Workshop LABOUR IN A SINGLE SHOT

Electrician, Johannesburg 2014 Amy von Houten Amy von Houten

Do, 01.03.2018 -
Fr, 16.03.2018

Friche la Belle de Mai

Rue Jobin 41
13003 Marseille

Filmworkshop mit Antje Ehmann und Eva Stotz

Das Goethe-Institut Marseille und die Friche la Belle de Mai präsentieren diesen Filmworkshop zum Thema der Visualisierung der Arbeit in Hinblick auf die Kolonialgeschichte. Eine Vorstellung der Ergebnisse findet im Rahmen der Finissage der Ausstellung "Harun Farocki - Empathie" am 17. März im Kino Le Gyptis statt.

Der Workshop in Marseille ist die Fortsetzung einer Reihe von Workshops, die in 15 Städten weltweit von den deutschen Künstlern Harun Farocki und Antje Ehmann durchgeführt wurden. Die Workshops fanden zwischen 2011 und 2014 in Sligo (Irland), Lissabon (Portugal), Bangalore (Indien), Genf (Schweiz), Tel Aviv (Israel), Berlin (Deutschland), Kairo (Ägypten), Rio de Janeiro (Brasilien), Buenos Aires (Argentinien), Lodz (Polen), Moskau (Russland),  Hanoi (Vietnam), Boston (USA), Mexico City (Mexico), Johannesburg (Südafrika) und Qingdao (China) statt.   

Diese Serie wird nun in Marseille von Antje Ehmann und Eva Stotz fortgesetzt.

In Zusammenarbeit mit Lieux fictifs.


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Arbeit – dafür war die Stadt Marseille über Jahrhunderte hinweg weithin bekannt. So zog sie im 19. Jh eine große Zahl verarmter italienischer Bauern aus dem Piemont an, die als Arbeiter im immer bedeutsam werdenden Industrie- und Passagierhafen anheuerten. Durch Marseilles Rolle als Zentrum des französischen Kolonialreich zu Beginn des 20. Jh. kamen zahlreiche Arbeitskräfte aus den französischen Kolonien (besonders Algerien, Vietnam, subsaharische Staaten und Komoren)  – um bei der Fabrikation von Kolonialwaren wie Seife, Öl, Süßwaren, etc. und im Hafen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie ließen sich in der Stadt nieder, brachten ihre Familienangehörigen mit und veränderten somit nachhaltig das Bild der Stadt, die heute als Schmelztiegel der Kulturen gilt. In den 1960ern führten die Unabhängigkeit der Kolonialstaaten und der Bedeutungsverlust des Passagierschiffsverkehrs zu extremen Veränderungen und einem massiven Abbau der Arbeitsplätze. Heute hat die Stadt Marseille eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit (so leben bspw. im Stadtzentrum 44% der Einwohner unterhalb der Armutsgrenze). Diese anhaltende wirtschaftliche Krise, die zu einer starken Prekarität und Armut vieler Einwohner geführt hat, ist auch heute noch allgegenwärtig und hat zu vielen informellen Arbeitsformen geführt. 


 

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