Künstler im Ersten Weltkrieg
Daniel-Henry Kahnweiler und die internationale Avantgarde in Paris

Viele heute weltbekannte Pariser Kubisten wie Pablo Picasso oder Georges Braque hatten ihre erste Ausstellung bei einem jungen Galeristen aus Deutschland. Zwischen Daniel-Henry Kahnweiler und seinen Malern wächst eine Freundschaft, die sogar den Ersten Weltkrieg überdauert – eine Spurensuche.

  • <b>Bateau Lavoir</b>: Für viele ist die Künstlerkolonie Bateau Lavoir am  Émile-Goudeau-Platz in Montmatre der Geburtsort des Kubismus. Der bekannteste  Bewohner ist Pablo Picasso, der dort zwischen 1904 und 1909 seine ersten  kubistischen Werke malte, Künstler wie Juan Gris, Max Jacob oder André Salmon  und Avantgardisten wie Guillaume Apollinaire, Georges Braque und Henri Matisse  traf. Kahnweiler kaufte während dieser Zeit die ersten Werke von der „Bande à  Picasso“. Foto: © Gregor Beltzig

    Bateau Lavoir: Für viele ist die Künstlerkolonie Bateau Lavoir am Émile-Goudeau-Platz in Montmatre der Geburtsort des Kubismus. Der bekannteste Bewohner ist Pablo Picasso, der dort zwischen 1904 und 1909 seine ersten kubistischen Werke malte, Künstler wie Juan Gris, Max Jacob oder André Salmon und Avantgardisten wie Guillaume Apollinaire, Georges Braque und Henri Matisse traf. Kahnweiler kaufte während dieser Zeit die ersten Werke von der „Bande à Picasso“.

  • <b>Place du Tertre</b>: Wo frühe viele Maler der modernen Kunst lebten, arbeiten  noch heute Künstler auf dem Place du Tertre. Die Karikaturisten und Maler, die  hier ihre Werke verkaufen, haben oft jahrelang um die Erlaubnis gekämpft, ihre  Staffelei aufzubauen. Sie führen eine alte Tradition fort, denn in den Cafés um  den Platz herum, ging schon um 1900 die Boheme ein und aus. Leider ist der Platz  heute sehr touristisch und überlaufen, weswegen man am besten frühmorgens  erscheint. Foto: © Gregor Beltzig

    Place du Tertre: Wo frühe viele Maler der modernen Kunst lebten, arbeiten noch heute Künstler auf dem Place du Tertre. Die Karikaturisten und Maler, die hier ihre Werke verkaufen, haben oft jahrelang um die Erlaubnis gekämpft, ihre Staffelei aufzubauen. Sie führen eine alte Tradition fort, denn in den Cafés um den Platz herum, ging schon um 1900 die Boheme ein und aus. Leider ist der Platz heute sehr touristisch und überlaufen, weswegen man am besten frühmorgens erscheint.

  • <b>Lapin agile</b>: Bis Ausbruch des Krieges 1914 ist das Lapin agile das zweite  zu Hause der Bohemiens von Montmartre. Viele Abende endeten für Picasso und  seine damals noch unbekannten Künstlerfreunde in dem Kabarett in der Rue des  Saules 22. Heute noch tragen Sänger und Humoristen ihre Lieder und Stücke in der  kleinen Stube auf dem Montmartre-Hügel vor. Foto: © Gregor Beltzig

    Lapin agile: Bis Ausbruch des Krieges 1914 ist das Lapin agile das zweite zu Hause der Bohemiens von Montmartre. Viele Abende endeten für Picasso und seine damals noch unbekannten Künstlerfreunde in dem Kabarett in der Rue des Saules 22. Heute noch tragen Sänger und Humoristen ihre Lieder und Stücke in der kleinen Stube auf dem Montmartre-Hügel vor.

