Ein Podcast des Goethe-Instituts London

Talking Culture

Mit Folgen über Europa, Populismus, Nachhaltigkeit oder Feminismus vertonen wir in unserem Podcast Talking Culture aktuelle und globale Debatten in der Gesellschaft und Kulturwelt. In exklusiven Interviews sprechen wir mit Intellektuellen, Kulturschaffenden und Künstler*innen, die spannende Einblicke in ihre Arbeit und Recherchen geben. Sie können die Folgen auf iTunes, Spotify oder überall dort hören, wo man Podcasts abrufen kann.

Die Folgen sind alle auf Englisch verfügbar.

Abonnieren:





Aktuelle Folgen

Talking Culture #4: „Why young people need to preserve Europe"

Alice Boyd, Simon Strauß Photos: Kanahaya Alam; Martin Walz
Europa setzt sich aus Geschichten unterschiedlicher Generationen zusammen. In dieser Folge sprechen wir mit zwei jungen Europäer*innen: der Komponistin und Theaterschaffenden Alice Boyd (GB) und dem Historiker und Journalisten Simon Strauß (DE). Welche Rolle spielt Europa für euch? Wovor fürchtet ihr euch nach dem Brexit? Eine ihrer Arbeiten ist Grundlage für das Projekt Erzähle mir von Europa, das im Rahmen der Dt. EU Ratspräsidentschaft 2020 stattfindet. 


Alice Boyd ist eine Komponistin, Theaterschaffende und Umweltaktivistin aus London und Bristol. Ihre Arbeiten erzählen Geschichten über die Welt um uns herum, in denen sie Stimmen, alltägliche Geräusche und elektronische Töne integriert. Sie interessiert sich für die Schnittstelle zwischen Klimawandel und Kunst, aber auch für die Wirkung des Theaters und Films bei der Kommunikation bedeutender Themen. Ihre Tongestaltung bei Crisis schaffte es in die engere Auswahl bei #CreateCOP25, einem Wettbewerb der UN COP25 Climate Conference in Madrid.

In Zusammenarbeit mit Schriftsteller*innen und weiteren Klangkünstler*innen, erkundet sie weitere Aspekte unseres Verhältnisses zur Umwelt, etwa dem Thema Lithium Bergbau in Bolivien, Kommunikation zwischen Bäumen und der Bedeutung urbaner Grünflächen für die mentale Gesundheit. Ihr Audiowerk Germination, das in Zusammenarbeit mit der Sachbuchautorin Laura Grace Simpkins entstand, wurde für die Ausstellung Louder Than The Storm’s ‘Climate Intersectionality 2020 ausgewählt. 

Als Co-Artistic Director von Alan und Ron, einem neuen Klima Comedy Duo, schaffte sie es mit ihrem Stück Two Super Super Hot Men zum VAULT Festival 2020. Sie ist auch Mitglied beim Poltergeist Theater, wo sie das Stück Art Heist mitentwickelte und als Darstellerin und Klangkünstlerin mitwirkt. Das Stück wurde auch beim Latitude Festival, Underbelly beim Edinburgh Fringe Festival und New Diorama Theatre gezeigt.

2019 gründete sie Staging Change, eine Organisation, die von Darsteller*innen geführt wird und sich ökologische Nachhaltigkeit am Theater und in der Performance Industrie zum Ziel gemacht hat. Ihr Netzwerk aus Theaterschaffenden, Veranstaltungsorten und Organisationen zählt mittlerweile 250 Mitglieder, unter anderem auch Pleasance, Underbelly und National Theatre Wales.
 

Geboren 1988 in Berlin. Studium der Altertumswissenschaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge. Daneben freie journalistische Tätigkeit bei der Basler Zeitung, Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Hospitanzen und eine Gastdramaturgie am Theater. Mitorganisator des „Jungen Salons“ in Berlin. Von 2012 bis 2016 Promotionsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin, das er mit einer Dissertation unter dem Titel: „Von Mommsen zu Gelzer? Konzeptionen römisch-republikanischer Gesellschaft in ‚Staatsrecht‘ und ‚Nobilität‘“ abschloss.

Seit Oktober 2016 ist er Redakteur im Feuilleton. 2017 veröffentlichte er sein erzählerisches Debüt Sieben Nächte. Seit 2018 gehört er zum Vorstand des Vereins Arbeit an Europa e. V. und ist Initiator des europäischen Zeitzeugenprojekts European Archive of Voices. 2019 erschien sein Buch Römische Tage.
 

Talking Culture #3: „Why women may hold the keys to a sustainable future“

Iwona Blazwick Foto: Christa Holka
Das Veschicken von Kunstwerken, Reisen ins Ausland oder Einwegprodukte bei Ausstellungen machen Nachhaltigkeit zu einer drängenden Frage in der Kunstwelt. Wie setzen sich weibliche Führungskräfte aus dem Sektor für eine nachhaltige Zukunft ein? In der dritten Folge erzählt Iwona Blazwick über Nachhaltigkeit in der Kunst- und Kulturwelt. Die Direktorin der Whitechapel Gallery nimmt auch an dem Women In Culture Netzwerk des Goethe-Instituts teil.
 


