Ausstellung SHIPWRECK

SHIPWRECK Goethe-Institut Georgien und Propaganda Network

20.03.2019, 19:00

STAMBA D BLOCK

Hotel STAMBA, M. Kostava Str. 14

In den vergangenen Jahren waren Millionen Menschen gezwungen, zu fliehen. Es gibt viele Gründe, aus denen Menschen ihre Heimat verlassen: wirtschaftliche Schwierigkeiten, Klimawandel, Verfolgung, Kriege und Konflikte. Das Resultat: durch Bomben zerstörte Häuser; Menschen, die es nicht bis an das rettende Ufer schaffen. Statistisch gesehen wird alle zwei Sekunden ein Mensch vertrieben – in der Zeit, die das Lesen dieses Satzes Satzes beansprucht hat, haben bereits vier Menschen alles verloren und den Weg in eine unbekannte Zukunft angetreten.

Die Ausstellung „Gericault‘s shipwreck revisited“, kuratiert von Alfons Hug und Asli Samadova, wurde 2018 im Goethe Zentrum Baku ausgestellt. Sie nähert sich dem Phänomen der Flucht und Migration mit künstlerischen Mitteln. Es geht um einen poetischen Ansatz, bei dem die Flüchtlinge ihre individuelle Stimme und Geschichte in die Waagschale werfen können, womit sie aus der anonymen Masse, in der sie gewöhnlich erscheinen, herausgelöst werden. Jede Person erhält so ihr unverkennbares “Gesicht” wieder.
Wenn die Massenmedien das Thema grell ausschlachten, dann produzieren die Künstler Gegenbilder und schlagen dabei leisere Töne an, die den Betroffenen ihre Würde belässt. Adad Hannah und Marcel Odenbach zitieren in ihren Videos das Gemälde “Das Floß der Medusa” (1818) von Théodore Géricault, das sich im Paris Louvre befindet. Omar Victor Diop rekonstruiert in seiner Serie von Selbstporträts schließlich schwarze Freiheitsbewegungen in Afrika und Nordamerika.
 
Das Goethe-Institut Georgien und die Kunstorganisation "Propaganda" präsentieren eine Fortführung dieser Ausstellung im georgischen Kontext. Georgien, mit einem eigenen Narrativ der Migration befasst, hat einiges zu erzählen - als Zufluchtsort interner sowie aus Nachbarländern vertriebener Menschen sowie als Land, das über ein Viertel seiner Einwohner an Emigration verloren hat.
 
"Shipwreck" ist der Versuch, diese georgischen Geschichten aus neuen Perspektiven zu erzählen. Viele davon werden von Künstlern auf Basis eigener Erfahrungen erzählt; einige handeln von der Suche nach einem Zufluchtsort – ob hier oder woanders. Andere wiederum versuchen sich lediglich daran, „die größte menschliche Krise unserer Zeit“ (Ai Weiwei) zu beleuchten.

Mitwirkenden:  Shotiko Aptsiauri, Tamar Berianidze, Omar Victor Diop, Anna Dziapshipa, Elene Gabrichidze, Natela Grigalashvili, Tamar Nadiradze, Adad Hannah, Sitara Ibrahimova, Nino Kvrivishvili, Tamar Nadiradze, Mariam Natroshvili and Detu Djintcharadze, Marcel Odenbach, Manuchar Okrostsvaridze, Zura Tsopurashvili.

„Gericault’s shipwreck revisited“, Baku (2018)
Alfons Hug (Leiter des Goethe Zentrums in Baku) and Asli Samadova (Azerbaijan)

“Shipwreck,” Tbilisi (2019)
Goethe-Institut Georgien und art organization “Propaganda”

Besonderer Dank an: Stamba Hotel
 

 

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