Film BOTANIC FICTIONS Langfilmabend

BOTANIC FICTIONS Langfilmabend @ Armin Linke, 2016

Fr, 13.09.2019

ASTOR Cinema

Stadiou 28 (Stoa Korai)
105 59 Athen

Armin Linke: Fighting fire in the peatland, Kecematan Sungai Sembilan Kota Dumai (Riau), Indonesia

On the Political Narratives of Plants

Am zweiten Abend von „Botanic Fictions – on the political narratives of plants“ wird der Langfilm „Palmölinseln“ von Armin Linke gezeigt. Die Kuratorin Anja Lückenkemper führt ein.
 
Pulau-pulau kelapa sawit [Palmölinseln], 2017
 
Ein Film von Armin Linke
in Zusammenarbeit mit Giulia Bruno und Giuseppe Ielasi

 
HD-Video, Ton, 95:04 min
Kamera: Armin Linke, Giulia Bruno
Schnitt: Giuseppe Ielasi, Giulia Bruno
 
Die Ölpalme (Elaeis guineensis Jacq.) stammt ursprünglich aus West- und Südwestafrika. Heutzutage werden etwa 30 Prozent des weltweit verwendeten Pflanzenöls aus den nussartigen, stacheligen Früchten dieser äußerst ertragreichen Palmenart gewonnen. Nach Südostasien wurde sie schon Mitte des 19. Jahrhunderts zur Zeit der niederländischen Kolonialherrschaft gebracht, aber noch recht lange nicht großflächig angebaut. Heute ist das anders, denn mittlerweile kommen 80 Prozent des weltweit produzierten Palmöls aus den tropischen Ländern Indonesien und Malaysia und der globale Verbrauch hat allein zwischen 1995 und 2002 um 65 Prozent zugenommen. Da sich aus dem rohen Öl und den verschiedenen Fettsäuren mehr als 200 chemische Stoffe herstellen lassen, ist es oft schwierig festzustellen, welche Produkte überhaupt dieses Öl enthalten. Auch Europa und die Vereinigten Staaten zählen zu den größten Palmöl-Verbrauchern und aktuellen Schätzungen zufolge dürfte sich die Nachfrage nach Palmöl in der nächsten Dekade verdoppeln, bis 2050 sogar verdreifachen.
 
Für seinen neuen Film "Pulau-pulau Kelapa Sawit" [Palmölinseln], reiste Armin Linke gemeinsam mit seiner Kollegin Giulia Bruno und den Kuratoren von "Verschwindende Vermächtnisse" nach Java, Sumatra und Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo. Inmitten von Ölpalm-Plantagen, Torfeuern und ähnlichen Drehorten entstanden Aufnahmen, die zeigen, warum sich das Geschäft mit der Ölpalme in Asien so rapide ausbreitet. Doch wie beim Blick in ein Kaleidoskop sind die unterschiedlichen Bilder vor allem durch Brüche miteinander verbunden. In provokanten Interviews offenbaren Anwohner, Plantagenarbeiter, Kleinbauern, Umweltschützer, Wissenschaftler und Regierungsbeamte ihre teilweise stark gegensätzlichen Eindrücke von der Verwandlung Indonesiens in eine Palmöl-Nation: Ganz klar mit positiver Wirkung für das Bruttosozialprodukt, aber zerstörerischen Konsequenzen für die tropischen Regenwaldgebiete des Landes. Für viele Menschen, Tiere und Pflanzen kommt die Ausbreitung dieser zerstörerischen Monokultur einer Katastrophe gleich.
 
Auf Borneo, Java und Sumatra führte der Fotograf und Filmemacher Armin Linke gemeinsam mit seiner Kollegin Giulia Bruno zahlreiche Interviews mit Anwohnern, Plantagenarbeitern, Kleinbauern, Umweltschützern, Regierungsbeamten und Wissenschaftlern. Daraus entstanden ist ein filmisches Dokument, das die Geschwindigkeit reflektiert, mit der Indonesien sich gegenwärtig inmitten von gewaltigen Torfmoorfeuern in eine Palmöl-Nation verwandelt.
 
Der Text stammt von Anna-Sophie Springer und Etienne Turpin, publiziert zur Ausstellung "Verschwindende Vermächtnisse": Die Welt als Wald, 2018

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