Iwona Blazwick ist Kuratorin, Kritikerin und Lektorin und ist seit 2001 Direktorin der Whitechapel Gallery in London. Davor war sie bei der Tate Modern und dem Institute of Contemporary Arts (ICA) in London und als unabhängige Kuratorin in Europa und Japan tätig.

Zu ihren jüngsten kuratorischen Projekten zählen William Kentridge: Thick Time (2016), Thomas Ruff Photographs 1979-2017 (2017), Mark Dion: Theatre of the Natural World (2018) und Michael Rakowitz (2019) an der Whitechapel Gallery sowie Carlos Bunga: The Architecture of Life am MAAT, Lissabon (2019), The Palace at 4am, eine Gruppenausstellung am Archäologischen Museum auf Mykonos (2019) und Sight, eine Einzelausstellung mit Antony Gormley und der Neon Foundation auf Delos (2019).

Iwona Blazwick hat zahlreiche Monografien und Artikel über zeitgenössische Künstler*innen geschrieben und zu Themen und Bewegungen in der modernen und zeitgenössischen Kunst, Ausstellungshistorien und Kunstinstitutionen veröffentlicht. Sie ist Series Editor der Whitechapel Gallery/MIT Documents of Contemporary Art.

Talking Culture #2: „Why theatre matters right now”

Kris Nelson Foto: Sharron Wallace
Covid-19 ist eine der jüngsten Herausforderungen für die Theaterszene weltweit. Der Aufstieg rechtsnationaler Parteien haben in einigen Ländern zu Misstrauen und Unverständnis gegenüber dem Sektor geführt. Warum ist Theater gerade jetzt so wichtig? Darüber sprechen wir mit Kris Nelson in der 2. Folge. Gemeinsam mit dem Artistic Director und CEO von LIFT luden wir zahlreiche Theater- und Festivaldirektor*innen zum ersten Workshop von Dramatic Episodes ein.
 


Kris Nelson is künstlerischer Leiter und CEO von LIFT, dem London International Festival of Theatre. Von 2013 bis 2017 war er Festivalleiter des Dublin Fringe Festivals.

In seiner Heimat Kanada gründete Kris Nelson Antonym, eine Agentur für darstellende Künste, und vertrat Theatre Replacement, Public Recordings und 2boys.tv. Er war Produzent und Encounters Curator für das Magnetic North Festival und initiierte und ko-kuratierte verschiedene Platformen, die sich für Künstertourneen einsetzt wie zum Beispiel PushOFF.

Talking Culture #1: „Why the Germans do it Better”

John Kampfner Brady Lecture Photo © Goethe-Institut/ Pau Ros
Deutschland macht es besser. Das behauptet der Autor und Journalist John Kampfner. Anders als "Brexit-Großbritannien" und Trumps Amerika könne sich Deutschland den Herausforderungen der heutigen Welt besser als andere Länder stellen. In der ersten Folge widmen wir uns dem brisanten Vortrag Kampfners, der am 4. Dezember 2019 bei uns über sein Buch Why the Germans Do It Better. Lessons from a Grown Up Country sprach.


John Kampfner ist preisgekrönter Autor, Rundfunkmacher, Kommentator und eine treibende Kraft in der britischen Kreativbranche. Er war leitender politischer Korrespondent bei der Financial Times, politischer Kommentator für das Programm Today beim BBC und Herausgeber des New Statesman. Regelmäßig liefert er Beiträge für britische und internationale Medien. 2014 gründete Kampfner die Creative Industries Federation, wo er fünf Jahre lang als CEO tätig war. Daneben war er Gründungsvorsitzender der Turner Contemporary, einer der erfolgreichsten Kunstgalerien Großbritanniens.

Zu seinen Büchern zählen der Bestseller Blair’s Wars (2003) und Freedom For Sale (2009), das in die engere Auswahl für den Orwell-Preis kam. Kampfner ist Senior Associate Fellow am Royal United Services Institute (RUSI) und Berater der Frankfurter Buchmesse. Zusammen mit der Komikerin Shazia Mirza präsentiert er die Podcast-Reihe Pale, Male and Stale, die sich mit Politik und Identität befasst.

Sein neuestes Buchprojekt trägt den provokanten Titel Why the Germans Do It Better. Lessons from a Grown Up Country (Erscheinungsdatum Juli 2020). Als 1989 die Berliner Mauer fiel, arbeitete John Kampfner als Ostberlin-Korrespondent für den Telegraph. Dreißig Jahre später findet er ein anderes Land vor, das vor vielen Problemen steht: die sozialen Auswirkungen durch den Zustrom an Geflüchteten, der Aufstieg der AfD, eine sich verlangsamende Wirtschaft, einer alternde Bevölkerung, eine überholte Infrastruktur und eine anhaltende Zurückhaltung in der Auslandspolitik. Doch im Vergleich zu Trumps Amerika und Großbritannien, das vom Brexit-Chaos gebeutelten ist, besitzt Deutschland die politische Reife, die es dem Land ermöglicht, sich den Herausforderungen der heutigen Welt besser als andere zu stellen, so Kampfner.

Top