Kolloquium Sexualität, Kolonisierung, Einwanderung: Themen und Vermächtnisse

Der Titel erscheint in weißer Leuchtschrift auf schwarzem Hintergrund Foto: © La Découverte

Fr, 15.02.2019

Palais de la Porte Dorée

293 avenue Daumesnil
75012 Paris

Cover des Buchs Sexe, race & colonies. La domination des corps du XVe siècle à nos jours

In kolonisierten Gebieten und in den Vereinigten (Süd-)Staaten war sexuelle Dominanz ein langer Prozess der Versklavung, der imaginäre Welten hervorbrachte, die - zwischen „Exotik“ und Erotik- sich von einer Faszination/Abstoßung für rassistisch wahrgenommene Körper nähren.

Diese Dominanz ist auch heute noch in unseren postkolonialen Gesellschaften am Werk, und wir dürfen die historischen Auswirkungen dieses Erbes nicht vernachlässigen, das immer noch weitgehend die Beziehungen zwischen der Bevölkerung des Nordens und derjenigen des (ehemals kolonisierten) Südens bestimmt. So werden politische und mediale Diskurse rund um Migration und die „Flüchtlingskrise“ geschlechts- und sexualitätsspezifisch artikuliert, um soziale Ängste zu schüren.

Gleichzeitig provoziert die Vervielfältigung „gemischter“ Paarkonstellationen, die die postkoloniale Migration begleitet, sowohl allmähliche Akzeptanz als auch fremdenfeindliche Spannungen. Die von Einwanderung vermeintlich bedrohte „weiße Identität“ soll verteidigt werden.

Die Konferenz schreibt sich in die Analyse dieses Kontexts und seiner kolonialen Wurzeln ein, im Spiegel der Publikation Sexe, race & colonies. La domination des corps du XVe siècle à nos jours (La Découverte, 2018).

Den Auftakt bildet ein Eröffnungsvortrag der fünf Herausgeber des Buches: Pascal Blanchard, Nicolas Bancel, Gilles Boëtsch, Christelle Taraud und Dominic Thomas. Es folgen vier Panels, an denen die Referenten die Praktiken und Vorstellungen von kolonialer und postkolonialer Sexualität hinterfragen werden, bevor der Tag mit einem Rückblick endet und neue Perspektiven eröffnet
  
In Zusammenarbeit mit dem Palais de la Porte Dorée, dem Musée national de l’histoire de l’immigration, der Forschergruppe Achac und dem Verlag La Découverte
 

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