Ausstellung Dance de Luxe
OLAF NICOLAI und MARIANA PENDE

Visual
©HDLU

Der Meštrović-Pavillon, das Heim Kroatischer Bildender Künstler (Dom hrvatskih likovnih umjetnika), öffnet am 1. Juni 2023 seine Türen für die Ausstellung Dance de Luxe, mit der die Bačva-Galerie zum Strand wird – zum Zagreber Zufluchtsort vor der Sommerhitze, mit einem Programm für alle Generationen.

HDLU

Der international anerkannte Olaf Nicolai (DE) und die Dubrovniker Künstlerin Mariana Pende (HR) stellen eine gemeinschaftliche, raumspezifische Installation aus, die speziell und ausschließlich für den Meštrović-Pavillon in Zagreb errichtet wurde. 

Dance de Luxe bezieht sich auf den Danče-Strand in Dubrovnik, den einzigen Strand im Zentrum dieses berühmten Mekkas für Touristen, der wegen seiner etwas versteckten Lage, die nur der örtlichen Bevölkerung und deren nächsten Freunden bekannt ist, nicht vom gewaltigen Tourismuswahn erfasst wurde, der im Sommer für die Stadt so charakteristisch ist. Über die Jahre, sagt Branko Franceschi, der Kurator der Ausstellung, sei der Danče-Strand eine Art Dreh- und Angelpunkt für die örtliche Bevölkerung geworden, an dem Generationen von Einwohnern zusammenkommen und einander den neuesten Klatsch oder die mündliche Geschichte ihrer Stadt übermitteln. „Es ist ein Ort, wo man Freundschaften fürs Leben knüpft oder beendet, LiebhaberInnen kennenlernt oder verliert oder einfach mit seiner Familie und Verwandten das Leben genießt. Das gemeinschaftliche Kunstprojekt Dance de Luxe, das mit seinem Titel den Hedonismus der berüchtigten Disco-Ära nachahmt, feiert den gesellschaftlichen Lebensstil des Strandes im Freien und möchte ihn im Inneren der Bačva-Galerie, dem spektakulärsten Ausstellungsort im Zentrum Zagrebs, nachbilden.“

Nicolai interpretiert und überträgt seinerseits auch die komplexe und organisch entwickelte Topografie des Strandes, von dem er sagt, dass, wer ihn besuche, sich an einem Ort wiederfinde, der wie ein großer Steinspielplatz aussehe, mit zahlreichen kleinen Bauten wechselnder Funktionen, die spontan entstanden seien und sich immer noch zu wandeln scheinen. Mit der Ausstellung trifft dieser informelle Ort auf den monumentalen Meštrović-Pavillon, wird zu seinem Gast und zu einem gewissen „Körperdieb“. Doch die Strukturen und errichteten Palimpseste des Danča-Strandes wurden nicht einfach in den Pavillon versetzt. Anstatt dessen treten die BesucherInnen in einen architektonischen „Entwurf“ ein, auf dem sie entlanggehen können: einen Plan für das Ungeplante, ein Paradox. Sie treffen auf skulpturartige Elemente und Zeichnungen, die Vorschläge möglicher Objekte darstellen. Der Pavillon ist so von einem weiteren architektonischen Eindruck durchdrungen und verwandelt sich in einen Fantasieort der BesucherInnen.

Andererseits schafft Pende, indem sie ihre Experimente mit Materialien wir Grafit, Textilien, Plexiglas in lebhaften Farben, Chrom, Metall und, bei dieser Gelegenheit, getrockneten Meeresschwämmen weiterentwickelt, vertikale Elemente. Ihre Objekte diverser Größen, Formen, Farben, Materialien und deren Kombination stellen nämlich vorübergehende Bauten dar, die von Saison zu Saison und tagaus tagein von den Konzessionsinhabern und BesucherInnen des Strandes errichtet werden. Mariana Pende eröffnet, indem sie die Nutzung alltäglicher Materialien in der Gestaltung ihrer Skulpturen erforscht und damit zu einer Fortsetzung der Ästhetik der Neo-Avantgarde beiträgt, völlig neue Bezüge zur Ökonomie der örtlichen Gemeinschaft, wenn sie Grafitreste aus der einst erfolgreichen Grafitfabrik TUP wiederverwertet und damit giftiges Material in ein Gewebe verwandelt, das aus einem völlig neuen, gleichzeitig künstlichen und organischen Stoff besteht. Die kürzlich geschlossene Fabrik war die letzte aktive Industrieanlage in Dubrovnik. Mit ihrer Schließung rutschte die Stadt in die völlige Abhängigkeit von Einnahmen aus dem Tourismus.

„Die Installation Dance de Luxe entstammt einer langen Geschichte kommunaler Kunstinstallationen, die der Bereicherung des entfremdeten Lebens von Stadtbewohnern gelten, wie der Kinderspielplatz Pomerio Vernicular von Karin Schneider 2008 in Rijeka oder der Litopunkturkreis aus Steinen von Marko Pogačnik am Zagreber Jarun-See oder auch die monumentale Marmortreppe namens Poetische Räume (Poetski prostori) von Milena Lah, auf der seit 1981 Gedichtlesungen im Maksimir-Park stattfinden, ebenfalls in Zagreb. Dance de Luxe verfolgt somit nicht nur das eigene Programm, sondern haucht auch interaktiven öffentlichen Installationen vorhergehender Generationen neues Leben und Sinn ein“, äußerte anlässlich der Ankündigung der Ausstellung ihr Kurator, der Direktor des Nationalmuseums für Moderne Kunst, der Partnereinrichtung der Ausstellung, Branko Frenceschi.

Logos © ©Goethe-institut Zagreb Logos ©Goethe-institut Zagreb



 

Details

HDLU

Trg žrtava fašizma 16
10 000 Zagreb