Ausstellung Rosemarie Trockel

Rosemarie Trockel ifa

17.10. - 30.11.2020, 12 - 19 Uhr

Window Project

E. Tatishvilistr. 9

Zeichnungen, Objekte und Videoarbeiten

Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa) präsentiert durch das Goethe-Institut Georgien und Window Project.

Die Ausstellung zu Rosemarie Trockel steht im Programm des ifa in einer Reihe mit den monografischen Ausstellungen zu Sigmar Polke, Georg Baselitz und Gerhard Richter.

Das Werk der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlerin lässt sich weder auf eine Gattung beschränken noch auf eine Stilrichtung festlegen. Ihre Arbeit mit den Medien Zeichnung, Malerei, Installation, Skulptur, Fotografie und Video schließt Lücken zwischen dem Persönlichen, dem Ortsbezogenen und dem Globalen und beinhaltet ein weitverzweigtes Diskursnetz, das Aspekte der deutschen sozialen und politischen Geschichte ebenso umfasst wie Prämissen der westlichen philosophischen, theologischen und wissenschaftlichen Diskurse oder kulturelle Kodierungen, Rollenmodelle und die Normierungen des Kunstsystems.

Eines ihrer zentralen Themenfelder ist die kritische Auseinandersetzung mit weiblichen Lebenszusammenhängen und Fragen der Geschlechterdifferenz, wobei die künstlerischen Positionen der älteren Kollegen auf hintergründige Weise den programmatischen Ausgangspunkt für Rosemarie Trockels eigene Auffassung bilden. Die selbst noch in den 80er Jahren weitgehend männlich geprägte Kunstszene reizt die Künstlerin zum Widerspruch. Beharrlich formuliert sie an Gegenpositionen, in denen sie dem männlichen Künstlergenie weibliche Rollen und Themen entgegenhält. Die einzelnen Werkgruppen reflektieren ihren Standpunkt eines dezidiert weiblichen Künstlertums.

Trotz ihrer kritischen Haltung treten Rosemarie Trockels Werke dem Betrachter als phantasievoll beschwingte Gedankenkonstrukte und als anschaulich überzeugende künstlerische Entwürfe entgegen. So gelingt es der Künstlerin, auch schwere Gedankenfracht ironisch und humorvoll zu visualisieren und dogmatische Gegensätze, gar Polemik zu vermeiden. An den ab 1991 verwendeten, in der Art minimalistischer Skulpturen an der Wand hängenden Herdplatten sowie den nachgerade zu Rosemarie Trockels Markenzeichen aufgestiegenen Strickbildern lässt sich diese Strategie wohl am deutlichsten ablesen. Die Künstlerin entkleidet die dem weiblichen Arbeitsalltag entlehnten Requisiten ihrer angestammten Funktion. Auf diese Weise treten die Herdplatten ebenso wie die Strickbilder aus ihrem banal-häuslichen bzw. kunstgewerblichen Bezug.

In ihren Werken gehen traditionelle und neue Bildmedien immer wieder den Betrachter erstaunende Verbindungen ein. Dies wird vor allem deutlich an den Tusch-, Kohle-, Bleistift-, Collage- oder Computerzeichnungen, denen eine bedeutende Stellung im Werk zukommt: Zeichnungen begleiten jede neue Werkphase als Erprobungsfeld und Merkskizzen für Überlegungen und Konzeptionen, bilden aber auch eine eigenständige Werkgruppe, wie es besonders an den aktuellen Großformaten sichtbar wird. Neben den Videos legt deshalb unsere Ausstellung besonderes Gewicht auf dieses Medium.



 

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