Ausstellung Voll der Osten – Leben in der DDR

Pressebild. Ausstellung "Voll der Osten" (Ausschnitt) © Harald Hauswald/Ostkreuz

Di, 01.10.2019 -
Fr, 25.10.2019

Goethe-Institut Strasbourg

7 rue Schweighaeuser
67000 Strasbourg

OSTKREUZ Agentur der Fotografen und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur laden mit der Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“ zu einer Bilderreise in die Zeit der Teilung ein. Gezeigt wird eine ungeschminkte DDR-Realität, an die sich heute selbst Zeitzeugen kaum mehr erinnern. Die Ausstellung präsentiert auf 20 Tafeln über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald. Die Texte der Ausstellung hat der Historiker und Buchautor Stefan Wolle verfasst, der wie der Fotograf in der DDR aufgewachsen ist. Die Ausstellungstafeln verlinken mit QR-Codes zu kurzen Videointerviews im Internet, in denen der Fotograf darüber berichtet, wie und in welchem Kontext das jeweils zentrale Foto der Tafel entstanden ist.
 
Vernissage : Dienstag, der 1. Oktober  | 18h30 (Informationen zur Vernissage, Voranmeldung erforderlich)
Auf Voranmeldung können Schulklassen die Ausstellung eigenständig besuchen (info-strasbourg@goethe.de)
 
 
Harald Hauswald, 1954 in Radebeul geboren, beendet in Dresden eine Fotografenausbildung und zieht 1978 nach Ost-Berlin. Dort streift er in den achtziger Jahren durch die Straßen und fotografiert, was andere Fotografen übersehen oder für uninteressant halten: Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzen. „Im Mittelpunkt steht der Mensch“, heißt einer der Grundsätze des Sozialistischen Realismus. Harald Hauswald verwirklicht diesen Anspruch auf eigene Weise. Dafür bekommt er in der DDR keinen Kunstpreis, sondern Ärger mit der Obrigkeit. Natürlich fotografiert Hauswald auch verfallene Fassaden oder Schlangen vor Lebensmittelläden. Doch seine Fotografie ist weniger subversiv und viel mehr eine Liebeserklärung an die Menschen in der DDR. Zwischen den Fotografierten und dem Fotografen entsteht für einen kurzen Moment eine fast zärtliche Beziehung, die sich bis heute auf den Betrachter überträgt. Hauswalds Bilder prägen unser Bild der späten DDR und werden in zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt.
 
Stefan Wolle, 1950 in Halle/Saale geboren, legt 1969 in Berlin das Abitur und die Facharbeiterprüfung als Buchhändler ab. Ab 1971 studiert er Geschichte und Germanistik an der Ost-Berliner Humboldt-Universität. Die muss er 1972 wegen kritischer politischer Äußerungen verlassen, um sich ein Jahr „in der Produktion zu bewähren“. Nach Wiederaufnahme und Abschluss des Studiums arbeitet er an der Akademie der Wissenschaften. Dort promoviert Wolle 1984 über die deutsch-russischen Wissenschaftsbeziehungen um 1800. Nach dem Mauerfall wird Wolle Sachverständiger für die Stasi-Akten am Runden Tisch und im März 1990 Mitherausgeber von Ich liebe euch doch alle, der ersten Stasi-Dokumentensammlung, die zum letzten Bestseller der DDR wird. In der Folge arbeitet der Historiker u. a. an der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin. Seit 2005 ist Wolle wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin. Bekannt wird er vor allem durch die Trilogie Die heile Welt der Diktatur. Viele Leser schätzen die lebendige und lebensnahe Darstellung der DDR, die sowohl aus den Quellen wie auch aus der eigenen Erfahrung schöpft.
 
 
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt mit ihrer Projektförderung sowie eigenen Angeboten zur umfassenden Auseinandersetzung mit den Ursachen, der Geschichte und den Folgen der kommunistischen Diktaturen in Deutschland und Europa bei: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de. OSTKREUZ Agentur der Fotografen wurde 1990 von sieben ostdeutschen Fotografinnen und Fotografen in Paris gegründet. Heute zählt die Agentur 22 Mitglieder und gilt als das renommierteste Fotografenkollektiv Deutschlands: www.ostkreuz.de.
 
 

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