  • <b>Villa des Fusains</b>: André Derain, ursprünglich ein Vertreter des  Fauvismus, näherte sich mit seinem Umzug nach Paris 1907 den Kubisten Picasso,  Braque und Vlaminck an. Er lebte in dem Atelierhaus Villa des Fusains, Rue de  Tourlaque 22, als Kahnweiler ihn exklusiv unter Vertrag nahm. Ab den  1920er-Jahren lebten und arbeiteten hier Hans Arp, Max Ernst und Joan Miró.  Gegenwärtig arbeiten noch fünf bis sechs Künstler in Les Fusains. Foto: © Gregor Beltzig

    Villa des Fusains: André Derain, ursprünglich ein Vertreter des Fauvismus, näherte sich mit seinem Umzug nach Paris 1907 den Kubisten Picasso, Braque und Vlaminck an. Er lebte in dem Atelierhaus Villa des Fusains, Rue de Tourlaque 22, als Kahnweiler ihn exklusiv unter Vertrag nahm. Ab den 1920er-Jahren lebten und arbeiteten hier Hans Arp, Max Ernst und Joan Miró. Gegenwärtig arbeiten noch fünf bis sechs Künstler in Les Fusains.

  • <b>Galerie Louise Leiris</b>: Auch der Galerist Kahnweiler hat seine Spuren im  heutigen Paris hinterlassen. Seine letzte Wirkungsstätte, die Galerie Louise  Leiris befindet sich seit 1941 in der Hausnummer 47 auf der Rue de Monceau. Hier  werden noch immer Werke von André Beaudin, Georges Braque, Juan Gris  Eugène-Nestor Kerdamec, Henri Laurens, André Masson und natürlich Pablo Picasso  ausgestellt, gehandelt und verkauft. Foto: © Gregor Beltzig

    Galerie Louise Leiris: Auch der Galerist Kahnweiler hat seine Spuren im heutigen Paris hinterlassen. Seine letzte Wirkungsstätte, die Galerie Louise Leiris befindet sich seit 1941 in der Hausnummer 47 auf der Rue de Monceau. Hier werden noch immer Werke von André Beaudin, Georges Braque, Juan Gris Eugène-Nestor Kerdamec, Henri Laurens, André Masson und natürlich Pablo Picasso ausgestellt, gehandelt und verkauft.

  • <b>Botanischer Garten</b>: Von 1901 bis 1907 fand der Salon des Indépendants in  den Gewächshäusern des heutigen Botanischen Gartens statt. Picasso, Braque und  Derain ließen sich dort von Cézannes abstraktem Stil beeinflussen. Georges  Braque gehört zu den Künstlern, die anfangs ihre Werke dort zeigten. 1908  entschieden sich Braque, Picasso und Derain jedoch gegen die Salons und zeigten  ihre Werke in Kahnweilers Galerie, die Trennung in <i>Salonkubisten und  Galeriekubisten</i> begann. Foto: © Gregor Beltzig

    Botanischer Garten: Von 1901 bis 1907 fand der Salon des Indépendants in den Gewächshäusern des heutigen Botanischen Gartens statt. Picasso, Braque und Derain ließen sich dort von Cézannes abstraktem Stil beeinflussen. Georges Braque gehört zu den Künstlern, die anfangs ihre Werke dort zeigten. 1908 entschieden sich Braque, Picasso und Derain jedoch gegen die Salons und zeigten ihre Werke in Kahnweilers Galerie, die Trennung in Salonkubisten und Galeriekubisten begann.

  • <b>Grand Palais</b>: Das Grand Palais ist, insbesondere ab 1920, ein weiterer  Veranstaltungsort des Salon des Indépendants. Die eindrucksvolle Glashalle wurde  für die Weltausstellung von 1900 zur Präsentation von Luftschiffen gebaut und  dient noch heute als Ausstellungshalle. Unter anderem finden hier im Oktober und  November die wichtigen Kunstmessen FIAC (Moderne Kunst) und PARIS PHOTO  (Fotografie) statt. Foto: © Gregor Beltzig

    Grand Palais: Das Grand Palais ist, insbesondere ab 1920, ein weiterer Veranstaltungsort des Salon des Indépendants. Die eindrucksvolle Glashalle wurde für die Weltausstellung von 1900 zur Präsentation von Luftschiffen gebaut und dient noch heute als Ausstellungshalle. Unter anderem finden hier im Oktober und November die wichtigen Kunstmessen FIAC (Moderne Kunst) und PARIS PHOTO (Fotografie) statt.

