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Tillmans facettenreiche Fotografien im Wissenschaftsmuseum Accra

Fragile Exhibition
© Goethe-Institut Ghana

Die Werke des international anerkannten deutschen Fotografen reisen in die ghanaische Hauptstadt
 

von John Owoo

Die Austellung des renommierten deutschen Fotografen, welche die Einfachheit und gleichzeitige Komplexität seines unverkennbaren Stils zeigen, feierte am Sonntag den 14. November ihre Finissage im Musuem für Wissenschaft und Technologie.

Die Ausstellung trägt den Titel "Fragile" (zerbrechlich) und ist auf Plakatwänden in der ganzen Stadt zu sehen. Sie zogen die Aufmerksamkeit von Autofahrer*innen und Fußgänger*innen auf sich, die sich täglich an diesen belebten Kreuzungen bewegen.

Tillmans Arbeiten, die für seine ständige Neudefinition der Fotografie bekannt sind, umfassen unter anderem tagebuchartige Fotografien, großformatige Abstraktionen, Landschaften, Stillleben, Videoprojektionen, Porträts und Buchinstallationen, und vermitteln auf subtile Weise den Scharfsinn einer ganzheitlich verwobenen Dokumentation des Fragilen.

In der Tat ist die Ausstellungshalle, die mit Unterstützung des Instituts für Auslandsbeziehungen (Deutschland) und des Goethe-Instituts in Accra vollständig umgestaltet wurde, mit Dutzenden von Fotos unterschiedlicher Größe übersät, die einzeln für sich stehend, aber auch in ihrer Gesamtheit einen umfassenden Überblick über sein Werk darbieten.

Der Betrachter wird unweigerlich feststellen, wie anthropologische und nicht-anthropologische Elemente zusammenzuleben scheinen, wenn Tillman die Fotografien in diesem großen Raum erkundet und dabei seinen subtilen Kommentar zu Extremismus, Populismus, Ideologie, Negativismus, Sexualität, Parochialismus und Isolationismus beobachtet.

 

  • Fragile Exhibition © Goethe-Institut Ghana
  • Fragile Exhibition © Goethe-Institut Ghana


Seine Porträts offenbaren mehr, als das bloße Auge auf Anhieb wahrnimmt -  sie drängen sich dem Betrachter*in nahezu auf, sie mit dem persönlichen Leben in Verbindung zu bringen. Tillman schafft das, indemer nicht unbedingt kunsthistorischen Mustern folgt. Damit schafft er sicht die Möglichkeit, die Menschen auf eine intime Weiße zu sehen, und auch über seine Fotografien zu zeigen.

Der Reichtum, die Prägnanz und die Vielfalt seiner Bilder ermöglichen es auch Menschen außerhalb des typischen Kunstpublikums seine Werke zu schätzen und sich mit ihren Widersprüchen, Spannungen und Gegensätzen zu identifizieren.

Eine genaue Analyse seiner Werke zeigt auch, dass die Größe seiner Bilder (welche von sehr klein bis sehr groß stark variieren) nicht ihren Wert oder ihre Bedeutung angeben. Vielmehr bestimmt dies die Art und Weise, wie der oder die Betrachter*in sich auf Tillmans Faszinationen für die Facetten dieser Welt einlässt und interagiert.

Der in Deutschland geborene Tillman verbrachte nach seinem Abschluss am Bournemouth and Poole College of Art and Design den frühen Teil seiner Karriere in London (UK). 2000 wurde er mit dem renommierten Turner-Preis ausgezeichnet, der zum ersten Mal an einen Fotografen sowie einem nicht-britischen Künstler vergeben wurde.


Derzeit lebt und arbeitet er zwischen Berlin und London. Seine Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Art Institute of Chicago, des Museum of Modern Art in New York (USA), des Hamburger Bahnhofs in Berlin (Deutschland) und des Kunstmuseums Basel (Schweiz).

2006 gründete er "Between Bridges", einen gemeinnützigen Ausstellungsraum in Berlin (Deutschland), und richtete eine Übersichtsausstellung mit dem Titel "Wolfgang Tillmans: 2017" ein, die in der Tate Modern in London unter großem Beifall der Kritiker eröffnet wurde.

"Fragile", die bereits in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), Nairobi (Kenia), Johannesburg (Südafrika), Addis Abeba (Äthiopien) und Yaounde (Kamerun) gezeigt wurde, wird vom Institut für Auslandsbeziehungen (Deutschland) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Ghana und dem Museum of Science and Technology in Accra organisiert und unterstützt. 

Die Ausstellung soll noch in diesem Monat in der ivorischen Hauptstadt Abidjan eröffnet werden.
 

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