Translation Theory Lab

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Falsche Freunde/False Friends: Uljana Wolf

Das Translation Theory Lab richtet sich an Literaturübersetzer*innen jeglicher Sprachkombination fern und nah mit einem Interesse an theoretischen und ethischen Fragen rund ums Übersetzen. Das Übersetzungslabor findet jeweils von 18:30 bis 20 Uhr online über Zoom statt, organisiert durch das Goethe-Institut in Glasgow. Die Teilnahme ist kostenlos.

Dieses Semester drehen wir beim Translation Theory Lab alles auf Anfang und werden uns mit der grundlegenden Frage beschäftigen, die Übersetzer*innen, Übersetzeungswissenschaftler*innen und –philosoph*innen bewegt: Was ist Übersetzung?

“am anfang war, oder zu beginn, welche art laut, oder leise, listen, when they begin the beguine, und wann ist das?“

So beginnt der Eintrag zu „A“ in Uljana Wolfs Falsche Freunde. Neben der Frage nach den Anfängen der Übersetzung, regt dieser Anfang zum Nachdenken über Grenzziehungen an: zwischen Original und Übersetzung, zwischen Autor*in und Übersetzer*in, zwischen einer Sprache und einer anderen. Können diese „falschen Freunde“ jemals mehr als Freunde werden, oder schlägt die Freundschaft vielleicht sogar in Feindschaft um?

In diesem Semester laden wir euch ein, philosophisch zu werden und über die Poetik der Übersetzung zu reflektieren, und zwar anhand von Texten der Dichterin, Übersetzerin und Essayistin Uljana Wolf, die bei unserem zweiten Treffen zu Gast sein wird.

Wir werden gemeinsam Wolfs Prosa-Gedichtband Falsche Freunde in Susan Bernofskys englischer Übersetzung False Friends (Ugly Duckling Press, 2011) lesen (derzeit vergriffen; der Gesamttext ist aber online auf Englisch und Deutsch einsehbar), ein alphabetisches „DICHTionary” (von “Dichtung” und dem englischen Wort für Wörterbuch) an Prosa-Gedichten über falsche Freunde auf englisch und deutsch. Laut Verlagswebsite Ugly Duckling Press: “Jedes dieser Wörter kann jederzeit auf deutsch oder englisch oder auf beiderlei Weise gelesen werden. Manchmal kommen diese „Freunde“ aber gar nicht im jeweiligen Gedicht vor, sondern lauern vielmehr hinter ihnen, mit vollen Etymologiekoffern und falsch interpretierten sprachlichen Landkarten. Beim Aufeinandertreffen dieser Wörter wird Missverständnis und Missübersetzung zum Programm, wodurch neue Lyrik entsteht, ein Ort des ständigen Austausches und ein spielerisches Plädoyer für die ärgerlichen Reize, die Übersetzungen schaffen in einer Welt, die zunehmend von globalisierter Sprache und Kultur bestimmt wird.“

Neben der zentralen Lektüre werden wir zusätzlich eine Auswahl an (Prosa-) Gedichten von Uljana Wolf lesen sowie Essays zur Übersetzungspraxis von Deutsch-Übersetzerin Susan Bernfosky, und zum Sichzurechtfinden in einer neuen Sprache der deutsch-japanischen Autorin Yoko Tawada (sämtliches Lesematerial auf englisch).

Auszüge aus dem Text werden im Voraus per Verteilerliste an die Teilnehmer*innen geschickt. Die Teilnehmer*innen werden gebeten, sich auf das Translation Theory Lab vorzubereiten, indem sie die Textauszüge vorab lesen und sich Fragen überlegen.

Über die anstehenden Events können Sie auf Eventbrite (Zielseite ist auf Englisch) zugreifen und sich kostenlos zu den Events anmelden oder unserer Facebook-Gruppe beitreten. Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Termine im Herbst werden zeitnah bekannt gegeben.

Vielleicht interessiert Sie auch unser Übersetzerstammtisch bei dem wir uns auf praktische Übersetzungsfragen konzentrieren und aktuelle Übersetzungsprojekte der teilnehmenden Literaturübersetzer*innen diskutieren.