Film „Ich will doch nur, dass ihr mich liebt“

„Ich will doch nur, dass ihr mich liebt“ © Bavaria Film / Karl Reiter

Mi, 14.12.2016

Griechische Kinemathek

Iera Odos Straße 48 & Megalou Alexandrou
104 35 Athen

„Despair – Eine Reise ins Licht"

19:00  „Ich will doch nur, dass ihr mich liebt“ (1975, 104‘)
(Deutsch mit englischen und griechischen Untertiteln)
 
Einführung: Chloe Kolyri, Psychiaterin, Existenzanalytikerin
Darsteller: Vitus Zeplichal, Ernie Mangold, Alexander Allerson, Elke Aberle u.s.

 
Peter versucht, sich die Liebe, die ihm immer verweigert wurde, zu erkaufen. Seiner Mutter bringt er regelmäßig Blumen mit, seinen Eltern baut er in seiner Freizeit ein Haus. Seiner Frau – geheiratet hat er, um dem Elternhaus zu entfliehen, kauft er eine teure Wohnungseinrichtung, er verwöhnt sie auch sonst durch Geschenke. Bald kann er die Raten für die Möbel nicht mehr zahlen und dann verliert er auch seinen Arbeitsplatz …
 
„Die Eltern rechnen schon gar nicht mehr mit Liebe, die rechnen nur noch mit dem Geld, das ihnen verlorengeht, wenn der andere sich Liebe irgendwo kauft. Das ist ja auch ein Verhalten, was der Peter exakt gelernt hat in seiner sogenannten Erziehung, dass man halt dafür bezahlen muss, wenn man Liebe will …
Nun ist es so, dass tatsächlich die Jugend von unserem Peter zusammenfällt mit einer ganz wichtigen Entwicklung dieser Gesellschaft, nämlich mit dem sogenannten Wirtschaftswunder. … Damals waren die Erwachsenen beschäftigt mit dem, was sie ‚aufbauen‘ genannt haben, und man kann sich schon vorstellen, dass sie ihre Kinder dann so nebenbei gemacht haben und ihnen so viel Zeit nicht mehr blieb, die auch noch ‚aufzubauen“. Ich kenne jedenfalls wahnsinnig viele Leute, die damals erzogen worden sind oder eben gerade nicht, und die sind heute das, was man ‚schwierig‘ nennt, und manchmal sind sie einfach kaputt“.

Rainer Werner Fassbinder, 1976
 
 
21:00  Despair – Eine Reise ins Licht (1977, 119‘)
(Deutsch mit englischen und griechischen Untertiteln)
 
Despair – Eine Reise ins Licht © Bavaria Film Global Screen Einführung: Giannis Zoumboulakis, Filmkritiker

Darsteller: Dirk Bogarde, Andrea Ferreol, Volker Sprengler, Klaus Löwitsch, Alexander Allerson, Bernhard Wicki, Gottfried John u.a.

 
Hermann, ein russischer Emigrant, Besitzer einer kleinen Schokoladenfabrik im Berlin der frühen dreißiger Jahre, sieht sich in seiner Phantasie von einem Doppelgänger beobachtet und verfolgt – vor allem, wenn er mit seiner Frau ins Bett geht. Eines Tages trifft er den stellungslosen Artisten Felix, den er für sein Ebenbild hält. Er versucht, Felix für seinen Plan zu gewinnen: beide sollen ihre Kleider, ihre Identität tauschen. Es wäre wichtig für Hermann, gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten gesehen zu werden. Felix willigt ein …
 
„Was machen normalerweise solche Leute wie Hermann, wenn ihnen klar wird, dass sie an einem Wendepunkt stehen, wo sie alles hinter sich und nicht mehr vor sich haben. Sie stecken zurück, sie geben klein bei, und bevor sie zugeben, dass ihr Leben zu Ende ist, verbringen sie den Rest mit einem Meer von Kompromissen und Entsagungen. Die wenigen dagegen, die aufbegehren, wenn auch auf völlig irrationale Weise, die erreichen etwas, das ihnen Hoffnung gibt. Also keine Rechtfertigung, aber im Vergleich zu demjenigen, der vor dem Leben resigniert, ist mir der lieber, der, auch im Wahnsinn, wenigstens noch zur Hoffnung fähig ist“.
Rainer Werner Fassbinder, 1980
 

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