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Griechenland Athen

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11:00 Uhr

THE SOFT POWER LECTURES 5/6

Vortrag|South: Gedanken zu einer europäischen Geographie des Oben und des Unten

South: Gedanken zu einer europäischen Geographie des Oben und des Unten © Nikos Alexopoulos

Die Karten und wie wir sie sehen: der Norden oben und der Süden unten. Okay. Und was bedeutet das? Wenn wir die Konnotationen von „oben“ und „unten“ unter die Lupe nehmen, werden wir sehr schnell feststellen, dass „oben“ mit positiven und „unten“ mit negativen Vorzeichen behaftet sind.

Wir verwenden „höher“ und „tiefer“ als Qualitätsindizes zur allgemeinen Bewertung des Wirtschaftskurses eines Landes bis hin zum Bildungsstand und der Gestaltungskompetenz eines Subjektes. Der Norden ist tatsächlich selbstverständlich und unausweichlich auf allen Ebenen dem Süden voraus.

Dank einer klaren wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Vorrangstellung, die er sich zwar erkämpft hat, die ihm aber auch geschenkt wurde.

Für diesen natürlichen Vorrang des Nordens gibt es  auf alle Fälle auch eine ausschließlich geopolitische Erklärung. Nur wenn wir endlich aufhören, mit der Karte der hohen geopolitischen Bedeutung, die angeblich Griechenland zukommt, zu spielen, könnten wir vielleicht das Selbstverständliche erkennen. Denken Sie nur an die berühmte Dorische Wanderung oder an den massiven Vorstoß der Indoeuropäer vom Norden in den Süden und stellen Sie sich eine historisch gesehen ebenso bedeutsame Wanderbewegung in entgegengesetzter Richtung vor. Sie haben es richtig erkannt: es gibt sie nicht.