Studientage V. Studientage: Gemeinsam verschieden sein- Inklusive Zukunft

Studientage ©pexels.com

Fr, 15.03.2019 -
Sa, 16.03.2019

Zagreb

Kompetenzorientierter Deutschunterricht im Umgang mit Diversität, Vielfalt und Individualität - Wenn Kinder nicht von klein auf lernen, dass die Menschen verschieden sind, wann dann?

15.03.2019 - City Plaza Zagreb, 09:00 Uhr  
16.03.2019 - Goethe- Institut Kroatien II, Perkovceva ulica 5, 09:00 Uhr

„Das Leitbild der Inklusion zielt – im Gegensatz zur Integration – auf alle Menschen und setzt damit das Ziel, Schule für alle SchülerInnen (und auch für alle LehrerInnen) zu einem anregenden und angenehmen, fördernden und herausfordernden Ort des Lernens zumachen. Die ganze Schule gewinnt." (Wilfried W. Steinert)

Inklusion ist derzeit weltweit das Schlagwort der Bildungsdebatte.

„Differenzierung“, „Heterogenität“ und „individuelle Förderung“ rücken verstärkt in den Fokus und werden von den zuständigen Bildungsbehörden, SchulleiterInnen, Eltern, Schülerinnen und Schülern sehr unterschiedlich interpretiert. Eine inklusive Pädagogik beschreibt einen Ansatz, der im Wesentlichen auf der Wertschätzung der Vielfalt beruht und möchte ein gemeinsames System für alle Menschen, ohne dass jemand ausgegrenzt oder stigmatisiert wird. Nicht das Individuum muss sich demnach an ein bestimmtes System anpassen, sondern das System muss umgekehrt die Bedürfnisse aller SchülerInnen berücksichtigen und sich gegebenenfalls anpassen.

„Inklusive Bildung ist ein Prozess, im Rahmen dessen jene Kompetenzen im Bildungssystem gestärkt werden, die nötig sind, um alle Lernenden zu erreichen.“( UNESCO 2009, S.8)

Von den Lehrkräften wird erwartet, stärker auf den einzelnen Lernenden einzugehen, gleichzeitig leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler zu fordern, leistungsschwache Lernende zu fördern. Wie dies in einer Klasse mit fast 30 Schülerinnen und Schülern gehen soll und warum die Lehrkräfte kaum geeignete Hilfestellung erhalten, weiß niemand so genau. In der LehrerInnen(aus-)bildung werden diese Aspekte kaum oder gar nicht berücksichtigt.
Während der Studientage möchten wir einerseits Grundlagen verschiedener Inklusionskonzepte diskutieren, andererseits übertragbare Methoden für differenzierten Unterricht, praxisnahe, alltagstaugliche Beispiele und umsetzbare Handlungsanweisungen und Vorlagen für die tägliche Arbeit an/in der Schule präsentieren, ausprobieren und erarbeiten.

