Gletschermusik II

Glechtermusik II Foto: Goethe-Institut

Ein Musikprojekt

Gletscher verabschieden sich mit lautem Getöse, Krachen, Gurgeln und Rauschen. Das Gletschermusik-Projekt des Goethe-Instituts Tbilissi und Goethe-Zentrums Eriwan nutzt die Geräusche und gewaltigen Bilder schmelzender Gletscher als Inspirationsquelle für Konzerte, Video- und Soundinstallationen. Das Projekt möchte den aktiven Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst fördern sowie Bewusstsein schaffen über menschengemachte Umweltzerstörung.

Das Projekt nahm 2013 in Zentralasien mit einer Expedition ins Tian Shan Gebirge seinen Anfang: Auf 3500 Metern Höhe wurden hochsensible Mikrofone in den Gletscherspalten des Tujusku (nahe Almaty) postiert, um den Klang des Schmelzens einzufangen. Künstlerinnen und Künstler sowie Journalistinnen und Journalisten aus Europa und Zentralasien begleiteten die Expedition. (www.goethe.de/gletschermusik).

Nun geht die Reise weiter nach Armenien und Georgien und wir hoffen, Musik- wie  Umweltaktivisten mit den Gletscherkonzerten und den dazugehörigen CDs zu erreichen.

Die Künstlerinnen und Künstler Robert Lippok (Berlin), Lillevan (Berlin), Anuschka Tschcheidse (Tbilissi) Eto Gelaschwili (Tbilissi) und Hayk Karoyi Karapetyan (Eriwan) haben im Studio und in den Bergen gearbeitet und Stücke komponiert.  Die Aufnahmen bilden das Fundament der Gletschermusik-Performances - sie sind Silben und Phrasen des Dialogs, die in dieser neuen Kunstform geschaffen  werden. In  Komposition mit eigens für das Projekt konzipierten Fotografien von Artschil Badriaschwili und Lillevan überliefert die Magie der Musik das Schmelzen der Gletscher – eine faszinierendes musikalisches Zusammenspiel von uralter kaukasischer Tradition und neuen künstlerischen Ideen.

Die Plattform Gletschermusik generiert den Austausch zwischen Künstlern, Wissenschaftlern, Nationen und Traditionen. Es entsteht eine neue Musik, grösser als die Summe ihre Einzelelemente. Im Zentrum stehen multimediale Konzerte: die Videoprojektionen geben Inspiration und Kontext der dramatischen Situation der Gletscherschmelze in den Bergen des Kaukasus.

Stattgefundene Konzerte 2019 in Georgien und Armenien:

28.09.2019 Zeta Camping (Juta Kazbegi)
30.09.2019 Kleine Bühne/Lado Meskhisvili State Drama Theatre (Kutaissi)
2.10.2019 “Noble Savage” Club, Republic Square, Underground
4. 10.2019, Jerewan im Komponistenhaus


GLETSCHERMUSIK DIGITAL 

Die Corona-Pandemie hat eine Kehrseite, die der Umwelt für einen Moment zu Gute gekommen ist. Die Natur  erlebte ein kurzes Timeout von der immer turbulenter und unberechenbar werdenden Menschheit. Und sehr rasch konnte man die Ergebnisse sehen, den blauen Himmel über uns, die frische Luft und das saubere Wasser mit den Delphine in Venedig und Pinguinen in den arktischen Gefilden, die den Menschen so nahe kommen sind. Sicher kann das Schmelzen der Gletscher nicht  dadurch aufgehalten oder rückgängig gemacht werden aber die notgedrungene Auszeit gibt uns die Möglichkeit, sich aufs Neue über das tägliche Tun und Handeln zu besinnen und darüber zu sinnieren, was vielleicht anders gemacht werden kann.

2019 reiste das Projekt „Gletscher Musik“ aus dem Hochgebirge des Tian Schan in den Kaukasus. Die deutschen Künstler Robert Lippok und Lillevan brachten die Melodie und Bilder des schmelzenden Eises mit den Bergen in Georgien und Armenien in Einklang. Die Kombination der elektronischen Musik (Anushka Chkeidze und Robert Lippok) mit dem armenischen Duduk (Hayk Karoyi Karapetyan), dem georgischen Gesang (Eto Gelashvili) und der ganz besonderen visuellen Performance (Lillevan) war immer wieder ein einmaliges Erlebnis an vier unterschiedlich interessanten Orten in Juta/Kasbegi, Kutaissi, Tbilissi und Jerewan.

Weitere Konzerte in Batumi und Baku (dort wo die Wasser der schmelzenden Gletscher ins Meer fließen) sind geplant. Bis dahin wird das Projekt „Gletscher Musik II“ einem breiterem Publikum mittels unterschiedlicher digitaler Medien vorgestellt. Wir hoffen, dass damit nochmals die wichtigste Message der Künstler und ihres Werkes zum Ausdruck kommt, die wir in der Zeit der Corona erfahren haben: dass wir im Stande sind, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken, wenn jeder von uns sein Verhalten und Lebensstil überdenkt und selbst umweltbewusster als bisher handelt. Dabei wünschen wir unserem digitalen Publikum  viel Vergnügen und Spaß beim Zuhören und  Betrachten dieser so außerordentlichen Aufführung der deutschen, georgischen und armenischen Künstlerinnen und Künstler