The Films of Jean-Marie Straub and Danièle Huillet

Jean-Marie Straub & Daniéle Huillet im Jardin Chaillot © BELVA Film

Vollständige Retrospektive

Das Goethe-Institut London und seine Partner freuen sich, unter dem Titel 'The Films of Jean-Marie Straub and Danièle Huillet' die erste vollständige Retrospektive der Filme von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub, die eines der einflussreichsten und umstrittensten Werke der modernen Filmgeschichte geschaffen haben, in Großbritannien zu präsentieren.

Das Programm, das von März bis Juni 2019 an mehreren Veranstaltungsorten in London stattfindet, umfasst alle Kurz- und Langfilme Straub und Huillets, die zwischen 1962 und dem Tod Danièle Huillets im Jahr 2006 und seitdem unter alleiniger Regie Jean-Marie Straubs entstanden. Ergänzende Veranstaltungen und Workshops bieten Gelegenheit, sich eingehend mit der einzigartigen Ästhetik und dem politischen Engagement Huillets und Straubs zu befassen. Das Publikum wird die exquisite Verarbeitung und reine Schönheit ihres Werks erleben können, denn alle Filme werden in digital wiederhergestelltem Format, oder soweit wie möglich, in ihrem Originalformat auf neuen 35mm-Kopien gezeigt.

Filmvorführungen und Veranstaltungen finden im Institute of Contemporary Arts (ICA), dem British Film Institute (BFI Southbank), im King’s College London, dem Goethe-Institut London, dem Ciné Lumière, dem Close-Up Film Centre und in der Whitechapel Gallery statt. Aktuelle Informationen können Sie dieser Website und den Websites der anderen Veranstaltungsorte entnehmen. Eine Auflistung aller Veranstaltung finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Danièle Huillet
und Jean-Marie Straub lernten sich 1954 kennen, und produzierten in den zweiundfünfzig Jahren ihres gemeinsamen Lebens und Werks achtundzwanzig Spielfilme. Ihr Werk gehört zu den schönsten, einzigartigsten und kompromisslosesten Kreationen der modernen Filmgeschichte. Von Anfang an boten sie mit ihren Filmen der Politik im Europa der Nachkriegszeit, und insbesondere Deutschlands, die Stirn, wobei sie die verschiedenen geschichtlichen Ebenen und die immer wiederkehrende Gewalt von der Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein offenbarten – eine Thematik, die für sie im gesamten Verlauf ihres umfangreichen Werks immer wieder im Mittelpunkt stand. Ihre Filme sind so vielfältig wie die Texte und Dokumente, die oftmals als Grundlage für ihre Filme dienten, wie Musik von Bach und Schönberg sowie Texte von Brecht, Hölderlin, Duras, Kafka, Pavese oder Vittorini. Sie haben vergessene oder übersehene klassische Texte neu interpretiert und sie so mit einer erneuerten polemischen Aussagekraft bereichert. Die Filme bringen Geschichten des Klassenkampfs und Widerstands zutage. Sie untersuchen Machtverhältnisse und üben Kritik am Kapitalismus im Verlauf der Geschichte und über Sprach- und Territorialgrenzen hinweg. Ein jeder ihrer Filme, die sich durch ihre unbeschreibliche formale Rigorosität und ästhetische Strenge sowie ihren politischen Enthusiasmus auszeichnen, fordert in jedem Moment die volle Aufmerksamkeit des Betrachters oder der Betrachterin; damit wird Filmals etwas immer noch Erstaunliches und Notwendiges neuerfunden. Die Filme von Straub und Huillet sind Ausdruck ihrer Kreativität und Generosität sowie ihrer Solidarität für die Menschen, mit denen sie gearbeitet haben, und ihrer Achtung vor Sprache und Natur. Der Kritiker Louis Séguin schrieb einmal, dass  Straub und Huillet  '...zu einem hierarchie- und grenzfreien Clan von Rebellen, Staatenlosen und sozialen Außenseitern gehören und dass die Herausforderung ihrer Kinofilme dieser permanenten Irreduzibilität ebenbürtig sei'.

Trotz der Bedeutung und des Einflusses ihres Werks ist dies die erste Retrospektive ihrer Filme in Großbritannien seit den frühen 90er Jahren. Mit ihr möchten wir die Gelegenheit bieten, das Werk von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet zu entdecken oder aufs Neue zu erforschen und die Literatur, Musik oder Kunst, auf denen ihre Filme basieren, kennenzulernen.

Die Retrospektive wird vom Londoner Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit BELVA Film und in Partnerschaft mit dem BFI Southbank, dem ICA, dem Institut Français, dem Close-Up Film Centre, dem King’s College London, dem German Screen Studies Network, dem Birkbeck Institute for the Moving Images (BIMI) und der Whitechapel Gallery veranstaltet. Mit freundlicher Unterstützung durch die Schweizer Botschaft im Vereinigten Königreich, dem Istituto Italiano di Cultura di Londra, dem Instituto Camões, BIRMAC (Birkbeck Interdisciplinary Research in Media and Culture) und dem Department of German, King’s College London.

Wir danken der Miguel Abreu Gallery in New York für ihre Kooperation bei der Bereitstellung der 35mm-Kopien für die Retrospektive.

Die Veranstaltungen laufen bis Juni. Bitte prüfen Sie unseren Kalender für aktuelle Vorführungen und Ereignisse.

 



Partner Logo Die Retrospektive dauert bis zum 1. Juni 2019. Bitte entnehmen Sie aktuelle Informationen unserem Kalender.