Kurzfilme “African Metropolis – Six Stories From Six African Cities”

“African Metropolis –  Six Stories From Six African Cities” © Stefan Heinrichs and Santucci & Co

Do, 26.03.2015

Goethe-Institut Äthiopien

Eintritt frei

African Metropolis ist eine Sammlung von sechs Kurzfilmen, die in sechs afrikanischen Metropolen spielen.
Die Filme aus Abidjan, Kairo, Dakar, Johannesburg, Lagos und Nairobi erzählen Geschichten vom Leben in afrikanischen Großstädten. Über 50 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kontinents lebt heute in Städten. Lebendige urbane Kulturen entstehen und verändern sich in einem rasanten, immer komplexer werdenden Prozess. Dieser Trend spiegelt sich auch in afrikanischen Kinoproduktionen, deren Schwerpunkt immer mehr auf urbanen Geschichten und weniger auf dem traditionellen, ländlichen Afrika liegt. 

Aus 40 eingereichten Drehbüchern wurden diese sechs Filmemacher aus den sechs Städten ausgewählt. Es folgte ein Mentorenprogramm sowie Workshops mit dem Ziel, afrikanische Filmemacher bei weiteren Möglichkeiten zu unterstützen und Ihnen die Anerkennung zu geben, die Ihnen schon lange gebührt.
African Metropolis erlebte seine Uraufführung beim Durban International Film Festival (DIFF 2013). Die Europapremiere fand 2014 auf dem International Film Festival Rotterdam (IFFR) statt.
 
NAIROBI
„Homecoming“ („Rückkehr“)
Ein Film vom Jim Chuchu. 11 min.
Auf Englisch und Kiswahili mit englischen Untertiteln.


Nichts ist so, wie es scheint, als Max – ein Computernerd mit voyeuristischen Zügen – der Fiktion Leben einhaucht und den Alltag aus den Angeln hebt, um die Aufmerksamkeit seiner Nachbarin Alina auf sich zu ziehen. Die Zerstörung Nairobis steht kurz bevor, und das ist seine Chance, Alina zu retten und seinem stummen Verlangen nach ihr Ausdruck zu verleihen. Seinem Glück steht jedoch ein mysteriöser Fremder im Wege. Wird Max seine Angst überwinden und Alina retten? Sucht Alina nach einem Helden? Eine skurrile, augenzwinkernde Auseinandersetzung mit einer Obsession und dem Wunsch, wahrgenommen zu werden.

KAIRO
„The Cave“ („Die Höhle“)
Ein Film vom Ahmed Ghoneimy. 23 min.
Auf Arabisch mit englischen Untertiteln.


Ghoneimys lebensnaher Film folgt dem rebellischen Musiker Adham durch die gegensätzlichen urbanen Landschaften des sich ständig verändernden Kairos. Für Adham, ein Arbeiterkind mit geringen Aufstiegschancen, ist die Stadt ein Kampfplatz, wo der Starke überlebt und der Schwache auf der Strecke bleibt. Als er einen alten Freund wiedertrifft, stellt er fest, dass dieser sich weiterentwickelt hat und dass ihre Freundschaft nicht mehr das ist, was sie früher einmal war. Ein schonungsloser, berührender Kommentar zu der sich rapide wandelnden Gesellschaft im heutigen Ägypten.

LAGOS
„The Line-Up“ („Die Auswahl“)
Ein Film vom Folasakin Iwajomo. 14 min.
Auf Englisch, Pidgin Englisch und Yoruba mit englischen Untertiteln
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Zehn Männer, die sich nicht kennen, in einem Taxi auf dem Weg zu einem ungewöhnlichen Auswahlverfahren, bei dem sie sich nackt ausziehen und mit verbundenen Augen von einer mysteriösen Frau und ihrem Assistenten begutachten lassen müssen. Nur sieben von ihnen gehen in dieser Nacht mit einem Batzen Geld in der Tasche nach Hause. Aber was ist aus den drei anderen geworden? Das zermürbende Ritual wiederholt sich wieder und wieder. Das Gerücht, wie viel Geld die “Auserwählten” bekommen, ist auch der Ansporn für einen Mann, der das Geld dringend braucht, um eine Operation für seine Schwester bezahlen zu können. Doch was ist der Preis dafür, ausgewählt zu werden? Iwajomos unheimlicher, verstörender Film konfrontiert uns mit den Tücken der Armutsfalle und dem Missbrauch von Verzweifelten. Er ist eine Allegorie der Ausbeutung.

