Brecht, Schiller, Goethe, Proust und … Alle Anderen

Film|Vom Regionalen Filmarchiv Athen in Xanthi

  • Historisches Museum/Volksmuseum Xanthi, Xanthi - Altstadt

  • Sprache Deutsch mit griechischen Untertiteln
  • Preis Eintritt frei

Die geliebten Schwestern © Bavaria Filmverleih- und Produktions GmbH

Bekanntschaft mit der deutschen Sprache und Kultur durch Filmvorführungen und Gespräche bietet das Festival des deutschsprachigen Films in Xanthi an, das vom Filmclub der Kulturvereinigung Xanthi (FEX) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem lokalen Deutschlehrerverband veranstaltet wird.
Das diesjährige 8. Festival findet in 2 Teilen statt, im März und im Dezember
 
Das Programm der März-Edition

9. März 2017
Baal (1969, 84´)

Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Bertold Brecht
Regie: Volker Schlöndorff
Mit Rainer Werner Fassbinder in der Titelrolle
In weiteren Rollen: Sigi Graue, Margarethe von Trotta, Günther Neutze, Miriam Spoerri, Marian Seydowski, Irmgard Paulis, Hanna Shygulla u.a.
 
Der anarchische Lyriker Baal haust in einer Dachkammer und liest in Kneipen seine Gedichte vor. Er ist gierig nach Schnaps, Zigaretten, Frauen, Männern. Die feine Gesellschaft reißt sich um den zornigen jungen Dichter, dann, als er sie provoziert, spuckt sie ihn wieder aus.
Baal streunt umher, durch Wälder, auf Autobahnen, in Feldwegen, voller zügelloser Energie und einer geheimen Angst vor dem Tod: Rainer Werner Fassbinder in Lederjacke, meist mit qualmender Zigarette in der Hand spielt Baal und zugleich sich selbst.
 
Nach seiner TV-Ausstrahlung 1970 untersagte Brechts Witwe und Rechte-Inhaberin Helene Weigel jede weitere Präsentation des Films. Für 44 Jahre war „Baal“ legendär und ungesehen. Erstmals wiederaufgeführt wurde er auf der Berlinale 2014.
Die griechische Erstaufführung fand 1.2.2017 im Goethe-Institut Athen statt.
 
Die Dialoge des Films stellen eine Synthese aus den verschiedenen Fassungen des Bühnenstücks. Die Untertitelung des Films richtete sich nach der griechischen Übersetzung von Petros Markaris (©2003, Fassung von 1922).
 

10. März 2017
Die geliebten Schwestern (2014, 134´)
 
Regie: Dominik Graf
Darsteller: Hannah Herzsprung, Henriette Confurius, Florian Stetter, Claudia Messner, Roland Zehrfeld, Maja Maranow, Anne Schäfer, Andreas Pietschmann
 

Die schüchterne Charlotte und ihre unglücklich verheiratete Schwester Caroline, Töchter einer mittellosen Adelsfamilie in Thüringen, hatten sich einst geschworen, alles miteinander zu teilen. Diesen Eid nehmen besonders ernst, als im Sommer 1788 der aufrührerische Dichter Friedrich Schiller in ihrem Leben auftaucht.
Eine Mischung aus belegten Fakten und Fiktionen konzentriert sich der Film eher auf die Frage, inwieweit eine Dreierbeziehung, eine „Ehe zu dritt“, möglich sein kann.
Den Hintergrund dieses historischen Liebesdramas liefern das kulturelle Zentrum Weimar und die Französische Revolution.
 
Der Film wurde im Wettbewerb der Berlinale 2014 uraufgeführt und unter 17 deutschen Filmen als Kandidat für den Oscar 2015 ausgewählt.
 
Auszeichnungen:
Bayerischen Filmpreis 2014 – Beste Kamera
Deutscher Filmpreis (Lola) 2015: Bestes Kostümbild, Bestes Maskenbild
Preis der deutschen Filmkritik 2015: Beste Musik, Bester Schnitt
 

11. März 2017
Céleste (1981, 106´)
 
Drehbuch &Regie: Percy Adlon
Darsteller: Eva Mattes, Jürgen Arndt, Norbert Wartha, Wolf Euba
 
Nach dem Buch „Monsieur Proust“ von Céleste Albaret
 

Paris um 1920: Zwei Menschen leben zurückgezogen in einer Wohnung: Marcel Proust, der im Bett liegt und an seinem Buch „A la recherche du temps perdu“
schreibt, und seine Haushälterin Céleste, die geduldig in der hintersten Ecke der Küche darauf wartet, dass ihr Herr nach ihr klingelt. Sie ist zwanzig und kommt aus der Provinz, er ist um die Fünfzig und muss bald sterben. Sie lebt nur für ihn, er lebt nur für sein Buch.
 

12. März 2017
Goethe! (2010, 104´)
 
von Philip Stölzl mit Stars des deutschen Films wie Alexander Fehling (Goethe), Miriam Stein (Lotte), Moritz Bleibtreu, Henry Hübchen u.a.
 
Der 23-jährige Jura-Student Johann Wolfgang von Goethe verliebt sich unsterblich in die junge Lotte, die jedoch einem anderen versprochen ist. Eine mitreißende Liebesgeschichte, die Goethe dazu führt, „Die Leiden des jungen Werthers“ zu schreiben – den Roman, der damals über Nacht zum Bestseller wurde.
 
Die Vorführung wird vom griechischen Verleih Stradas Films unterstützt.
 

13. März 2017
Alle Anderen (2009, 124‘)
 
Regie: Maren Ade
Darsteller: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Nicole Marischka, Hans-Jochen Wagner
 
Mit subtilem Humor und grausamer Genauigkeit erzählt der Film von einem Paar, das den Urlaub in abgeschiedener Zweisamkeit verbringt. Wir lernen die zwei Menschen kennen, so wie sie nur sein können, wenn sie alleine sind; erfahren von ihren geheimen Ritualen, ihren Albernheiten, ihren unerfüllten Wünschen und ihren Machtkämpfen, die durch ein scheinbar unwichtiges Ereignis ausgelöst werden - die Begegnung mit einem anderen Paar …
 
Der Film wurde im Wettbewerb der Berlinale 2009 mit dem Silbernen Bären als Bester Film (Großer Preis der Jury) und mit dem Silbernen Bären für Birgit Minichmayr als Beste Darstellerin ausgezeichnet. „Alle Anderen“ lief in über achtzehn Ländern im Kino.