Gespräch | Divan historique Sonja Levsen

Mädchen mit Gepäck auf einem Bahnsteig Foto (Detail) : © picture alliance /ZB

Mo, 22.03.2021

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Autorität und Demokratie. Erziehung in Westdeutschland und Frankreich, 1945-1975

Die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft ist geprägt von autoritären Traditionen und einem Mangel an Kultur und demokratischer Bildung. Nach gängiger Vorstellung befreite sie sich erst allmählich von diesen Mustern und kam daher vergleichsweise spät in den Kulturkreis der westlichen Demokratien an, dem Frankreich längst angehörte.

Sonja Levsen erzählt in ihrem deutsch-französischen Vergleich (2019, Wallstein Verlag) eine Geschichte, die keine Vorreiter und Nachzügler kennt, sondern nur sehr unterschiedliche Deutungen des Verhältnisses von Erziehung und Demokratie. Überraschend ist, wie Bildung und Alltag von nationalen politischen Zusammenhängen geprägt sind und wie historische Ereignisse noch immer die Gegenwart beeinflussen. Das zeigt sich besonders deutlich am Ereignis »1968«, welches für Deutschland und Frankreich ganz Unterschiedliches bedeutete.
 
Podiumsdiskussion mit Sonja Levsen (Universität Freiburg im Breisgau), Jürgen Finger (Deutsches Historisches Institut), Corine Defrance (Paris-CNRS/Sirice) und Ulrich Pfeil (Université de Lorraine/Cegil).

Sonja Levsen (*1976) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik in Tübingen, Cambridge und München; Promotion in Tübingen 2004. Seit 2011 ist sie Dilthey Fellow an der Universität Freiburg, wo sie sich 2017 habilitierte. Ihre Forschungsinteressen liegen in der vergleichenden und transnationalen europäischen Geschichte, in der Geschichte der Demokratie, der Jugend, Sexualität und der Erfahrungsgeschichte der Weltkriegsepoche.
 
Die Vortragsreihe 'Divan historique' mit anschließender Debatte über Neuerscheinungen im Bereich Geschichte wird organisiert vom Goethe-Institut Paris und dem Deutschen Historischen Institut Paris (DHIP) in Zusammenarbeit mit der Universität Lorraine/Centre d'Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine (Cegil), dem Centre interdisciplinaire d'études et de recherches sur l'Allemagne (CIERA) und dem UMR Sirice (Unité mixte de recherches Sorbonne - Identités, relations internationales et civilisations de l’Europe).

 

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