gelebt haben oder ob es Teil eines anderen Lebens ist. 

Die Sehnsucht der Figuren zeichnet im Stück eine weitaus menschlichere Existenz als scharfen Kontrast zu der monotonen und gefühlskalten Zeit, in der wir momentan leben. Diese Nostalgie ist reich an Gefühlen und Sinnlichkeit. Ihre Sinne suind wach und geschärft. Das Theaterensemble schafft eine Welt, die parallel zu der aktuellen existiert und auf das graue, monotone, immer wiederkehrende Schema des zur Norm gewordenen Lockdowns trifft und es kritisch hinterfragt. Das fiktive Gebäude, in welchem das Theaterstück spielt, wird in der Vorführung für einige Figuren zu einem Labyrinth, für andere zu einem Gefängnis.
 
Die arabische Nacht ist die Geschichte von der Rebellion der Natur. Sie erzählt davon, wie der Körper als Teil des Menschen gegen die Vernunft ankämpft, um nicht in einer völlig dystopischen Welt leben zu müssen, in der Isolation und soziale Distanz bereits zur Gewohnheit geworden sind.
 

ROCÍO LASIERRA UND ENSEMBLE

Rocío Lasierra ist die Regisseurin des Theaterstücks. Sie absolvierte im Jahr 2017 ihr Psychologiestudium an der Universität von Granada und hat in ihrer Laufbahn an verschiedenen Dramaturgiekursen und Workshops teilgenommen. Momentan schreibt sie an dem Stück "Der rosa Elefant" - einer freien Interpretation des Mythos von Orpheus und Euridike. Ihr letztes selbst geschriebenes und dirigiertes Stück ist „Mias Fischglas“, welches in Barcelona mit dem Kollektiv This is not my hat aufgeführt wurde.

Ensemble des Kollektivs Kafkas Treppe:
Beatriz Álvarez-Guerra ist Fatima (Franciscas Mitbewohnerin)
Dolores Cardona ist Marina (Nachbarin vom Haus gegenüber)
Eduardo Rosa ist Kalil (Fatimas Geliebter)
Álvaro Subiés ist López (Hausmeister)
Raquel Villarejo Hervás ist Francisca (Besitzerin des Apartments 7-32)

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