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Sol Heilo, Norwegen
Sol Heilo: London is trouble

Auf ihrer Tour durch Europa hat Sol Heilo „London is Trouble" geschrieben und wurde durch die britische Hauptstadt inspiriert. Mit dem Song zeigt die norwegische Sängerin, dass die schlechten Zeiten genauso zum Leben dazu gehören, wie die Guten.

Ich habe mich eigentlich als einen glücklichen Menschen empfunden. Ich fühle, dass ich glücklich geboren bin. Auf der anderen Seite befand ich mich mehrere Jahre in einem dunklen Tal, als ich mit (meiner Band) Katzenjammer auf Tournee war. Einsame Straßen führten zu meinem Soloalbum „Skinhorse Playground“ und an einem besonders einsamen Tag schrieb ich den Song „London is Trouble". Es handelt von der Schattenseite des Lebens und nahm nach einem Kaufrausch in der Denmark Street in dem damals ikonischen, aber inzwischen nicht mehr existierenden Londoner 12 Bar Club Gestalt an. Ich erinnere mich, wie ich in der Bar war nachdem ich mir gerade eine neue Gitarre gekauft hatte – eine 1961 Gibon LG – eigentlich nur, um meine Seele mit irgendetwas zu erfüllen. Es geht darum, wie grau und langweilig London sein kann, wenn man keine Freude im Herzen hat, und über das stets flüchtige Leuchten der späten Nächte und frühen Morgenstunden.
 

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Ich habe fast alle meine Songs während der Tourneen durch Europa geschrieben. Sie sind inspiriert von der Atmosphäre der verschiedenen Städte, der Menschen und der Gefühle, die ich dort erlebt habe. All diese Gefühlswelten gipfelten in einem alles verzehrenden Geisteszustand: der Einsamkeit. Tag und Nacht war ich von Leuten umgeben. von meiner Band und der Crew, täglich neuen Bekanntschaften auf dem neuen Veranstaltungsort, dem Publikum, Leuten auf der Straße, anderen Bands auf der Straße. Ich hatte buchstäblich kaum eine Sekunde für mich allein, aber ich war noch nie in meinem Leben einsamer. Es ist eine Sache, allein in einem Zimmer zu sein und sich einsam zu fühlen, eine andere ist aber, von so vielen Menschen umgeben zu sein und sich dennoch als die einsamste Person der Welt zu fühlen. Das ist eine ganz andere Art von Einsamkeit. Als ob man auf den Straßen Londons spazieren geht und hunderte Leute gehen an einem vorbei. Es fühlt sich an, als ob die Sonne spöttisch auf den Trauerzug scheint, wohl wissend, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist, um sich mit ihren freudigen Strahlen hervorzutun.

Meine Beziehung zu Europa ist von einer Art süßer Melancholie geprägt. Der Ort, an dem mein Herz gebrochen wurde, nicht von einem Jungen, sondern von Menschen, die ich liebte, indem ich sie jeden Tag vor der Tür getroffen habe und nicht in der Lage war, zu entkommen, und wie schwer es ist zu lernen, wie Menschen, denen man vertraut, sehr grausam sein können. Der schöne Kontinent ist mit frischen Eindrücken, aufregenden Impulsen, wunderbaren Menschen und neuen, sehr anregenden Ideen gefüllt. Der Ort, an dem ich fühlte, wie meine Seele meinen Körper verließ, blind und hohl im Dunkeln tastend, um ihn wiederzufinden. Meine Lieder haben mich aus der Dunkelheit erlöst. Ich musste mit jemandem reden und dieser jemand wurde mein Schreibkladde. Verrückterweise wurde ich irgendwie süchtig nach dem Unglücklichsein. Ich fühlte mich wunderbar, als ich schrieb und als ich meine Kladde zuklappte und der Realität ins Auge sah, verdampfte die Droge. Und das Unglücklichsein trieb mich zum Schreiben. Es ließ mich London is Trouble schreiben und ich bin einfach dankbar, dass ich diese Zeit in meinem Leben durchgemacht habe. Ich habe dabei mitgeholfen, mein neues Dasein zu schaffen, die glückliche Seele, die durch das Tal der Dunkelheit gewandert ist.
 

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