Film BEGEGNUNG MIT DEM REGISSEUR ANDRES VEIEL

Andreas Veiel @ Carsten Kampf

Fr, 07.12.2018 –
Sa, 08.12.2018

Goethe-Institut Athen

3 Dokumentarfilme und 1 Master Class

Andres Veiel kommt nach Athen um im Rahmen des Programms „…and the winners are…“ , seinen mit dem Deutschen Preis für den Besten Dokumentarfilm 2018 ausgezeichneten Film „Beuys“ vorzustellen.
Es wäre schade, wenn wir die Gelegenheit nicht nützten, noch mehr von ihm zu sehen, ihn näher kennenzulernen, uns mit ihm auszutauschen – zumal der Dokumentarfilm in Griechenland blüht und viele Fans hat.
 
Andres Veiel ist Autor, Film- und Theaterregisseur.
Er gilt als einer der profiliertesten deutschen Regisseure mit internationalem Ansehen. Seine Projekte fokussieren auf extrem existenzielle Situationen in der Biografie seiner Charaktere wie auch im gesellschaftlichen, politischen Leben. Bezeichnend für seine Arbeit ist die intensive, zum Teil mehrjährige Recherche.
Geboren 1959 in Stuttgart studierte Andres Veiel Psychologie und machte eine Ausbildung in Regie und Dramaturgie am Künstlerhaus Bethanien in Berlin unter anderem bei Krzysztof Kieślowski.

Für seine Filme Winternachtstraum (1991), Balagan (1993), Die Überlebenden (1996), Black Box BRD (2001), Die Spielwütigen (2004), Der Kick (2006), Wer wenn nicht wir (2011) und Beuys (2017) hat er mehr als fünfzig Auszeichnungen erhalten, darunter den Europäischen Filmpreis und mehrfach den Deutschen Filmpreis. Seine Theaterstücke Der Kick (2006), Das Himbeerreich (2013) und Let them eat money (2018) wurden unter seiner Regie am Maxim Gorki Theater und dem Deutschen Theater uraufgeführt, in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach zu Gastspielen eingeladen (u.a. zum Berliner Theatertreffen).
Andres Veiel ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und Mitglied der Deutschen und Europäischen Filmakademie. Lebt in Berlin.
 
Abgesehen von „Beuys“ präsentiert Andres Veiel die Dokumentarfilme „Black Box BRD“ (Europäischer Filmpreis 2001) und „Die Spielwütigen“ und hält eine Master Class zum Thema „Inszenierungen im Dokumentarfilm“.

 
Das Programm:
 
Freitag, 7. Dezember 2018
 
17:00

BLACK BOX BRD (2000, 100´)

Black Box @ Goethe-Institut Mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Filmpreis 2002 und dem Europäischen Filmpreis 2001.
 
Andres Veiel und der griechische Journalist Tassos Telloglou führen ein und diskutieren mit dem Publikum.
 
Zwei konträre aber gleichermaßen radikale und gewaltsam beendete Lebensläufe: Alfred Herrhausen, Chef der Deutschen Bank, starb 1989 bei einem vermutlich von der RAF verübten Bomben-Anschlag. Vier Jahre später kam der mutmaßliche RAF-Terrorist Wolfgang Grams nach einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben. Die offizielle Erklärung lautete: Selbstmord. Todesursache: Ein „aufgesetzter“ Schuss in den Hinterkopf.
 
Andres Veiel gelingt es, die beiden Lebensläufe nebeneinander zu stellen mit Aussagen von Angehörigen und politische Weggefährten, mit privaten Filmausschnitten und Fernsehaufnahmen zu verflechten, ohne dabei irgendeine Art von „Tatenzusammenhang zu suggerieren, ohne die Widersprüche zu glätten, ohne sich Antworten anzumaßen.
Inwieweit Wolfgang Grams für die Ermordung Herrhausens verantwortlich war – und ob überhaupt – diese Frage bleibt völlig offen.
Der entscheidende Kontext besteht vielmehr in der Geschichte der Bundesrepublik, in der die beiden Toten als prominente Vertreter konträrer Ideologien agierten, die sich in den 1980er Jahren unversöhnlich gegenüberstanden. Es war ein Krieg der Ideologien, aus dem die Waffen nicht herausgehalten werden konnten.
 
„Der Ausdruck Black Box hat für mich mehrere Bedeutungsebenen. Das ist im wörtlichen Sinn der schwarze Kasten, in den kein Licht kommt und die Geschehnisse aufhellen kann. Black Box ist aber auch der schwarze Kasten im Sinn der Projektionsbox, in den wir alles hinein projizieren können, was wir kennen und glauben." -Andres Veiel
 
 
Film: Deutsch mit griechischen Untertiteln
Gespräche: Deutsch/Griechisch mit Übersetzung
 
  
20:00
BEUYS (2017, 107´)

Beuys @ zeroonefilm/Klaus Staeck Deutsche Filmpreise 2018: Bester Dokumentarfilm / Bester Schnitt / Nominierung für Beste Filmmusik
 
Andres Veiel und die Kunsthistorikerin und Beuys Weggefährtin Rhea Thönges-Stringaris führen ein und diskutieren mit dem Publikum.
 
Die Veranstaltungsbeschreibung finden Sie hier.

 
Samstag, 8. Dezember 2018
 
11:00 – 16:00
 
INSZENIERUNGEN IM DOKUMENTARFIL
Master Class mit Andres Veiel
In englischer Sprache
Mit Filmbeispielen und Vorführung des Dokumentarfilms
 
DIE SPIELWÜTIGEN (2003, 108´)

Die Spielwütigen @ Goethe-Institut Der Film beobachtet vier Schauspielschüler während ihrer Ausbildung an der renommierten Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Sie sind sehr unterschiedlich in ihrer Vita, ihrer Mentalität, ihrem Sozialverhalten, aber gleich in ihrer Theaterbegeisterung:
Constanze, Karina, Stephanie, der Grieche Prodromos: Theaterspielen ist für sie Alles.
 
(Deutsch mit griechischen Untertiteln)
 
Von größtem Interesse für Filmschaffende, Film- Theater- und Kunststudenten, aber auch für Studenten und Fachleute aus Sozial- und Politikwissenschaften.

Herzlich willkommen sind alle Filmfreunde und interessierten Athener.

Der Eintritt ist frei.

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