Reinhard Kleist Der Traum von Olympia

„Der Traum von Olympia: Die Geschichte von Samia Yusuf Omar“ von Reinhard Kleist © Carlsen Verlag Samia lebt mit ihrer Familie in Mogadishu, Somalia. Als
Vertreterin ihres Heimatlandes war sie bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking als Sprinterin dabei. Schon lange träumt Samia davon, Profisportlerin zu werden und trainiert hart. Doch die islamischen Extremisten, die in Somalia an der Macht sind,  lehnen es ab, dass Frauen Sport treiben. Sie wird bedroht, sportliche Entwicklungsmöglichkeiten sind quasi nicht vorhanden. So beschließt Samia eines Tages, zu versuchen, nach Europa zu kommen, um 2012 in London an den Olympischen Spielen teil zu nehmen. In Äthiopien, wo eine Tante von ihr lebt, versucht sie mit dieser gemeinsam, auf ein Boot nach Italien zu kommen. Eine unglaublich beschwerliche, langwierige Reise beginnt, geprägt von Ausbeutung, Menschenverachtung und Entbehrungen. Während fast der gesamten Zeit ihrer Flucht hält Samia über Facebook Kontakt mit ihren Freunden, Reinhard Kleist versucht auch die Facebooknachrichten zu rekonstruieren, wie überhaupt die Geschichte von Samias Flucht. Wie für so viele andere Menschen aus Afrika endet sie auch für Samia tödlich.

Reinhard Kleist ist es erneut gelungen, dieses absolut aktuelle und beklemmende Thema auf eindrucksvollste Art zu bearbeiten. Die in schwarz-weiß und Grautönen pinselstrich-leicht gezeichnete Geschichte übt einen immensen Sog aus und lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen. Für alle Menschen mit Empathie, besonders aber für jugendliche Leser eine absolute Bereicherung!

Jule Peiffer-Spiekermann, „Pinselfisch“