Kino & Architektur Berlin Babylon

Berlin Babylon, H. Siegert © S.U.M.O. Film Hubertus Siegert

Mi, 16.10.2019

Auditorium des Musées de Strasbourg

1, place Hans Jean Arp
67000 Strasbourg

Architekturtage 2019

von Hubertus Siegert, Deutschland 2001, 93 min.
 
Berlin, in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre: Der Bauboom nach dem Fall der Mauer hat seinen Höhepunkt erreicht. Im Widerstreit zwischen Erhalten und Verändern, zwischen Tradition und Moderne, agieren prominente Architekten, Stadtplaner, Politiker, Beamte und Bauherren in einem atemberaubenden Tempo. Über Jahre hinweg (von 1996 bis 2001) beobachtet und dokumentiert Hubertus Siegert die Entwicklung – kommentarlos, fasziniert und skeptisch.
 
Siegert verzichtet in seinem Film auf jeden Kommentar, die vom ihm aufgezeichneten Gespräche wirken eher zufällig und fragmentarisch. „Drei Blickwinkel haben mich interessiert. Zuerst die Faszination des schlagartigen Übergangs von einem baulichen Zustand der Stadt in einen anderen. (…) Zum zweiten erstaunte mich der babylonische Charakter der ganzen Berliner Unternehmung. Es scheint eine Zivilisationsfabel seit Babylon zu sein, dass zu jeder Zeit Bauherren, Baumeister und Bauleute bereit stehen, eine als leer empfundene Innenstadt sofort mit Bauwerken jeder Dimension zu füllen. (…) Drittens gibt es in dem alt-neuen Berlin eine Präsenz der deutschen Geschichte in erstaunlichen Überschichtungen, eine empfindliche Aura, die auch ungeliebte Epochen, wie die Nazizeit oder die DDR einschließt, eine Aura, die als völlig unbrauchbar gilt und deshalb dem ordnenden Zugriff der Stadtplanung unterliegt. Man muss sich beeilen, die Stadt noch ungeschminkt zu erleben, bevor sie ganz geliftet ist - und zugebaut." (Siegert)
 
 
In Partnerschaft mit Vidéo Les Beaux Jours und dem Europäischen Architekturhaus - Oberrhein

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