Deutsch-französischer Creative Hub in Nancy
Oh my Goethe!

Solène Mangin (rechts) und Edith Le Goff erklären das Leitbild von Off Kultur
Solène Mangin (rechts) und Edith Le Goff erklären das Leitbild von Off Kultur | Foto Mathilde Dieudonné

Im deutsch-französischen Creative Hub am Goethe-Institut Nancy entwickeln die Preisträger*innen der Initiative „Oh my Goethe!“ ihre Gründungsideen. Nach sechs Monaten stellen sie Ergebnisse vor: ein Musikfestivalkonzept, das über die Landesgrenze hinausgeht, sowie Pop-Up-Installationen, die öffentliche Plätze zum Ort des Austauschs machen.

Von Dr. Esther Mikuszies

Sechs Monate nach dem Einzug in den Creative Hub feiern die Preisträger*innen von „Oh my Goethe!“ das Ende der ersten Ausgabe und zeigen, an welchen Gründungsideen sie arbeiten. Ausgestattet mit einem Stipendium der Métropole du Grand Nancy arbeiteten sie im neuen Coworking-Space des Goethe-Instituts Nancy. Zwei Gründungsberater des Strascheg Center for Entrepreneurship haben sie begleitet und ihnen Kenntnisse aus den Bereichen Entrepreneurship und Innovation vermittelt wie Prototyping, Kommunikation und Business Modeling.

POP-UP-INSTALLATIONEN UND EIN GRENZÜBERSCHREITENDES MUSIKFESTIVAL

Leichte, fünf Meter hohe Pop-Up-Installationen mit goldenen Buchstaben OH-M-G! säumen den Garten, in dem die Preisträger*innen ihre Gründungsideen präsentieren. Gebaut hat sie Robert Ilgen, der als Architekt für „Oh my Goethe!“ nach Nancy zog und zusammen mit der Graphikdesignerin Janine Vandamme-Schlimpert ein Duo bildet. Kennengelernt haben sich die beiden bei der Cultural Entrepreneurship Academy, bei der 20 Kandidat*innen die Phasen durchgespielt haben, die jedes erfolgreiche Startup durchläuft: von der Idee bis zur Marktreife des Produkts.
 
Mit „Pop up ma parole“ möchten Robert Ilgen und Janine Vandamme-Schlimpert öffentliche Plätze zum Ort des Austausches machen. Mit der Aufschrift „Man kann immer träumen! Träumen von….“ wandert ihre Pop-Up-Miniarchitektur durch Nancy. „Wir möchten Orte beleben und die Geschichten, Sätze und kleinen Gedanken der Bewohner auf den öffentlichen Platz bringen und so Gespräche anregen“, so Vandamme-Schlimpert. Sein Startup versteht das Duo als Dienstleistung, um Strukturen für soziale oder kulturelle Events im öffentlichen Raum zu entwickeln.
 
Das Team OFF KULTUR von Solène Mangin, Johann Gretke, Camille Renard und Edith Le Goff verschrieb sich dem Ziel, ihr in Nancy entstandenes Festival-Konzept über die Landesgrenze hinaus bekannt zu machen. Seit 2011 organisieren sie Konzerte von Nachwuchsmusiker*innen in Apartments und an ungewöhnlichen Orten.
Robert Ilgen und Janine Vandamme-Schlimpert mit ihrem Projekt „Pop-up ma parole“
Robert Ilgen und Janine Vandamme-Schlimpert mit ihrem Projekt „Pop-up ma parole“ | Foto: Mathilde Dieudonné

NEUE DYNAMIKEN DES KREATIVEN ZUSAMMENLEBENS

Die Initiative fügt sich ein in die lokale und grenzüberschreitende Kultur- und Kreativszene. Mit „Oh my Goethe!“ soll das Goethe-Institut zur deutsch-französischen Plattform für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft werden. So treffen sich zur Abschlussfeier Kultur- und Bildungspartner und die Kreativwirtschaftsszene aus beiden Ländern. „Wir haben schnell zueinander gefunden und viele Dinge wurden in den letzten Monaten angestoßen. Die kreative Atmosphäre wirkt sich auf das gesamte Haus aus. Wir haben unsere klassischen Tätigkeitsfelder verlassen und erlebt, wie ein zunächst grobes Konzept ganz praktisch schnelle Ergebnisse herbeiführt,“ fasst Jacob Hochrein, Leiter der Bibliothek, das Zusammenleben mit den Kreativen zusammen. So verwandelt OFF KULTUR Bibliothek und Garten in eine Bühne für junge Nachwuchsmusiker*innen und ein junges Publikum, das das Institut neu entdeckt.

OH MY GOETHE! GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE

Bis zum 25.09.2019 können sich Akteure aus der Kultur- und Kreativwirtschaft aus ganz Deutschland und der Metropolregion Nancy auf die zweite Ausschreibung bewerben. Angesprochen sind Kreative in den Bereichen Musik, Buch, Kunst, Film, Rundfunk, darstellende Künste, Architektur, Design, Presse, Werbung sowie Software und Games, egal ob analog oder digital.
Den Abschluss des Abends bildet ein Konzert von John Moods aus Berlin
Den Abschluss des Abends bildet ein Konzert von John Moods aus Berlin | Foto: Mathilde Dieudonné

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