Film „Martha“

"Martha" © RWFF

Di, 20.12.2016

Goethe-Institut Athen

Omirou Str. 14-16
Athen

Vorführung: „Fontane Effi Briest"

 
19:00 „Martha“ (1973, 116‘)
(Deutsch mit griechischen Untertiteln)
 
Einführung: Manolis Kranakis, Filmkritiker
 
Darsteller: Margit Carstensen, Karlheinz Böhm, Gisela Fackeldey, Adrian Hoven, Barbara Valentin, Ingrid Caven, Ortrud Beginnen, Wolfgang Schenck, Günter Lamprecht u.a.
 
Martha ist schon Anfang dreißig, als sie Helmut begegnet. Wer ist das, fragt sie ein Kollege in der Bibliothek, in der sie arbeitet. Das, sagt sie, das ist der Mann, den ich heiraten werde. Martha und Helmut heiraten so schnell es nur irgend geht. Helmut will Martha glücklich machen, und Martha ist glücklich.
Sie liebt Helmut, einen starken, unabhängigen, dominierenden Mann, der sie fasziniert gerade deshalb, weil sie sich ihm unterwirft. Helmut domestiziert Martha, er formt sie nach seinen Vorstellungen, er macht sie gefügig. Allmählich wandelt Marthas Liebe zu Helmut in eine leise Furcht …
 
„Von den Filmen, die ich bisher mit Fassbinder gemacht habe, liebe ich MARTHA am meisten. Bei MARTHA hatten wir für Fassbinders Verhältnisse viel Zeit: 26 Drehtage. Fassbinder wollte, dass ich den ganzen Film nur mit einer Optik fotografiere, ohne Zoom. Diese Beschränkung zwang zu neuen Überlegungen und neuen Anstrengungen, und ich merkte, dass der Film durch diese Art der Fotografie eine Strenge und Geschlossenheit bekommt, wie sie anders nicht zu erreichen gewesen wäre. Das war schwierig, aber auch ungewöhnlich schön“.
Michael Ballhaus, Kameramann,1974
 
 
21:00  „Fontane Effi Briest (1973, 141‘)
(Deutsch mit griechischen Untertiteln)
 
Einführung: Takis Spetsiotis, Regisseur
 
Darsteller: Hanna Schygulla,  Wolfgang Schenck, Karlheinz Böhm, Ulli Lommel, Ursula Strätz, Irm Hermann, Lilo Pempeit u.a.

 
Die siebzehnjährige Effi Briest wird mit dem zwanzig Jahre älteren Baron Geert von Innstetten verheiratet. Effi fühlt sich in ihrer neuen Heimat, einem kleinen Ostsee-Badeort, einsam. Sie ist unglücklich, ohne es sich immer ganz einzugestehen, weil sie sich von ihrem Mann, trotz erwiesener Zuneigung, nicht wirklich geliebt weiß. Und dann verliebt sie sich in den neuen Bezirkskommandeur Major, dem auch ihr Mann sich freundschaftlich verbunden fühlt.
 
„Dies ist kein Frauenfilm, sondern ein Film über Fontane, über die Haltung eines Dichters zu seiner Gesellschaft. Es ist kein Film, der eine Geschichte erzählt, sondern es ist ein Film, der eine Haltung nachvollzieht. Es ist die Haltung von einem, der die Fehler und Schwächen seiner Gesellschaft durchschaut und sie auch kritisiert, aber dennoch diese Gesellschaft als die für ihn gültige anerkennt …
Mein Problem ist nicht gewesen, einen publikumswirksamen Film zu machen, mein Problem ist gewesen, meine Haltung zu der Gesellschaft in der ich lebe, dadurch klarzumachen, indem ich versuche, einen Film über Fontane zu machen …“.

Rainer Werner Fassbinder, 1974

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