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Band des Monats
Von Wegen Lisbeth

Fünf Männer in Freizeitkleidung rund um einen Gartentisch mit Blumen und Getränken
Von Wegen Lisbeth | © Nils Lucas

Von Wegen Lisbeth wurde 2006 von Schülern des Berliner Beethoven-Gymnasiums gegründet. Nach Touren mit der Kölner Gruppe AnnenMayKantereit und den Alternative-Urgesteinen von Element of Crime konnte die Indie-Pop Band 2016 ihr erstes Album Grande veröffentlichen.

Von Wegen Lisbeth wurde 2006 von Schülern des Berliner Beethoven-Gymnasiums gegründet. Nach Touren mit der Kölner Gruppe AnnenMayKantereit und den Alternative-Urgesteinen von Element of Crime konnte die Indie-Pop Band 2016 ihr erstes Album Grande veröffentlichen. 2019 folgte sweetlilly93@hotmail.com. Warum dieser ungewöhnliche Name könnte man sich fragen? „Von wegen“ ist ein Ausdruck aus der Umgangssprache und kann im Deutschen so viel wie „auf keinen Fall“, aber auch „à propos“, „in Hinblick auf“, bedeuten. Der Name soll möglichst sinnlos klingen; eine wirkliche Lisbeth gibt es im Leben der fünf Berliner nicht.

VON DER SPORTSTUNDE IN DIE KONZERTHALLE

Die Band, die heute Von Wegen Lisbeth heißt, wurde 2006 in einer Freistunde gegründet. Der Sportunterricht war ausgefallen. Die Gruppe gab sich damals den Namen Fluchtweg. Ihre fünf Mitglieder studierten ursprünglich Architektur, Filmmusik, Mathematik, Elektrotechnik und Kunst. Heute widmen sie sich nur noch der Musik. Dass das möglich sein würde, war nicht immer klar. Der Erfolg kam für Von Wegen Lisbeth nicht plötzlich, sondern nach und nach. In Interviews berichtet die Gruppe von langen Jahren, in denen sie vor nicht mehr als zehn Zuschauern auftrat. Mittlerweile gehört die Band zu den interessantesten Newcomern in der deutschen Pop-Musik.

Niederlagen in entspannter Rückenlage

Die Songs von Von Wegen Lisbeth behandeln ganz normale und scheinbar ganz banale Geschichten, die das Leben zwischen 20 und 30 zu bieten hat. Die Band singt selten über Siege. Ihre Stücke erzählen meist von Momenten des Scheiterns. Das verdirbt den Liedern aber nie die Laune. Schnelle poppige Gitarren, verträumte Synthesizer, ein markanter Bass, all das äußerst tanzbar. Diese Musik untermalt Matthias Rohdes Erzählungen von Eckkneipen, überhitzten ICEs und Konsumwahn in brandenburgischen Provinzorten oder am Berliner U-Bahnsteig.

Untiefen

Obwohl die Lieder von Alltäglichem handeln, sind sie nie oberflächlich. Das Große und Ganze wird bei Von Wegen Lisbeth nie vergessen. Träume und Liebschaften platzen zwischen Smartphones, Outsourcing und Excel-Tabellen. Tiefe Abgründe zwischen Erwartung und Wirklichkeit öffnen sich. Dass es bei all dem nichts gibt, woran man noch glauben kann, überrascht nicht: Von der einen Seite flüstern den Charakteren der Band „zuckersüße Chancen“ verführerisch ins Ohr (Komm mal rüber). Auf der Anderen werden harte Wahrheiten bloß beim Tanzen erträglich (Wenn du tanzt). Die Schule, heißt es im gleichen Lied, könne man dann auch gleich schließen. Das Weltbild, das sie vermittelt, sei fragil und werde beim Tanzen auch gar nicht gebraucht. Nur das virtuelle Assistenzprogramm eines großen Onlineunternehmens (Alexa gib mir mein Geld zurück!) verspricht Hilfe. Aber auch dort bleiben alle großen Fragen am Ende unbeantwortet.
 

Gesellschaftskritik mit Schweißband und Hawaiihemd

Von Wegen Lisbeth kritisieren auf subtile Art die Hipster-Generation inklusive Drogen, Karrierismus und Abstiegsangst. Dabei vergisst die Gruppe nie, dass sie eigentlich zum selben Milieu gehört. Auftreten und Musikstil sind selbstironisch und dem Zeitgeist angepasst. Bei aller Gesellschaftskritik finden Von wegen Lisbeth so immer das richtige Gleichgewicht zwischen unterschwelliger Melancholie und nonchalantem Optimismus.
 


Alben:

2014: Und plötzlich der Lachs (EP)
2016: Grande
2019: sweetlilly93@hotmail.com 

 

Band des Monats auf Spotify

Hände und Gitarre © Colourbox.com, ldutko Jeden Monat stellen wir euch eine Band oder eine*n Sänger*in aus einem deutschsprachigen Land vor – den Musikstilen sind keine Grenzen gesetzt. Mit dieser Playlist könnt ihr in die Musik der vorgestellten Künstler*innen hineinschnuppern.

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