Film „Fassbinder“

Rainer Werner Fassbinder © RWFF

Mo, 12.12.2016

Griechische Kinemathek

Iera Odos Straße 48 & Megalou Alexandrou
104 35 Athen

Vorführung: „Chinesisches Roulette“

​18:00 „Fassbinder“ (2015, 92‘)
(Deutsch mit griechischen Untertiteln)
 
Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel
Eine Produktion von IT WORKS! Medien in Zusammenarbeit mit der Rainer Werner Fassbinder Foundation, basierend und auf einer Idee von Juliane Maria Lorenz.
 
Griechische Erstaufführung

Ohne eine strikte Trennlinie zwischen Leben und Kunst zu ziehen, zeichnet die Regisseurin Hendel Fassbinders Werdegang nach. Sie zeigt, woher das Enfant terrible des Neuen Deutschen Films seine Wut nahm sowie den Glauben, die Frechheit, den Willen und die Durchsetzungskraft, das zu werden, was er war.
In FASSBINDER lässt sie neben Weggefährten wie Irm Hermann, Margit Carstensen, Harry Baer, Hanna Schygulla, Volker Schlöndorff und vor allem den Porträtierten selbst zu Wort kommen – durch autobiographische Szenen aus seinen Filmen, seltene Interviews und Passagen aus seinem literarischen Frühwerk. Bisher unveröffentlichtes Material ermöglicht dabei einen unverbrauchten Blick auf einen der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts.
 
 
22:00 „Chinesisches Roulette“ (1976, 86‘)
(Deutsch mit englischen und griechischen Untertiteln)

„Chinesisches Roulette“ © RWFF Darsteller: Margit Carstensen, Anna Karina, Alexander Allerson, Ulli Lommel, Andrea Schober, Micha Meril, Brigitte Mira, Volker Sprengler u.a.
 
Ein Ehepaar verabschiedet sich in München fürs Wochenende, sie will nach Mailand, er nach Oslo. Schon am selben Tag treffen sie sich auf einem Schloss, das ihnen gemeinsam gehört, wieder; sie in Begleitung ihres Liebhabers, er in der seiner Geliebten. Überraschend trifft am Abend auch noch ihre gehbehinderte Tochter ein mit ihrer stummen Erzieherin ein und arrangiert das „Chinesische Roulette“, eine Art Wahrheitsspiel …
 
„Das ist der erste meiner Filme, in dem ich die Geschichte nicht mehr anhand von Schauspielern erzähle. Die Geschichte handelt davon, dass die Personen so entfremdet sind, dass sie ihre Beziehungen zueinander fortsetzen, obwohl die längst überstanden sind. Alle menschlichen Beziehungen wurden auf Wiederholungen und Rituale reduziert – das wollen wir aufdecken, aber nicht indem wir sagen, wie die Menschen sich eigentlich verhalten oder wie sich da in ihren Gesichtern widerspiegelt, sonder wir wollen es mit den Bewegungen der Kamera zeigen. Wenn die Kamera sich sehr lange um etwas Totes herum bewegt, dann wird das Tote als tot erkennbar, und dann wird die Sehnsucht nach etwas Lebendigen entstehen können, und deshalb wird man sich danach sehnen, mit dem bürgerlichen Ritual zu brechen. Ich habe versucht, einen Film zu machen, der die Künstlichkeit, eine Kunstform bis ins Äußerte treibt, um sie hinterher vollkommen in Frage stellen zu können. Ich bin ziemlich sicher, dass es in der Filmgeschichte keinen einzigen Film gibt, der so viele Kamerabewegungen, Kamerafahrten und Gegenbewegungen der Schauspieler enthält wie dieser.“
Rainer Werner Fassbinder, 1977
 
 

Zurück