Die Studientage möchten dazu einladen folgende Leitfragen zu reflektieren und zu diskutieren:
  1. Welche Inklusionsmodelle gibt es? Gibt es Beispiele gelungener Inklusionskonzepte? 
  2. Was unterscheidet die Inklusion von der Integration? 
  3. Wie gelingt inklusiver Unterricht? Welche Kriterien sind bei der Umsetzung zu berücksichtigen? 
  4. Was bringt Inklusion? Beugt der inklusive Ansatz den Ausschluss, die Ausgrenzung und Diskriminierung von/unter SchülerInnen vor? Ermöglichen wir den Lernern durch den Ansatz ein höheres Selbstwertgefühl und bessere schulische Leistungen bzw. Berufsbildungschancen? 
  5. Alle SchülerInnen haben individuelle Bedürfnisse. Wie bleibt im Unterricht genügend Zeit für eine individualisierte Betreuung? Können hierbei langfristige, gezielte und klar strukturierte Planungsarbeit, Angleichung von Arbeitsmaterialien, Unterrichtsstrukturen, Zielvorgaben weiterhelfen? Wie entwickle ich einen Mix aus individuellem, also lernzieldifferentem, und gemeinsamem Lernen? Ermöglichen offene Unterrichtseinheiten Freiraum für eigenständiges Lernen? 
  6. Wie gelingt die Kommunikation mit Eltern, KollegInnen und der Schulleitung? 
  7.  „ Der Unterricht in einer Klasse, in der alle Kinder gemeinsam lernen sollen- blinde Kinder, hochbegabte Kinder, hyperaktive Kinder, ängstliche Kinder, agressive Kinder, schwerstbehinderte Kinder, etc.- muss so gestaltet werden, dass die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes berücksichtigt werden und jedes einzelne Kind gefördert wird.“ ( Stellbrink 2011, S.1)
    Wie ist diese Anforderung umsetzbar? 
  8. Was kann auf der Ebene der Schulorganisation für inklusive Bildung getan werden? 
  9. Was kann auf der Ebene der LehrerInnen(aus-)bildung für inklusive Bildung getan werden? 
  10. Kann durch einen handlungsorientierten, projektorientierten, klassenübergreifenden, interaktiven und offenen Unterricht (z.B. kooperatives Lernen, Portfolioarbeit, Wochenarbeitsplan…) der inklusive Ansatz erfolgreich realisiert werden? 
  11. Ist die Einnahme einer inklusiven Haltung genügend und ausreichend? ( „Es ist entscheidend, ob sich eine Schule in Ihrer Konzeption in Richtung Inklusion orientiert. Denn: Inklusion beginnt zuerst im Kopf.“  Knauder/Freiner u.a. 2008) 
  12. Welche Materialien und Methoden ( z.B. Teamteaching, Peer Teaching) können behilflich sein und warum? Welcher Formen von Differenzierung und Individualisierung bedarf inklusiver Deutschunterricht? 
  13. Welche Formen der Leistungsbeurteilung sieht die inklusive Bildung vor? „Leistungsbewertung nicht nach Noten, sondern eine kompetenzorientierte Bewertung in Verbindung mit der Information über die individuelle Lernentwicklung ( Selbsteinschätzung, Selbstbewertung, Entwicklungsgespräche).“ 
  14. Welche Konzepte digitaler Bildung lassen sich zur theoretischen Rahmung des Fremdsprachenunterrichts, zur Unterrichtsentwicklung und zur unterrichtspraktischen Gestaltung eines inklusiven Deutschunterrichts heranziehen?
Referent/-innen:
Prof. Dietlind Gloystein und Angelika Thäle ( Universität Berlin), Prof. Dr. J. Müller ( Universität Bremen), Prof. Dr. Andreas Hinz und Ines Boban ( Universität Halle), Lisa Reimann ( Inklusionsberaterin), Falko Semrau (didaktischer Leiter der M.-Kahle Gesamtschule/ Schule des Jahres), Prof. Dr. Jutta Schöler ( TU Berlin), Nicole Hummel (künstl. Leitung von Theater Thikwa), Josef Buchner ( Pädagogische Hochschule Niederösterreich), Peter Wolf (freiberuflicher Designer, Künstler, Musikpädagoge u.a. für den Landesmusikrat NRW und die Stadt Köln), Vera Wittig (Studium auf Lehramt Sonderpädagogik/ Deutsch an der Humboldt-Universität Berlin), Bettina Krück ( Inklusionskongress), Bernadett Veress (als Lehrerfortbildnerin für das Goethe-Institut), Ivana Bašić DAAD-Lektorin), Suzana Sklepić- Šarić, Blaženka Abramović, Hrvoje Banaj, Renata Marinković Krvavica und Klabauter Theater
 
 
Zielgruppe: Deutschlehrkräfte ( Primarstufe, Grundschule, Mittelschule, Sekundarstufe I und II, Hochschulbereich, JunglehrerInnen)
 
Anmeldung bis zum 04.03.2019 unter ettaedu.hr und an
Petra Večerinpetra.vecerin@goethe.de
 

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