DAKAR
„Die Andere Frau (L’autre Femme)“
Ein Film von Marie KA. 13 min.
Auf Französisch mit englischen Untertiteln.


Dieser mutige Film aus dem Senegal spielt in der verborgen Welt polygamer Ehen. In Marie KAs Film geht es um die Beziehung, die sich zwischen Madeleine und der neuen jungen Zweitfrau ihres Mannes entwickelt und die weit über die konventionellen Normen hinausgeht. Ihre Intimität birgt die Gefahr, eine stabile Familie zu zerstören, gleichzeitig hat sie aber auch das Potenzial, die Lebensgeschichte der beiden Frauen neu zu schreiben. Ein mutiger und ausgesprochen liebevoller Film, wunderbar gespielt und einfühlsam gefilmt vor dem Hintergrund der farbenfrohen, faszinierenden Metropole Dakar.

ABIDJAN
„To Repel Ghosts“ („Geisteraustreibung“)

Ein Film von Philippe Lacôte. 21 min.
Auf Nouchi und Französisch mit englischen Untertiteln.


Am 12. August 1988 starb Jean-Michel Basquiat. Die Erinnerung an ihn ist jedoch bis heute sehr lebendig. Dieser Film ist eine Hommage an den Künstler und erzählt die unbekannte Geschichte seiner Reise in die Elfenbeinküste. Basquiat war sehr angeschlagen, als er damals nach Abidjan kam. Geplagt von eigenen Dämonen setzte er seine ganze Hoffnung auf diese erste Begegnung mit Afrika...

JOHANNESBURG
„Berea“
Ein Film von Vincent Moloi. 14 min.
Auf Englisch mit englischen Untertiteln.


Freunde und Familie sind längst weggezogen, doch der jüdische Rentner Aaron Zukerman lebt weiterhin in seiner Innenstadtwohnung. Seine Welt wird immer kleiner, und immer weniger Platz bleibt für seine Erinnerungen und sein Glück. Sein Leben dreht sich nur noch um die wöchentlichen Treffen mit einer freundlichen Prostituierten, auf die er sich Tage im Voraus vorbereitet. Doch an einem Freitag erscheint unerwartet jemand anderes an ihrer Stelle. Das führt nach anfänglicher Verärgerung zu einer Kettenreaktion, die den alten Mann letztendlich dazu bringt, seine Welt in einem anderen Licht zu sehen. Eine leise, poetische Ode an die Macht der Neuerfindung.
„Wenn das Kurzfilmprojekt African Metropolis fortgeführt wird (...) könnte daraus ein faszinierendes Zeugnis für moderne Filmkunst entstehen – ein Zeugnis für einen Kontinent, der schon viel zu lange als Projektionsfläche für festgefahrene, oberflächliche Klischees gedient hat.“ (Rasha Salti, Programmleiterin des Toronto International Film Festivals im Bereich Filme aus Afrika und dem Nahen Osten)
Das Kurzfilmprojekt African Metropolis ist eine Initiative des Goethe-Institut Südafrika und des Executive Producers Steven Markovitz mit Unterstützung der Guaranty Trust Bank und des Hubert Bals Fund des International Film Festival Rotterdam.

Weitere Infos:
www.goethe.de/africanmetropolis
Facebook: AfricanMetropolis
Twitter: @AfricanMet

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