Daniel Höra Das Schicksal der Sterne

„Das Schicksal der Sterne“ von Daniel Höra © Verlag Bloomoon Flucht und Vertreibung sind wahrhaftig keinen neuen Phänomene – der vorliegende Roman von Daniel Höra berichtet sehr anschaulich von den Parallelen, die das Flüchten zu allen Zeiten und an allen Orten der Welt hat. Die letzte, große Flüchtlingswelle nach dem Ende des zweiten Weltkriegs verbindet er mit der Aktuellen.

Hier erzählt er die Geschichten von Karl und Adib, Karl ist vor 70 Jahren aus Schlesien geflohen und Adib vor knapp einem aus Afghanistan. In Berlin treffen beide aufeinander und ihrer beider Interesse an den Sternen und an Astronomie bringt sie miteinander ins Gespräch. Obwohl es nicht direkt zwischen ihnen zur Sprache kommt, entwickelt sich doch ein tiefes Verständnis für den jeweils anderen: beide waren zum Zeitpunkt der Flucht zu jung für die große Verantwortung für Mutter und Geschwister, beide erlebten das Ausgeliefert sein auf der Flucht und im neuen Land, beide kennen die Ängste der Flucht und die Kämpfe um Würde und Anerkennung am Zielort.

Auf dem Hintergrund dieser Fluchterfahrung entsteht ein tiefe Verbindung, die gegenseitigen Respekt zeigt und Kampfgeist, den man braucht um unter solch schwierigen Bedingungen zu bestehen. Das richtige Buch am richtigen Ort.

Jule Pfeiffer-Spiekermann, „Pinselfisch“