Film „Händler der vier Jahreszeiten“

„Händler der vier Jahreszeiten“ © RWFF

Fr, 16.12.2016

Griechische Kinemathek

Iera Odos Straße 48 & Megalou Alexandrou
104 35 Athen

Vorführung: „Welt am Draht“

19:00  „Händler der vier Jahreszeiten“ (1971, 88´)
(Deutsch mit englischen und griechischen Untertiteln)
 
Einführung: Christos Mitsis, Filmkritiker
 
Der Film spielt in der Wirtschaftswunderzeit der fünfziger Jahre. Der Ex-Fremdenlegionär und Ex-Polizist Hans Erp, der den Ansprüchen seiner Mutter nie genügen konnte, zieht als Obsthändler mit seinem Karren über Hinterhöfe. In seinem Leben ist schon viel schiefgelaufen. Er trinkt, er prügelt seine Frau, die ihn lieblos behandelt. Eines Tages erleidet er den ersten Herzinfarkt …
 
„Der HÄNDLER ist nach einer Zeit entstanden, in der ich mich sehr intensiv mit den Melodramen von Douglas Sirk beschäftigt habe, und ich hab´ ein paar Elemente, die da begriffen habe, von denen ich auch begriffen hatte, dass das Publikum sie mag und sich dafür interessiert, halt da rein getan. Zum Beispiel die Geschichte mit dem Karl, der da eine Liebesnacht mit der Frau vom Obsthändler hat und dann später wieder als Angestellter kommt. Das hätte ich wahrscheinlich früher nicht gemacht, weil mir das zu sehr Traumfabrik gewesen wäre. … Damals, als ich angefangen habe, haben mir halt so ganz kühle, stilisierte, kalkulierte Filme besser gefallen als so Dramen. Mittlerweile gefallen mir die Melodramen besser.“
Rainer Werner Fassbinder, 1973
 
20:30 „Welt am Draht“ (1973, 210´)
(Deutsch mit englischen und griechischen Untertiteln)
 
Einführung: Yiannis Veslemes, Regisseur
 
Darsteller: Klaus Löwitsch, Mascha Rabben Karl-Heinz Vosgerau, Adrian Hoven, Ivan Desny, Barbara Valentin, Günter Lamprecht u.a.

 
WELT AM DRAHT spielt nicht hier, aber auch nicht woanders, spielt nicht in der Gegenwart, aber auch nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft. WELT AM DRAHT spielt in einer künstlichen Welt und in einer künstlichen Zeit – eine Fiktion, eine Hypothese, ein Denkmodell, nicht mehr. Und nicht weniger.
 
„Ich habe eine Serie von zweieinhalb Stunden nach der Vorlage eines Romans von Daniel G. Calouye gedreht. Es ist eine schöne Geschichte, die WELT AM DRAHT heißt und die eine Welt schildert, wo man mit einem Computer Projektionen von Menschen schaffen kann. Und dadurch entsteht natürlich der Zweifel, inwieweit man selber einer Projektion ist, denn in diesem Denkmodell gleichen die Projektionen der Wirklichkeit. Vielleicht hat eine andere größere Welt uns als ein Denkmodell geschaffen?".
Rainer Werner Fassbinder, 1973
 

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