Film CinéMardi – Coup de cœur: Sonnenallee

Gruppe von Menschen © Boje Buck

Di, 27.10.2020

Goethe-Institut Toulouse

4 bis, rue Clémence Isaure
B.P. 11423
31014 Toulouse

Sonnenallee

Regisseur: Leander Haußmann, 94 mn., 1998/99, OmU.
Toulouser*innen stellen ihre deutschen Lieblingsfilme vor

In Sonnenallee wird ein Blick zurück in die DDR gewagt – nicht weinerlich, sondern offensiv sentimental und reichlich überzogen. Es geht um junge Leute, verbotene Songs und Tänze und um die große Liebe, die alles verändert. 

In der Verfilmung des Romans Am kürzeren Ende der Sonnenallee von Thomas Brussig, vergegenwärtigt Regisseur Leander Haußmann die im Ostberlin der 70er Jahre vorherrschende Atmosphäre auf humorvolle Weise.

Der 17-jährige Micha Ehrenreich lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester in der Sonnenallee, deren längerer Teil in Neukölln, also im Westen, das kurze Ende aber in Treptow, d.h. im Osten der geteilten Stadt liegt. Micha wohnt am kürzeren Ende der Sonnenallee und träumt davon, ein großer Popstar zu werden. Politik ist ihm eher egal – er ist weder für das DDR-System noch wirklich dagegen. Allerdings will er – wie man halt so redet, wenn man jung und rebellisch ist – die ganze gesellschaftliche Organisation ‚von innen‘ her aufmischen. Dann gibt es da noch Michas existenzialistisch angehauchten Freund Mario und den gemeinsamen Kumpel Wuschel, der durch eine Rolling-Stones-Platte in Gefahr gerät.

Ein Westonkel schmuggelt Nylonstrümpfe für Michas Mutter und schwadroniert über Asbestverseuchung in der DDR. Und ein Nachbar schließlich spitzelt für die Stasi – oder doch nicht? Sicher weiß Micha nur, dass er in Miriam verliebt ist: die wunderbare, unerreichbare Miriam. Für sie würde er alles tun.

Leander Haußmann besetzt seine Hauptrollen mit seinerzeit unbekannten Gesichtern. In den Nebenrollen jedoch finden sich mehrmals ausgezeichnete Veteranen des deutschen Kinos wie Katharina Thalbach, Henry Hübchen oder Ignaz Kirchner.

Zu Beginn der Veranstaltung wird Monika Wolf, ATER an der Section d’Allemand der Universität Toulouse 2 – Jean Jaurès, den Film vorstellen und erklären, warum er zu ihren Lieblingsfilmen gehört.
 

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