Ausstellung Schwingendes Echo: Architektur der Seidenproduktion

Schwingendes Echo: Architektur der Seidenproduktion Silk Museum Tbilissi

19.11.2021 - 19.01.2022

Goethe-Institut Georgien

Das Goethe-Institut Georgien präsentiert am 19. November die Ausstellung "Schwingendes Echo: Architektur der Seidenproduktion".

Durch verschiedenartige Recherchen sowie künstlerische und kuratorische Einblicke eröffnet "Schwingendes Echo: Architektur der Seidenproduktion" mannigfaltige Zugangspunkte zu den Archiven des Staatlichen Seidenmuseums. Ausgangspunkt der Ausstellung sind Recherchematerialien, aus denen deutlich wird, wie gesellschaftliche Veränderungen und Stadtentwicklung den Platz des Museums in der urbanen Ikonographie neu definieren.

Angesichts der Tatsache, dass Georgien keine Seidenindustrie mehr hat, kommt der Erfassung und Erforschung der serikulturellen Vergangenheit des Landes eine noch größere Bedeutung zu. Dank der Bemühungen und Unterstützung des Goethe-Instituts konnte das Museum seine bedeutende Sammlung von Glasnegativen digitalisieren. Nie zuvor gesehene Fotografien werden in der Ausstellung vorgestellt und bieten eine wertvolle Ressource zur Erkundung kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Bezüge der Seidenproduktion im Südkaukasus.

"Schwingendes Echo: Architektur der Seidenproduktion" ist so konzipiert, dass verschiedene Teile der Ausstellung vor Ort neu arrangiert und neu bewertet werden können. Somit bietet sich die Gelegenheit zu ergründen, wie physische Auseinandersetzung mit den Archiven das Material hinterfragen, unterwandern oder für neue Formen der Erschließung öffnen kann.
Das Museum hat dank der gemeinsamen Bemühungen zeitgenössischer Textilkünstler überlebt – eine von ihnen, Nino Kuprava, ist seine derzeitige Direktorin. Dadurch erhält das Museum ein einzigartiges experimentelles Umfeld für künstlerische Recherche und kritische Auseinandersetzung.

Der deutsche Künstler Olaf Nicolai ist einer Einladung zur Arbeit in den Archiven des Museums gefolgt und gemeinsam hielten wir es für wichtig, die Aufmerksamkeit auf Praktiken zu lenken, die neue Möglichkeiten für die Forschung fördern und unterschiedliche Arten der Archivlesung provozieren. Nicolais Vorschlag war, eine Plattform SERI(a) für die verschiedenen verlegerischen Aktivitäten der Institution zu entwickeln. Die sporadisch erscheinende Reihe soll auch als Archiv für einige der unterschiedlichsten verfügbaren Dokumente zum Thema Serikultur dienen.

Die italienische Fotografin Giovanna Silva wurde eingeladen, zur ersten Publikation der Reihe beizutragen und zu dokumentieren, was vom Vorgänger des Museums – der Kaukasischen Serikulturstation – übergeblieben ist. Zum Zeitpunkt ihres Besuchs im Jahr 2019 waren die Sammlungen, die Bibliothek und die Vitrinen des Museums sowie die komplexen Strukturen des Museumsbaus im Originalzustand erhalten. Diese waren Teil einer der ersten musealen Einrichtungen, die in dieser Region gegründet wurden. Der Fotografin gelang es, die Atmosphäre und die alltägliche öffentliche Funktion des Museumsgebäudes einzufangen, auffällige Details der dekorativen und architektonischen Motive des Innenraums, die von Seidenraupen, Faltern und Maulbeerblättern inspiriert wurden. Ihre Dokumentation, die vor Beginn der dreijährigen Renovierung des Gebäudes erstellt wurde, ist zu einem unschätzbaren Archiv und Referenzpunkt geworden, insbesondere jetzt, da einige Räume und Sammlungen des Museums für die Öffentlichkeit teilweise unzugänglich bleiben.

"Schwingendes Echo: Architektur der Seidenproduktion" ist kuratiert von Nina Akhvlediani mit Beiträgen von Olaf Nicolai und Giovanna Silva.

Ausstellungsdesign: Helmut Volter

Die Ausstellung wird organisiert vom Goethe-Institut Georgien in Kooperation mit dem Seidenmuseum und mit Unterstützung des Goethe-Zentrum Baku.

Archive mit freundlicher Genehmigung des Staatlichen Seidenmuseums, des Stadthistorischen Museums Tbilissi, der Fotografie-Phono-Video-Sammlung des Georgischen Nationalmuseums.


Ausstellungseröffnung: 19.11.2021, 17 - 20 Uhr
* Aufgrund der Bestimmungen von Covid19 dürfen sich nicht mehr als 20 Personen gleichzeitig im Raum aufhalten

Ausstellungsdauer: 19.11.2021 - 19.01.2022
 

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