  • <b>La Ruche</b>: Das Atelierhaus La Ruche (Bienenstock) erhielt seinen Namen  durch die wabenartige Form seiner Werkstätten. Um die Jahrhundertwende zog es  Künstler aus ganz Europa an, z.B. Guillaume Apollinaire, Marc Chagall, Max  Pechstein, Robert Delaunay und Daniel-Henry Kahnweilers Künstler Fernand Léger.  Während und nach dem Ersten Weltkrieg verließen viele die Ruche. Das Atelierhaus  in der Passage Danzig im 15. Arrondissement ist noch heute zugänglich. Foto: © Gregor Beltzig

    La Ruche: Das Atelierhaus La Ruche (Bienenstock) erhielt seinen Namen durch die wabenartige Form seiner Werkstätten. Um die Jahrhundertwende zog es Künstler aus ganz Europa an, z.B. Guillaume Apollinaire, Marc Chagall, Max Pechstein, Robert Delaunay und Daniel-Henry Kahnweilers Künstler Fernand Léger. Während und nach dem Ersten Weltkrieg verließen viele die Ruche. Das Atelierhaus in der Passage Danzig im 15. Arrondissement ist noch heute zugänglich.

  • <b>Chemin du Montparnasse</b>: Die sogenannte Künstlerkantine der russischen  Malerin Marie Vassilieff im Chemin du Montparnasse liegt im Schatten des Tour  Montparnasse am Ende einer kleinen, von grünem Efeu überwucherten Sackgasse.  Auch Pablo Picasso, Marc Chagall, Georges Braque oder Fernand Léger speisten  hier in Zeiten, in denen der Verkauf ihrer Kunst nicht zum Broterwerb reichte.  Die Gasse, die mit Künstlerateliers und Galerien gesäumt war, beherbergt heute  das Musée du Montparnasse. Foto: © Gregor Beltzig

    Chemin du Montparnasse: Die sogenannte Künstlerkantine der russischen Malerin Marie Vassilieff im Chemin du Montparnasse liegt im Schatten des Tour Montparnasse am Ende einer kleinen, von grünem Efeu überwucherten Sackgasse. Auch Pablo Picasso, Marc Chagall, Georges Braque oder Fernand Léger speisten hier in Zeiten, in denen der Verkauf ihrer Kunst nicht zum Broterwerb reichte. Die Gasse, die mit Künstlerateliers und Galerien gesäumt war, beherbergt heute das Musée du Montparnasse.

  • <b>29, rue Campagne Première</b>: Fünf Gehminuten entfernt findet man in der 29  Rue Campagne Première das Hotel Istria. Hier wohnten in den 1920er-Jahren einige  internationale Künstler und Schriftsteller – Marcel Duchamp, Man Ray, Kiki de  Montparnasse oder auch Rainer-Maria Rilke –, die es nach dem Ersten Weltkrieg  nach Paris zog. Sie gehören jener Nachkriegsgeneration an, die den Kubismus mit  dem Dadaismus und Surrealismus ablöste. Foto: © Gregor Beltzig

    29, rue Campagne Première: Fünf Gehminuten entfernt findet man in der 29 Rue Campagne Première das Hotel Istria. Hier wohnten in den 1920er-Jahren einige internationale Künstler und Schriftsteller – Marcel Duchamp, Man Ray, Kiki de Montparnasse oder auch Rainer-Maria Rilke –, die es nach dem Ersten Weltkrieg nach Paris zog. Sie gehören jener Nachkriegsgeneration an, die den Kubismus mit dem Dadaismus und Surrealismus ablöste.

