Lauren K. Wolfe

Lauren K Wolfe © Lauren K Wolfe Lauren K Wolfe ist Doktorandin in Vergleichender Literaturwissenschaft an der New York University.










 

Drei Fragen an Lauren K Wolfe

War Übersetzerin Ihr Traumberuf? Warum sind Sie Übersetzerin geworden?

Ich nehme an, es gibt einige wenige die sich dazu entscheiden, bestimmte Dinge zu sein. Übersetzen ist für mich eine Praxis, die durch andere Tätigkeiten bereichert wird und selbst andere Tätigkeiten bereichert, sodass es schwierig ist davon zu sprechen, Übersetzerin zu „sein“. Ich denke es ist eine Tätigkeit die ich ausübe weil sie mir in gewisser Weise Vergnügen bereitet, aber – und warum hier ein „aber“ stehen muss weiß ich nicht – ich bin mir sicher, dass es auch eine stärker auf soziale Verantwortung abstellende Antwort  geben könnte, da soziale Verantwortung gewissermaßen ein Teil davon ist, auch ein Teil des Vergnügens. Ich glaube, sich dazu zu entscheiden, etwas zu werden und die Praxis der Übersetzung schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Ich habe mit Übersetzen größtenteils angefangen, um vor anderen Dingen zu fliehen. 
Welches ist Ihr deutsches Lieblingsbuch und warum?

Zurzeit lese ich viel von Salomo Friedländer. Er ist ungewöhnlich und auch irritierend und klar und ausweichend zur selben Zeit. Deshalb lese ich ihn gerne. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich ihn am liebsten lese. Manchmal liest man Dinge, weil man glaubt, sie wirklich zu verstehen und manchmal weil man sie überhaupt nicht versteht. Und dann, wenn man sie übersetzt, naja, dann muss man sich irgendwie damit auseinandersetzen…
Gibt es ein Buch, das Sie unbedingt übersetzen wollen?

Ich würde liebend gerne Werner Koflers gesamtes Werk übersetzen. Ich glaube aber auch, dass zwar beim Schreiben und in der Rechtsprechung eine Person immer einer Person entsprechen sollte, aber keineswegs in der Praxis des Übersetzens. 

Auswahl an übersetzten Titeln

  • Ernst Kapp, Foundations for a Philosophy of Technology (Grundlinien einer Philosophie der Technik). University of Minnesota Press, Posthumanities Series
  • Werner Kofler, At the Writing Desk (Am Schreibtisch). Dalkey Archive Press, 2016.
  • Luzius Keller (Hrsg.), Modern and Contemporary Swiss Poetry: An Anthology (in Zusammenarbeit mit Reinhard Mayer). Dalkey Archive Press, 2012.