Hilary Parnfors

Hilary Parnfors © Hilary Parnfors Hilary Parnfors wuchs in Norddeutschland in einem zweisprachigen Haushalt mit einer britischen Mutter und einem tschechischen Vater auf.

Im Alter von 10 Jahren begann sie ihre Ausbildung in Großbritannien. Nach Regel- und weiterführendem Studium in Politik, Recht und Modernen Sprachen arbeitete sie als Forscherin für staatliche Institutionen und im privaten Sektor. Sie lebt momentan in Stockholm und arbeitet als hauptberufliche Übersetzerin vom Deutschen und Schwedischen ins Englische.

Auch wenn sie bis heute vor allem Sachliteratur übersetzt hat, war es ihr in der letzten Zeit nach und nach möglich, sich ihren Traum von der Arbeit mit literarischen Texten zu erfüllen.
 

Drei Fragen an Hilary Parnfors

War Übersetzer Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzer geworden?

Ich bin ich einem mehrsprachigen Haushalt aufgewachsen (Englisch, Tschechisch und Deutsch) und so waren immer Menschen unterschiedlicher Nationalitäten bei uns. Das heißt, dass irgendjemand immer für irgendwen übersetzte. Außerdem habe ich es auch geliebt, in der Schule Sprachen zu lernen, vor allem als ich entdeckte, dass so viele miteinander verknüpft sind. Nachdem ich Moderne Sprachen und Politik an der Universität studiert hatte, habe ich in der politischen und der Marktforschung gearbeitet. Ich habe auch einige Jahre für die NGOs Übersetzungen gemacht, konnte aber erst nach der Geburt meines Kindes hauptberuflich als Übersetzerin arbeiten. Ich liebe die Freiheit, Kreativität und Herausforderung in diesem Beruf. Ich liebe es über verschiedene Sätze zu grübeln, immer auf der Suche nach dem perfekten Wort!
Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Ich muss sagen Die verlorene Ehre der Katharina Blum. Wir haben es in der Schule immer und immer wieder gelesen. Das war das erste Mal, dass ich ein Buch wirklich ‚zergliedert‘ habe, Seite für Seite. Die Geschichte erschien mir damals so katastrophal und schockierend. Ich habe es erst vor kurzem noch einmal gelesen und irgendwie hat mich diese einfache aber dramatische Geschichte wieder gefangen genommen.
Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ich bin offen, verschiedene Genres und Texte zu übersetzen. Vielleicht etwas von einer jungen Autorin über das aktuelle Leben in Deutschland? Und auch wenn seitdem mehr als zwanzig Jahre vergangen sind, lese ich immer noch gerne Geschichten um den Fall der Berliner Mauer. Das war der Tag nach meinem zehnten Geburtstag und es war genau dieses Ereignis, das mein Interesse für die Politik geweckt hat. Es war schwer zu begreifen, dass eine Mauer Menschen trennen kann.