Versuch eines praxisorientierten Leitfadens
Die Praxis der Commons

Understanding Commons © Vangelis Patsialos

Was sind die Commons? Was ist Commoning? Und wie können wir dazu beitragen?

Das Projekt "How to Common" versucht einen praxisorientierten Leitfaden für die Erstellung und Durchführung von Commoning-Formaten zu kreieren.

Wir erzählen von unseren Versuchen, offene und inklusive Projekte zu konzipieren, Prozesse hin zum Commoning zu verändern, Entscheidungen demokratisch und kollaborativ zu treffen – und stellen die Ergebnisse als Creative Commons zu Verfügung.

Die Commons verstehen

Commons sind Gemein- und Kollektivressourcen wie Wissen, Open-Source-Code, oder offen und frei zugängliche Kulturgüter
Commoning beschreibt den Prozess des gemeinsamen und selbstorganisierten Produzierens, sich Aneignens und Pflegens von Commons
Was unterscheidet Commons von Privatgütern und öffentlichen Gütern?
  • Privatgüter werden von Firmen an Konsument*innen verkauft
  • Öffentliche Güter werden von staatlichen Einrichtungen für Bürger*innen reguliert
  • Commons werden für die offene Nutzung Aller produziert und geflegt

Elemente der Commons

Commoning wird durch RessourceCommunity und Institution definiert.
 

Ressource
Das Element der Ressourcen umfasst die Commons wie etwa:

  • Information Commons: Wissen, Informationen, Ideen, Code
  • Environmental Commons: Natürliche Ressourcen wie Wasser, Wälder, Luft, Biodiversität
  • Urban Commons: Städtische Infrastrukturen, öffentlicher Raum (Stichwort: „Recht auf Stadt“) 

Das Element der Community umfasst eine Gruppe von Menschen, welche auf Grundlage bedürfnisorientierter und gemeinwohlorientierter Werte, das geteilte Ziel verfolgt, eine Ressource zu produzieren, zu verwalten, und zu pflegen. 

Repeat
Das Element der Institution bezeichnet die Beziehung zwischen Ressource und Community. Es formuliert die selbstbestimmten Regeln und Normen, die sich die Nutzer*innengemeinschaft gibt.

Praxisorientierter Leitfaden

Von der Tragödie der Commons, über die klassischen Theorien hin zu den kritischen Theorien der Commons: es gibt vielzählige Auseinandersetzung mit der Geschichte des Begriffs und seinen empirischen Ausformungen. Doch auf der Suche nach einführenden, praktisch handhabbaren Beispielen entlang eines "Commoning 101" für Neulinge, finden sich nur wenige Anregungen. An dieser Lücke setzt "How to Common" an: Wir wollen gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren einen praxisorientieren Leitfaden entwickeln. Dieser soll Akteure dazu ermutigen Commoning-Praktiken für Ihre eigene Formats- und Projektentwicklung fruchtbar zu machen.

Von Schulen über Museen zu Bibliotheken; von Kulturschaffenden über Aktivist*innen zu Lehrenden und Lernenden: Die Commons ermöglichen es (Wissens-)Bildungsformate so zu öffnen, dass sie Allen frei zugänglich sind. Auf dem Weg dahin, entdecken wir das miteinander Schaffen, Arbeiten, Lernen und Gestalten als demokratischen, kollaborativen, und gemeinwohlorientierten Prozess.

"Und wie machen wir das Commons?" Praktische Hilfestellungen

Nutzung begrenzter Ressourcen: Regeln werden von Nutzer*innen gemeinsam festgelegt
Kollektiver Prozess
Wie wird der Prozess organisiert?
  • Commoning-Formate sind inklusiv, kooperativ und allen offen zugänglich
  • Entscheidungsfindungsprozesse sind horizontal, selbstorganisiert, konsensorientiert
Nutzung unbegrenzter Ressourcen (z.B. Code, Ideen): Frei und Open Access
Nachhaltige Nutzung & fairer Zugang
Wie stellen wir einen fairen und nachhaltigen Zugang zur Ressource/Leistung/Prozess/ sicher?
  • Unbegrenzte Ressourcen (z.B. Code, Ideen) sind allen frei und offen zugänglich (Stichworte: Open Access/Source, Creative Commons)
  • Bei begrenzten Ressourcen (z.B. Wasser, Fischereien) werden die Regeln der Nutzung durch einen kollektiven Prozess gemeinsam festgelegt
Es wird etwas geschaffen oder ein Prozess initiiert, der vormals privatisiert — also von profitorientierten Akteuren — organisiert war
Gemeinwohl statt Profit
Wie gewährleisten wir einen Nutzen für das Gemeinwohl?
  • Die Frage „Was wird gebraucht?“ überwiegt der Frage „Was lässt sich für Profit verkaufen?“
  • Es wird ein Gemeingut geschaffen oder verwaltet, welches vormals privat (also profitorientiert) organisiert war
  • Kooperation überwiegt individueller Nutzenmaximierung
 

Unsere Beispiele

Hier findet Ihr ausgewählte Veranstaltungen des Goethe-Instituts und seiner Partner*innen in Form eines praxisorientierten Leitfadens.

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Habt Ihr ein Commoning-Format entwickelt und möchtet euer Wissen teilen?
Gerne veröffentlichen wir eure Erfarhrungen auf unserer Webseite.

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Veranstaltungen

Zum Nachlesen

Commons CC BY-SA 3.0

Ausgewählte Open-Access Titel
Commons-Bücher

Diese drei Open-Access Titel zu den Commons legen in vielzähligen Beiträgen überkommene Denkmuster frei und entwerfen ein Programm für ein gelingendes Miteinander, ein anderes Politikverständnis und ein sorgendes Wirtschaften.

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