  • <b>Man Ray Studio</b>: Direkt neben dem Hotel (31 und 33 Rue Campagne Première)  befindet sich ein stattliches Atelierhaus mit imposanten Fenstern. Hier hatte  Man Ray in den 1920er-Jahren sein Studio. Hinter den renovierten Fassaden  befinden sich heute statt den bescheidenen Ateliers mittelloser Künstler  allerdings hochpreisige Stadtwohnungen. Foto: © Gregor Beltzig

    Man Ray Studio: Direkt neben dem Hotel (31 und 33 Rue Campagne Première) befindet sich ein stattliches Atelierhaus mit imposanten Fenstern. Hier hatte Man Ray in den 1920er-Jahren sein Studio. Hinter den renovierten Fassaden befinden sich heute statt den bescheidenen Ateliers mittelloser Künstler allerdings hochpreisige Stadtwohnungen.

  • <b>Rue Campagne Premiere</b>: Im Viertel Montparnasse gibt es einige Ateliers,  die für die Weltausstellung gebaut wurden. Man findet sie zum Beispiel hinter  einer unscheinbaren Tür in der Rue Campagne Première. Die Tür lässt sich unter  der Woche per Knopfdruck öffnen, abends und am Wochenende ist sie per Digi-Code  verschlossen. In diesen Ateliers, in denen einst große Künstler wie Ernst,  Kandinsky, Giacometti oder Miro arbeiteten, sind selbst heute noch  alteingesessene Künstler schöpferisch tätig. Foto: © Gregor Beltzig

    Rue Campagne Premiere: Im Viertel Montparnasse gibt es einige Ateliers, die für die Weltausstellung gebaut wurden. Man findet sie zum Beispiel hinter einer unscheinbaren Tür in der Rue Campagne Première. Die Tür lässt sich unter der Woche per Knopfdruck öffnen, abends und am Wochenende ist sie per Digi-Code verschlossen. In diesen Ateliers, in denen einst große Künstler wie Ernst, Kandinsky, Giacometti oder Miro arbeiteten, sind selbst heute noch alteingesessene Künstler schöpferisch tätig.

Paris leuchtet immerfort. Am Ende eines großzügigen Innenhofs strahlen hinter einer verglasten Fassade die Lampen eines Schönheitssalons. 28 Rue Vignon, im 8. Arrondissement von Paris – das war der Ort, an dem ein junger Deutscher im Februar 1907 das Licht seiner ersten Galerie anknipste. Daniel-Henry Kahnweiler, geboren 1884 in Mannheim, soll in Paris Anfang des vorigen Jahrhunderts eigentlich das Bankenwesen studieren. Tatsächlich entdeckt der junge Deutsche im Louvre seine eigentliche Leidenschaft: die Kunst. Kahnweiler erfährt bald von einer ganzen Reihe junger Maler, die zuvor von bekannten Kunstsammlungen abgelehnt worden waren, den Kubisten. „Die Kubisten wollten den Dingen ihre wahre Farbe geben“, schwärmt der 1979 verstorbene Kahnweiler in seinen Memoiren.

Im Winter 1907 wittert der junge Deutsche seine Chance und eröffnet eine eigene Galerie, in der er Werke des Franzosen Georges Braque und der Spanier Pablo Picasso und Juan Gris ausstellt. Auch Maler wie André Derain, Fernand Léger, Henri Laurens Max Jacob, und Guillaume Apollinaire finden hier eine Heimat. Viele der Künstler entdeckt Kahnweiler im Frühjahr 1907 auf dem „Salon des indépendants“, einer jährlich stattfindenden Ausstellung unabhängiger Künstler.

Aus manchen Geschäftsbeziehungen wachsen Freundschaften, wie Kahnweiler in seinen Memoiren schreibt: „Picasso und Braque trafen sich um fünf, kamen hier in die rue Vignon und dann redeten wir oder spielten Schach.“ Im Jahr 1910 porträtiert Picasso seinen drei Jahre jüngeren Galeristen-Freund sogar. Kahnweiler schickt derweil fleißig Bilder zu Avantgarde-Ausstellungen ins Ausland. Als Türöffner fungiert hier der US-amerikanische Kunsthändler Alfred Stieglitz, der Kahnweiler schon frühzeitig Bilder für Ausstellungen abkauft. Stieglitz zeigt Picassos Werke 1911 in New York. Der ebenfalls sehr junge deutsche Galerist Justin Thannhauser und dessen Familie ermöglichen Kahnweiler ab 1913 insbesondere den Zugang zu den Sonderbund-Ausstellungen, Jahresschauen mit hochkarätigen internationalen Malern. 1913 schließlich folgt der Durchbruch mit mehreren Kubismus-Schauen in den Vereinigten Staaten, ebenfalls initiiert von Stieglitz.

