Interkulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Gebärdensprachen in Europa

Gebärdensprache in Europa
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Die Vielfalt Europas spiegelt sich auch in der Anzahl der europäischen Gebärdensprachen wider. Was haben sie gemeinsam? Was unterscheidet sie?

Anders als die gesprochene Sprache verwendet die Gebärdensprache manuelle (Hände und Arme) und nichtmanuelle (Kopf und Oberkörper) Ausdrucksmittel. Handzeichen, Mimik und Körperhaltung sind dabei zentrale Instrumente. Gebärdensprachen sind zwar anders aufgebaut, jedoch ebenso komplex wie gesprochene Sprachen. 
 
Nicht nur in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) finden sich verschiedene Dialekte wieder. Jedes Land verfügt über seine eigene Gebärdensprache, in der sich ebenfalls regionale Dialekte entwickelt haben. Einen internationalen Austausch in Gebärdensprache erleichtern die sogenannten „International Signs“. Auf internationalen Kongressen bzw. Tagungen verständigen sich die Teilnehmer*innen mittels internationaler Gebärden oder mit Unterstützung von Dolmetscher*innen.
 
Gemeinsam Grenzen überwinden

Das Projekt „Gebärdensprachen in Europa“ unterstützt Jugendliche aus Südwest-Europa, die Hauptmerkmale verschiedener europäischer Gebärdensprachen kennenzulernen, dabei sprachliche, soziale, wie geografische Grenzen zu überwinden und sich - langfristig - miteinander zu vernetzen.

Schüler*innen der 7. bis 12. Klasse aus ganz Südwesteuropa - sowohl solche mit als auch solche ohne Hörbehinderung - sind eingeladen, sich kreativ mit dem Thema Gebärdensprachen auseinanderzusetzen, indem sie an Workshops teilnehmen, sich in digitalen Begegnungsräumen länderübergreifend miteinander austauschen und ein Endprodukt entwickeln.
 
Aufgabe

In Workshops mit Gebärdensprachen-Expert*innen entdecken teilnehmende Schüler*innen die Gebärdensprache ihres Landes und nähern sich der Übersetzung und Transformation von Sprache in Gebärdensprache, sowie der Produktion eines Videos an.

Ein deutschsprachiger Text wird in die jeweilige Sprache und anschließend in die Gebärdensprache des jeweiligen Landes übersetzt. Das Ergebnis wird in Videoform festgehalten. So entstehen verschiedene Interpretationen deutscher Lyrik in Gebärdensprache, die wiederum auf einer Plattform gesammelt werden. Die Weiterarbeit mit diesen Endprodukten ist möglich. 
 
Teilnahmebedingungen

Teilnehmen können alle deutschlernenden  Schüler*innen der 7. bis 12. Klasse (collégien·ne·s und lycéen·ne·s) in ganz Südwesteuropa sowie alle hörgeschädigten Schüler*innen der 7. bis 12. Klasse (collégien·ne·s und lycéen·ne·s).
 
Projektziele

Mit dem Schüler*innen-Projekt sollen gemeinsame und unterschiedliche Bedeutungen von Gebärden in den verschiedenen Regionen Europas deutlich gemacht, Grenzen überwunden und interkulturelle Verbindungen hergestellt werden.