Litteraturgespräch Karl Emil Franzos

Franz Foto: © Circé

Do, 29.03.2018

Goethe-Institut Paris

17 avenue d'Iéna
75116 Paris

Die osteuropäische jüdische Literatur

Abgesagt

Wir bedauern Ihnen mitzuteilen, dass wir den literarischen Abend am Donnerstag, den 29. März, aufgrund der verschobenen Veröffentlichung des Buches leider absagen müssen. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis.


In seinem Roman Der Pojaz (Cotta, 1905, in Frankreich erschienen bei Circé, 2018) erzählt der österreichisch-ungarische Schriftsteller Karl Emil Franzos die Geschichte von Sender Glatteis. Das junge jüdische Waisenkind will die großen Figuren des deutschen dramatischen Repertoires spielen. Aber er lebt in einer orthodoxen jüdischen Gemeinde in Galizien, für die Deutschlernen ein Verrat ist.

Zwischen einer naturalistischen Beschreibung jüdischer Dörfer in der Mitte des 19. Jahrhunderts und einem Plädoyer für die deutsche Kultur liefert Der Pojaz das einnehmende und oft lustige Porträt eines jungen Mannes, der hartnäckig darum kämpft, religiösem Dogmatismus, arrangierten Ehen und Wehrpflicht zu entkommen.

Laurent Cassagnau, Übersetzer des Buches, Régine Robin, Spezialistin für Sprache in der jüdischen Kultur, und Stéphane Pesnel, Lehrender an der Sorbonne, werden sich über K. E. Franzos und die deutsch-jüdische Literatur Osteuropas unterhalten.
 
Karl Emil Franzos
wuchs in Czortków (heute Tschortkiw, Ukraine), einer Kleinstadt im österreichischen Kaiserreich, und schließlich in der Hauptstadt von Bukowina, Czernowitz auf. Tief geprägt von der Aufklärung und den liberalen Idealen seines Vaters, eines jüdischen Arztes und Anhängers der Assimilation, studierte er Rechtswissenschaften in Wien und Graz. In der Überzeugung, dass deutsche Werte es den „rückständigen“ jüdischen Bevölkerungsgruppen Osteuropas ermöglichen würden, sich selbst zu emanzipieren, befürwortete er begeistert die Gründung des Deutschen Reiches und nahm deutsch-nationale Positionen ein, was zu Problemen mit den österreichischen Behörden führte.

Franzos, Autor von Kurzgeschichten und Romanen, die in galizischen Schlössern spielen, Übersetzer von Gogol und ukrainischer Poesie, schrieb während seiner Reisen an die östlichen Grenzen des Habsburgerreiches zahlreiche Berichte. Karl Emil Franzos war 1879 für die erste große Ausgabe der Werke Georg Büchners verantwortlich.     
    
In Zusammenarbeit mit dem Forum culturel autrichien
 

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