Auf den Spuren von Kahnweiler und seinen Künstlern

Die Spuren der damaligen Zeit kann man heute in Paris bequem zu Fuß erkunden. Kahnweilers zweite Galerie in der 29 Bis Rue d'Astorg, die heute Büros beherbergt, liegt keine zehn Minuten Fußweg von der ersten entfernt. Tatsächlich sind zwischen dem Verlassen der einen und der Gründung der anderen sechs Jahre vergangen. Der Krieg hatte den jungen Deutschen aus seiner Wahlheimat Paris verbannt. Kahnweiler, zu Kriegsausbruch eigentlich nur im Urlaub in Rom, schreibt in seinen Erinnerungen: „Dieser Krieg erschien mir entsetzlich, absolut verrückt.“ Obwohl seine Bilder bereits im ersten Kriegsjahr konfisziert werden, habe der junge Galerist während des ganzen Krieges die Miete für die Galerie weiterbezahlt. Der befreundete Kunsthändler Léonce Rosenberg betreut Kahnweilers Künstler in jener Zeit, während dieser in Italien und später der Schweiz im Exil lebt. Viele Künstler halten untereinander Briefkontakt. Als Kahnweiler 1920 nach Paris zurückkehrt, hat sich fast alles verändert. Nur einen Teil der Bilder soll er zurück erlangen.

In der 29 Bis Rue d’Astorg trifft Kahnweiler nach und nach die alten Freunde wieder. Braque, im Krieg 1915 schwer verwundet, malt nun Stillleben und hat sich menschlich von Picasso entfernt. Picasso, als Spanier in Paris von den größtenteils einberufenen Kubisten und dem Krieg weitestgehend abgetrennt, malt wieder klassisch. Léger, durch einen Senfgas-Angriff 1917 beinahe tödlich verwundet, verarbeitet die für ihn traumatischen Kriegserfahrungen in seiner „mechanischen Periode“. Einzig Gris bleibt dem Stil und dem Kunsthändler treu. Viele der Maler bleiben Kahnweiler zwar nicht geschäftlich, doch aber freundschaftlich verbunden. Und so widmet sich dieser in der der 29 Bis Rue d’Astorg der neuen Kubisten-Generation um André Beaudin, Elfe Lascaux und Suzanne Roger.

Das Erbe der Kubisten

Zu Kahnweilers dritter Galerie ist es noch einmal eine gute Viertelstunde zu Fuß. Im Herbst 1939 wird Kahnweilers dritte und letzte Galerie eröffnet. Kahnweiler hat kurz zuvor die französische Staatsbürgerschaft angenommen. Gemeinsam mit der befreundeten Familie um Michael Leiris führt Kahnweiler an deren heutigen Standort in der 47 Rue de Monceau im 8. Arrondissement das Erbe der Kubisten weiter. In der Empfangshalle der Hausnummer 47 stapeln sich an diesem Frühlingstag im Jahr 2014 Pakete und Päckchen. Als einer von Wenigen hat der Postbote Zutritt zu der Sammlung, die sich offiziell gerade im Umbau befindet. Ein kurzes Öffnen der Tür ermöglicht einen Blick ins Innere: Eingeschweißte Bilder stehen an die Wand gelehnt, eine Handvoll Personen tuschelt geschäftig. Man sei gerade dabei, eine Ausstellung vorzubereiten, verrät ein Galerie-Mitarbeiter. Gegenstand der Ausstellung: Werke von Georges Braque. In seinen Memoiren gedenkt Kahnweiler der gemeinsamen Zeit mit ihm und Picasso: „In lauen Sommernächten lag uns das leuchtende Paris zu Füßen“. 

Literatur
Daniel-Henry Kahnweiler - Mes galeries et mes peintres: Entretiens avec Francis Crémieux, Gallimard, 1998 

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