Wir haben Raketen geangelt

Karen Köhler © Julia Klug

Di, 27.03.2018

Bibliothèque Universitaire des Fenouillères

Lesung von Karen Köhler

In jeder dieser neun Novellen schildert eine Erzählerin ihr Leid: Krankheit, Tod, das Ende einer Liebe oder Einsamkeit. Um diese Prüfungen des Lebens zu meistern, suchen die sich ähnelden Heldinnen in ihrem tiefsten Innersten nach Wegen, sich von ihrer Pein zu befreien. Für die eine ist dies Beten und Almosen, für eine andere Reisen, und für andere wiederum Abgeschiedenheit.

Diese Frauen haben es sich zum Ziel gemacht, ihren Kummer – der seinen Ursprung oftmals in der Kindheit findet – teilweise endgültig loszuwerden. Auch wenn die Erzählweise von Postkarten, Tagebüchern und Dialogen bishin zu Berichten reicht, spinnen sich viele Fäden zwischen den einzelnen Novellen und lassen die Sammlung so dennoch flüssig erscheinen. Karen Köhler bewegt durch die poetischen Elemente in ihrem lebhaften, dennoch direkten und präzisen Schreibstil. Das schützende und aufmunternde Wesen spielt eine tragende Rolle als Metapher für die Matrix und Synonym für die Wiedergeburt in diesen Erzählungen. Traurig und erstklassig.

In Zusammenarbeit mit dem DAAD und Aix-Marseille Universität.

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