Über das Meer – warum das Schicksal der Flüchtlinge uns alle angeht

Wolfgang Bauer Foto: Hein Heiss Suhrkamp

Di, 23.08.2016

Goethe-Institut London

50 Princes Gate
Exhibition Road
SW7 2PH London

Der Autor Wolfgang Bauer im Gespräch

Wolfgang Bauer spricht mit Daniel Trilling und seinem Verleger Stefan Tobler über sein Buch Über das Meer, das im April dieses Jahres in englischer Übersetzung beim Verlag And other Stories erschienen ist.
 
Vor unseren Augen spielt sich eine doppelte humanitäre Katastrophe ab: Der syrische Bürgerkrieg fordert nach wie vor zahllose Menschenleben. Millionen Syrer sind auf der Flucht. Einige von ihnen wagen von Ägypten aus die Überfahrt nach Europa. Bei diesem Unterfangen sterben Jahr für Jahr Hunderte Menschen, das Mittelmeer ist damit die gefährlichste Seegrenze der Welt. 

Der ZEIT-Reporter Wolfgang Bauer hat syrische Flüchtlinge begleitet. In ihren Verstecken in Ägypten, im Boot, auf den Straßen Europas. Er schildert die Schicksale, die sich hinter den abstrakten Zahlen verbergen, und die dramatischen Umstände der Flucht. Ein authentisches Dokument und zugleich ein leidenschaftlicher Appell für eine humanitärere Flüchtlingspolitik.
 
„Ich bin Journalist, nicht Aktivist“, sagt Wolfgang Bauer. „Ich bin ein Geschichtenerzähler und ich versuche, so genau und - wenn man so will - auch so wahrhaftig zu erzählen, dass sich der Leser in meine Protagonisten einfühlen kann, dass er wirklich glaubt, in ihrem Körper, in ihren Köpfen zu stecken. Es ist wichtig, diese Einzelschicksale zu zeigen, begreiflich zu machen, warum Menschen fliehen und was sie hier erhoffen. Das kann im Journalismus nur die Form der Reportage. Und dafür muss man als Reporter vor Ort sein. Ich gehe bei meiner Themensuche selten von Thesen aus, sondern von den Geschichten Einzelner.“ 
 

Dieser Vortrag ist Teil der globalen Debattenreihe „Kritikmaschine“. Veranstalter sind das Goethe-Institut und das Kursbuch, eine der wichtigsten intellektuellen Zeitschriften Deutschlands. Unter anderen spricht die Journalistin Meredith Haaf über den neuen Feminismus, der Architekt Friedrich von Borries über politisches Design, der Autor Wolfgang Bauer über Flüchtlinge, die Historikerin Sabine Donauer über Arbeit in der digitalen Gesellschaft und der Soziologe und Kursbuch-Herausgeber Armin Nassehi über Gesellschaftskritik. Intellektuelle aus dem jeweiligen Gastland antworten auf den Vortrag. Die Veranstaltungsreihe will fremde Perspektiven miteinander konfrontieren, sie will nach neuen Antworten suchen – und nach neuen Fragen.

Eventbrite - Across the sea - why the fate of refugees concerns us all

 

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