Die Mauer

Die Mauer © DEFA-Stiftung Thomas Plenert

Do, 21.11.2019

Goethe-Institut London

50 Princes Gate
Exhibition Road
SW7 2PH London

Böttchers persönliche Reaktion auf den Mauerfall. Eindrücke, Stimmen und Geräusche – eingefangen an verschiedenen Orten in Berlin entlang der bröckelnden Grenze zwischen Ost und West – geben Raum für eine Reflexion über unseren Umgang mit Geschichte.

Mit einer Einführung von Diana Mavroleon

 
Der letzte Film in unserer Jürgen-Böttcher-Reihe ist auch der letzte Film, den der Regisseur in der DDR und im Kontext der DEFA gedreht hat. Er markiert die Auflösung des Landes, dessen offizielle Ideologie und Vorschriften jahrzehntelang Böttchers Leben und Kunst eingeschränkt hatten und dessen Unterdrückung er immer weniger hatte ertragen können. Der Film scheint jedoch eher eine Reflexion als eine Abrechnung zu sein, bietet er doch ein ambivalentes Bild der Vorgänge entlang des zerbröckelnden „antifaschistischen Schutzwalls“. Böttcher und sein Team drehten 1989 und 1990 an historisch bedeutenden Orten in Berlin wie dem Potsdamer Platz, dem Brandenburger Tor, dem Reichstag und in still-gelegen U-Bahnstationen. Seinem typischen Ansatz folgend beobachtet Böttcher das Geschehen an der Mauer, stellt den Leuten, die er trifft, spontan Fragen, wie z.B ein paar enthusiastischen ausländischen Studenten oder Kindern, die versuchen, Stücke der Mauer zu verkaufen.“. Diesen Aufnahmen fügt er eine weitere Ebene hinzu, indem er historische Filmaufnahmen mit Szenen aus der deutschen Geschichte auf noch stehende Mauerteile projiziert. In den flackernden Bildern erkennen wir, wie Kaiser Wilhelm durch das Brandenburger Tor reitet, Nazis mit ihren Fackeln marschieren, die Mauer gebaut wird, ein Polizist in den Westen flüchtet. Böttcher enthält sich allen gesprochenen Kommentars, lässt uns Stimmen und Geräusche hören, vor allem die von Maschinen und von kleinen Hämmern, die langsam, aber stetig versuchen, die Vergangenheit wegzuhacken.
 
Die Mauer, DDR 1990, Farbe & s/w, 35mm, 99 Min. Mit englischen Untertiteln.
Regie: Jürgen Böttcher.


Diana Mavroleon arbeitet mit Experimental- und Dokumentarfilm. Sie macht Programme für Resonance Radio, ist Gründungsmitglied des European Media Arts Network und ist Korrespondentin für S.E. Asia. Zurzeit recherchiert sie für einen Dokumentarfilm über ‘den Einfluss der Globalisierung auf die traditionellen Musiker in der Thar Wüste im Western Rajasthan’. Daneben ist sie auch als qualifizierte biodynamische Gärtnerin und Landschafts-/Gartendesignerin tätig.
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