Anke Kuhl Lehmriese lebt!

„Lehmriese lebt!“ von Anke Kuhl © Reprodukt Zwei Kinder spielen am Flussufer mit Lehm und bauen daraus einen großen, liegenden Lehmriesen. In der folgenden Nacht geschieht etwas Unerklärliches: als am Morgen ein Tautropfen den Lehmriesen benetzt, erwacht dieser plötzlich zum Leben und macht sich auf den Weg.

Ein Förster will ihn fürs Bäume ausreißen erwärmen, ein Frisör versucht es mit ihm als Frisörlehrling, aber im Wasser lösen sich seine Lehmhände auf. Auch im Supermarkt ist der Golem nicht sonderlich erfolgreich, und der Förster zeigt unterdessen den Lehmmann bei der Polizei an. Kommissar Kopp übernimmt und findet den Golem schließlich auf dem Rathausdach. Als die Feuerwehr anrückt, und den Golem mit einem Wasserstrahl zum Abstieg bewegen will, gelingt es den Kindern endlich, sich Gehör zu verschaffen. Der Frisör hat unterdessen erklärt, was ein Golem ist, und dass der nur dem gehorcht, der ihn gebaut hat. So bitten die Kinder den Golem freundlich, herunter zu kommen und er tut das auch widerspruchslos. Ende der Geschichte: Golem und Kinder gehen zusammen spielen.

Diese Neuinterpretation der Golemsage, der hier den Kindern dient, ist komplett im Comicformat gezeichnet. Die gebundene Hartcoverausgabe macht das Buch zu einem absolut hitverdächtigen Kinderzimmer-Klassiker, der bei älteren Kids auch die Auseinandersetzung mit der klassischen Vorlage fördert. Danke, Anke!!!  

Jule Pfeiffer-Spiekermann, „Pinselfisch“