Dramatische Episoden

Internationale Theater- und Festival-Direktoren und -direktorinnen hören in einer Ausstellung dem Gruppenleiter zu © Goethe-Institut

Dramatische Episoden ist eine Workshop-Reihe, die auf drei Jahre angesetzt ist. Sie fokussiert sich auf die zukünftige Rolle von Theatern in der Zivilgesellschaft. Globale politische Ereignisse in den letzten Jahren haben viele Grundwerte etablierter Theaterhäuser erschüttert. Gesellschaftsstrukturen haben sich in den Ballungszentren stark geändert. Auch der Aufstieg von rechtsnationalen Parteien hat in vielen Ländern u.a. zu Misstrauen und Unverständnis gegenüber etablierten Kulturinstitutionen geführt.

Vor dem Hintergrund dieser aktuellen globalen politischen Lage fragen wir uns:
Wie können Theater und Festivals mit Zielgruppen ins Gespräch kommen, die bislang nicht zu ihren Besucher*innen zählten? Wie kann dieser Sektor, weiterhin für die Freiheit der Künste stehen und diesen Raum schützen? Und wie können kulturelle Institutionen als Akteure der Zivilgesellschaft auftreten?
Wir brauchen mehr Gefühl. Wir müssen einander Mut zusprechen.

Das Projekt: ein innovatives Diskussionsformat

Das Goethe-Institut London hat zusammen mit LIFT zwölf Theater- und Festivaldirektor*innen aus neun Ländern von vier Kontinenten eingeladen, sich der Rolle des Theaters in einer sich rasant verändernden Weltgesellschaft zu widmen und sich mit dringenden Themen wie Migration, gesellschaftlichem Zusammenhalt, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz auseinanderzusetzen. Gemeinsam wollen sie an Praktiken arbeiten, die einen Wandel ermöglichen.
 
Das Projekt ist in vier Treffen aufgeteilt. Jede Zusammenkunft erlaubt es den Kulturexpert*innen, sich auf Gespräche und Erfahrungen einzulassen, die wiederum die Diskussionen über die zukünftigen Herausforderungen und die Rolle des Theaters beleben. Zu jedem Treffen gehört auch ein öffentlicher Teil. Themen, die während des jeweiligen Workshops untersucht und erarbeitet wurden, können so mit einer breiteren Öffentlichkeit geteilt und diskutiert werden.

Wer nimmt daran teil?

  • Danjel Andersson, Dansehallerne, Kopenhagen, Dänemark
  • Antonio Araujo, São Paulo International Theatre Festival, São Paulo, Brasilien
  • Delia Barker, Roundhouse, London, Verinigtes Königreich
  • Francis Christeller, Goethe-Institut London, Vereinigtes Königreich
  • Satu Herrala, Helsinki, Finnland
  • Kee Hong Low, West Kowloon Culture District, Hong Kong
  • Ismail Mahomed, Market Theatre, Johannesburg, Südafrika
  • Kris Nelson, LIFT, London, Vereinigtes Königreich
  • Carena Schlewitt, HELLERAU, Dresden, Deutschland
  • Anne-Cécile Sibué-Birkeland, Black Box Theatre, Oslo, Norwegen
  • Ragnheiður Skúladóttir, Arctic Arts Festival, Harstad, Norwegen
  • Katrin Sohns, Goethe-Institut London, Vereinigtes Königreich
  • Fu Kuen Tang, Taipei Arts Festival, Taipeh, Taiwan
  • Annemie Vanackere, HAU, Berlin, Deutschland
  • Katharina von Ruckteschell-Katte, Goethe-Institut London, Vereinigtes Königreich

Wo stehen wir gerade?

  • Teilnehmer*innen notieren ihre Gedanken auf Papier © Goethe-Institut

  • Notes on: What are you taking out into the world? © Goethe-Institut

  • Gedanken zu Papier gebracht © Goethe-Institut

  • Gedanken zu Papier gebracht 2 © Goethe-Institut

  • Dramatic Episodes, November 2019, Teilnehmer*innen diskutieren 2 © Goethe-Institut

Während des ersten Treffens in London und Cambridge, das im November 2019 stattfand, haben die Teilnehmer*innen über akute Herausforderungen gesprochen, mit denen sie und ihre Institutionen gerade konfrontiert werden. Die Diskussion konzentrierte sich auf Themen wie Migration, sozialer Zusammenhalt, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Die Öffentlichkeit wurde eingeladen, sich im Rahmen eines Long-Table-Events in der Cambridge Junction zu beteiligen. Angesichts des COVID-19-Krise und den damit verbundenen Restriktionen wurde das zweite Treffen, das eigentlich in Dresden stattfinden sollte, vertagt. Das Projekt wird in der Zwischenzeit in Online-Workshops weitergeführt. Die Diskussion, die im November 2019 in Großbritannien begonnen wurde, wird in den kommenden Wochen online fortgesetzt.

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