Mehmet Akif Büyükatalay: Oray

Film Still: Frau und Mann schauen einander an © Oray

Mi, 23.06.2021 -
Sa, 26.06.2021

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Goethe-Kino

Wir sagen bisweilen Dinge aus Wut, die wir lieber nicht gesagt hätten. Für Oray hat ein solcher Wutausbruch dramatische Folgen. In einer Telefonnachricht an seine Frau Burcu wiederholt er nach einem Streit das Wort „Talaq“ dreimal, was nach islamischem Glauben die Scheidung bedeutet. Oray aber liebt seine Frau und hat nicht die Absicht, sich von ihr zu trennen. Als praktizierender Muslim, der versucht, ein gutes Leben zu führen, gehorcht er jedoch dem Urteil des Imams: Oray und Burcu müssen sich auf jeden Fall erst einmal drei Monate lang trennen. Oray verlässt Hagen in Richtung Köln, wo er bald ein engagiertes und beliebtes Mitglied der muslimischen Gemeinde wird.

In seinem preisgekrönten Debüt erzählt Regisseur Mehmet Akif Büyükatalay die Geschichte von Orays Konflikt zwischen seinem Glauben und seinem irdischem Alltag mit nahezu dokumentarischen Blick. Er folgt Oray in sein neues Leben, beschreibt genau, wie er sich in einen Kreis muslimischer Männern rund um eine Moschee in Köln einfindet und Teil eines Netzwerks gegenseitiger Fürsorge und Freundschaft wird, aber auch Konflikte verursacht. Gelegentlich erinnert Büyükatalay uns an gängige Bilder dschihadistischen Muslims, nur um diese zu untergraben und unaufgeregt und aufmerksam bei Oray zu bleiben, den Newcomer Zejhun Demirov mit Wärme und Intensität spielt.

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Deutschland 2019, Farbe, 100 Minuten. Deutsch, Türkisch, Romani mit englischen Untertiteln.
Buch und Regie: Mehmet Akif Büyükatalay. Mit Zejhun Demirov, Deniz Orta, Cem Goktas, Mikael Bajrami, Ferhat Keskin, Faris Yuzbasioglu, Kais Setti, Firat Baris Ar, Sahin Eryilmaz, Ramon Machtolf.

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