Silke Lambeck, illustriert von Barbara Jung
Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich

Silke Lambeck, Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich, Gerstenberg 2018 © Gerstenberg Matti und Otto leben in Berlin-Mitte und sind Freunde seit der Schwangerschafts-Rückbildungsgymnastik ihrer Mütter. Auf diesem soliden Fundament hat sich jeder der beiden inzwischen zu einem äußerst liebenswerten Fünftklässler entwickelt. Beide haben gelernt, mit dem Leben und seinen Herausforderungen umzugehen, immer in der Gewissheit, einen wirklichen Freund an seiner Seite zu haben. Eines Tages kommt die Musiklehrerin auf die Idee, die Schüler zum rappen zu animieren, in dem, als Anregung, sie einen jungen Neuköllner Rapper via YouTube ins Klassenzimmer holt. Die Idee funktioniert, alle Schüler sind zumindest interessiert. Bis auf Otto, der nämlich nicht singen kann, aber dafür hat er ja Matti. So denken die beiden Freunde darüber nach, welche Voraussetzungen man für einen ordentlichen Rap braucht: eine, die unabdingbar erscheint, ist, ein bisschen weniger brav zu sein. Hier setzt diese pfiffige und wahrhaft unterhaltsame Geschichte an: Otto und Matti probieren sich im wilden Leben und lernen dabei, Vorurteile zu überwinden, dass das wilde Leben ganz schön anstrengend sein kann, aber auch, dass Ausdauer und Engagement belohnt werden. Die Illustrationen von Barbara Jung unterstreichen den witzigen Erzählstil des Icherzählers Matti. Silke Lambeck gelingt mit diesem modernen Großstadt –Krimi (Emil und die Detektive lassen grüßen) eine zeitgemäße Abenteuer – und Freundschaftsgeschichte, die sowohl eventuellen vorlesenden Erwachsenen als auch selbst lesenden Kindern viel Spaß machen dürfte. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen haben wir bereits von einer Fortsetzung gehört. Große Vorfreude!

Jule Pfeiffer-Spiekermann, Pinselfisch