Geoffrey Brooks

Geoffrey Brooks wurde 1944 in Olney, Buckinghamshire, geboren und war schon während seiner Schulausbildung sehr an Sprachen interessiert, was sich unter anderem an Preisen für Schulwettbewerbe zu diesem Thema zeigte. Beruflich zunächst im Versicherungsbereich tätig, begann seine literarische Karriere allerdings erst mit der Veröffentlichung eigener Werke (ab 1992) im Bereich Militärgeschichte. Kurz darauf erhielt er das Angebot, Bücher zu diesem Thema aus dem Deutschen zu übersetzen. Bis dato hat er fast vierzig Bücher übersetzt und drei eigene Publikationen veröffentlicht. Geoffrey Brooks ist pensioniert und lebt mit seiner Familie in Buenos Aires.


 

Drei Fragen an Geoffrey Brooks

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?

Obwohl ich durch die selbst erlernten Deutschkenntnisse 1960 den Schülerpreis für Fremdsprachen gewann und in meinem Jahrgang die beste Note erhielt, reichte der Abschluss nicht aus, um das Fach Überstzen an der Universität zu studieren. Zudem empfand ich den Konkurrenzdruck um die wenigen zu besetzenden Stellen als zu stark, sodass ich schließlich den Beruf des Schadenssachverständigers wählte.
Ich war sehr vom hohen Standard der englischen Übersetzung von Sharks and Little Fishes (ca. 1960 veröffentlicht) beeindruckt, in der die U-Boot-Karriere von Wolfgang Ott romanhaft dargestellt wird. Es weckte in mir den Ehrgeiz, eine ähnlich gute Überstzung zu produzieren. Doch erst 1985 fand ich ein Buch, das sich für diese Zwecke anbot: Wolfgan Hirschfelds Feindfahrten (Neff Verlag, Wien 1982). Hirschfeld und ich arbeiteten bei der Übersetzung seines Buches ins Englische eng zusammen, welches 1996 unter dem Titel Hirschfeld erschien (Pen & Sword Books). Meine erste eigene Veröffentlichung als Autor, Hitler´s Nuclear Weapons (Pen & Sword Books, 1992), weckte das Interesse des Londoner Verlegers Lionel Leventhal, der mich um eine Probeüberstzung bat und mir fortan eine Vielzahl an Übersetzungsaufträgen vermittelte.
Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Ich habe kein spezielles Lieblingsbuch und ich bin kein Freund von schöner Literatur. Es gibt allerdings Stellen in einer Vielzahl deutscher Sachbücher, auf die ich sehr oft verweise.
 
Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ich besitze die spanische Übersetzung des Buches El ultimo viaje del Conde von Spee (Argentine Navy, Buenos Aires 1927). Das deutsche Original wurde 1924 in Leipzig unter dem Titel Graf Spees letzte Fahrt veröffentlicht und enthält Details, die in der spanischen Version fehlen. Der Autor war Korvettenkapitän Hans Pochhammer, einer der letzten überlebenden deutschen Militärangehörigen, der als erster Offizier des Panzerkreuzers Gneisenau im Falkland Krieg 1914 gedient hat. Mit viel Hingabe zum Detail beschreibt er die Reise des Geschwaders von Tsingtau (China) im Juli 1914 bis zur Wiedervereinigung mit den deutschen Überlebenden in Port Stanley im Dezember 1914. Neben den beeindruckenden Schilderungen der Schlachten bei Coronel und den Falkland Inseln ist dieses Dokument von großer historischer Bedeutung, insbesondere für die deutsche, britische und argentinische Geschichtsschreibung. Vielleicht wird ein Verleger das 100-jährigen Jubiläum im Jahre 2014 zum Anlass nehmen, eine Übersetzung dieses Werkes inklusive wertvoller Fußnoten zu veröffentlichen.

Auswahl an übersetzten Titeln

  • Christa Schröder: He was my chief : the memoirs of Adolf Hitler's secretary (Er war mein Chef). Frontline Books, 2009
  • Helmut Blocksdorf: Hitler's secret commandos (Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine). Pen & Sword Military, 2008
  • Michael Müller: Canaris : the life and death of Hitler's spymaster (Canaris). Chatham Publ., 2007
  • Mario R. Dederichs: Heydrich : the face of evil (Heydrich). Greenhill Books, 2006
  • Gerhard Koop: German destroyers of World War II (Die deutschen Zerstörer 1935 - 1945). Greenhill Books, 2003