Sommer 1978 vor dem Fernsehapparat und verfolgt den Start des einundvierzigjährigen DDR-Oberstleutnants Sigmund Jähn an Bord von "Sojus 31" zur Orbitalstation "Saljut 6". Im Nachbarzimmer wird die Mutter gerade von zwei Stasi-Beamten ausgefragt, weil sich der Vater bei einer Dienstreise zu einem Ärztekongress in den Westen abgesetzt hat. Christiane Kerner (Katrin Saß) bricht psychisch zusammen, sitzt nur noch schweigend und vor sich hin starrend auf ihrem Krankenhausbett. Nach acht Wochen scheint sie sich erholt zu haben und wird aus der Klinik entlassen. Um den Trennungsschmerz zu vergessen, stürzt sich die Lehrerin in die Arbeit für die Partei, studiert mit den Kindern sozialistische Lieder ein und hilft Mitbürgern bei der Formulierung von Eingaben.
Im Oktober 1989 zieht sie ihr bestes Kleid an und fährt mit dem Taxi zum "Palast der Republik", um an einer Veranstaltung im Rahmen der 40-Jahr-Feier der DDR teilzunehmen. Da kommen von allen Seiten Polizeifahrzeuge und blockieren die Straße. Der Taxifahrer rät Christiane, zu Fuß weiterzugehen. Die Polizisten knüppeln einen Schweigemarsch für die Freiheit nieder. Plötzlich sieht Christiane, wie ihr Sohn (ab jetzt von Daniel Brühl gespielt) von zwei Polizisten abgeführt und zu anderen Festgenommenen auf einen Lkw gestoßen wird. Sie sackt zusammen. Alex will zu ihr, schreit: "Da ist meine Mutter!", aber die Polizisten prügeln auf ihn ein, und der Lkw fährt los. Niemand kümmert sich um die bewusstlos am Boden liegende Frau.
Christiane Kerner liegt im Koma: Weil sie so lange ohne medizinische Versorgung geblieben war, fürchtet der Arzt, dass sie stirbt oder nicht mehr aus dem Koma erwacht. Während Ariane sich mit dem scheinbar Unausweichlichen abfindet, glaubt Alex fest daran, dass seine Mutter wieder gesund wird.
Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer. Christiane Kerner liegt weiterhin im Koma.
Also darf sie nichts von der Wiedervereinigung erfahren! Alex richtet das inzwischen von seiner Schwester, ihrem Freund und ihrem Baby bewohnte Schlafzimmer der Mutter mit den alten Möbeln und Gardinen so her, wie es vor der Wende aussah. Die Täuschung gelingt ihm so gut, dass die Mutter sich wundert, als sie von den Sanitätern in ihr Bett gelegt wird: "Hier hat sich ja überhaupt nichts verändert." – "Was soll sich schon verändert haben", entgegnet Alex.
Regie: Wolfgang Becker
Dauer: 120 min., 2003
Deutsch mit englischen Untertiteln
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