Ausstellung „Gesichter und Räume“

Theo Angelopoulos © Kanella Tragousti

Do, 10.11.2016 -
Sa, 17.12.2016

Frühere Armee-Lagerhallen

Pier A, Hafen,
Thessaloniki

Foto-Ausstellung von Nelly Tragousti

Die Fotographien von Nelly Tragousti rufen dem Betrachter Gesichter und Räume aus jenen Tagen ins Gedächtnis, als Theo Angelopoulos in Deutschland und besonders in Berlin mit den Dreharbeiten für seinen letzten vollendeten Film „Der Staub der Zeit“ beschäftigt war. Im Vordergrund steht die Gestalt des großen griechischen Regisseurs - sein Gesicht unter der Apparatur der Kamera, seine Gesten im Gespräch, bei Anweisungen oder Erklärungen für die Schauspieler und das Team. Seine Person bleibt mit ihrer Aura auch dort spürbar, wo er selbst nicht im Bild erscheint. An den Akteuren fixiert die Fotografin etwas Vorübergehendes und Intimes, bevor oder nachdem sie in der Arbeit am Rollenspiel im Film aufgehen. Und sie führt uns die urbane Landschaft und die Räumlichkeiten vor Augen, in denen die Arbeit Akteure, des Teams, des Regisseurs stattfand.
Die Fotos von Nelly Tragousti weisen eine offensichtliche szenische Qualität auf. Wenn man einige Zeit das Bild von Bruno Ganz und Irène Jacob auf sich wirken lässt, dann „sieht“ man erst: den nachdenklichen Blick von Bruno Ganz in die Ferne, von Irène Jacob auf den Boden. Und an beiden Blicken wird fühlbar, dass sie sich im Grunde nach innen richten, in ein Nichts führen, wo die große Nähe und die unendliche Ferne der Welt eins werden im Lauf der Zeit. Die Fotographie scheint eine ganze Geschichte in einer einzigen Szene zu konzentrieren. Das ist die Kraft des unbewegten Bildes: Die Imagination des Betrachters zu mobilisieren, sie in Bewegung zu setzen. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass bei einigen der ganz großen Regisseure des „bewegten“ Bilds in unserer Epoche die Langsamkeit ihrer Filmwerke sprichwörtlich ist. Sie wollen den vertieften und denkenden Blick nicht der Sensation der raschen und zunehmend im Mainstreamkino sich geradezu überstürzenden Geschwindigkeit der Bilderzählung opfern.
 
Diese Fotos sind kostbar, sie halten für immer die Schneeflocken des Moments fest, den Moment einer Pause, einer Zeit „dazwischen“. So wird jede der Fotographien zur Verkörperung einer Paradoxie: sie sind eine „unendliche Pause“, erfüllt von Erinnerung an einen epochalen Meister der Filmkunst.
 
Eine Ausstellung der Griechischen Kulturstiftung.
Kuratorin: Eleni Varopoulou
 
In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Filmfestival Thessaloniki
 
Eröffnung: Donnerstag, 10.11.2016, 20.00 Uhr

Öffnungszeiten während des Internationalen Filmfestivals
Freitag, 11.11.2016: 10.00 – 20.00 Uhr
Samstag, 12.11.2016: 10.00 – 20.00 Uhr
Sonntag, 13.11.2016: 10.00 – 20.00 Uhr
Montag, 14.11.2016: geschlossen

Öffnungszeiten ab 14.11.2016 werden demnächst angekündigt.

 

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