VI. Studientage Deutsch Erzähl doch mal … Deutsch leben und erleben über die Grenzen hinaus!

Studientage ©Pixabay

Fr, 13.03.2020 -
Sa, 14.03.2020

Zagreb

Zielgruppe: Deutschlehrkräfte (Vorschule, Primarstufe, Sekundarstufe I und II, Hochschulbereich, Junglehrer*innen)

Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass angesichts der aktuellen Lage und Empfehlungen des Kroatischen Instituts für öffentliches Gesundheitswesen die bevorstehenden Studientage abgesagt werden müssen. Wir danken für Ihr Verständnis.


"Die Gesellschaft wird durch Millionen von Gesprächen gebildet. Wenn ein Mensch seine Geschichte erzählen kann, wird er Teil einer Gesellschaft. Wem man nicht zuhört, der existiert nicht."    (Henning Mankell, Schriftsteller)


Wir brauchen ihre Unterstützung!!!

Sie haben bereits erprobte, methodisch und inhaltlich interessante sowie gelungene Unterrichtskonzepte, -ideen oder –projekte zum Thema Erzählen? – Dann bewerben Sie sich ab sofort bei Yvonne.Klietz@goethe.de und präsentieren Ihre Ideen in der Didaktischen Werkstatt bei den Studientagen Deutsch. Nähere Informationen finden sie hier:
  Die methodisch-didaktische Entwicklung der letzten Jahre hat die Lernenden selbst immer stärker in den Mittelpunkt des Sprachunterrichts gestellt. Wichtigstes Merkmal des lernendenzentrierten Unterrichts ist es hierbei, dass die Lernenden selbst zu Wort kommen und sie selbst zusammen mit ihren Geschichten ernst genommen werden.
Geschichten erzählen oder neudeutsch auch Storytelling spielt seit frühester Kindheit bei jedem Menschen eine wichtige Rolle. Es animiert zum Mitsprechen, motiviert zum Sprachhandeln und regt die Auseinandersetzung mit der Zielsprache an.
Doch Geschichten zu erzählen, bedeutet weit mehr als nur die fiktionale Narration. Vielmehr treten das in vielen Bildungsdebatten geforderte individuelle und interkulturelle Lernen mit Selbst- und Fremderfahrung sowie dem Austausch darüber in den Fokus. Gerade im Jahr 2020 – dem Jahr der EU-Ratspräsidentschaft – ist der interkulturelle Austausch so aktuell wie nie zuvor in Kroatien. Die Lernenden nutzen das mündliche Erzählen als Mittel, um sich sowohl die eigene als auch die Welt der anderen zu erschließen. Bereits einfache Fragen wie „Wie ist das bei dir? Wie findest du das?“ führen zu einem persönlichen Erzählen und heben die Klassensituation auf. Die Lernenden treten sich als Menschen mit einer Vergangenheit, einer Gegenwart und einer Zukunft gegenüber, als Personen mit Gefühlen, individuellen Vorlieben und Schwierigkeiten sowie eigenen Meinungen.
Dies gelingt allerdings nur, wenn wir als Lehrkräfte einerseits selbst in die Welt des Erzählens eintauchen und andererseits in der Klasse eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen, in der man offen miteinander umgeht, zuhört und Respekt vor der Meinung der anderen hat.

Die Studientage möchten deshalb dazu einladen, sich auszutauschen, miteinander zu diskutieren und zu reflektieren: Einerseits über Sprachförderpotenziale, kreative Methoden des Erzählens sowie Möglichkeiten des individuellen und interkulturellen Lernens und anderseits über die Methodenkompetenzen der Lehrkraft, einen angstfreien Raum fürs Erzählen zu schaffen. – Folgende Leitfragen erscheinen hierbei relevant:
  • Welchen Beitrag kann das mündliche Erzählen für die Entwicklung des kroatischen DaF-Unterrichts leisten?
  • Was unterscheidet das mündliche vom schriftlichen Erzählen?
  • Wie verändert sich die Einstellung und Bereitschaft zum mündlichen Erzählen der Lernenden im Laufe ihrer kognitiven, körperlichen und sozialen Entwicklungsphasen?
  • Welche Hilfen können den Lernenden beim Erzählen angeboten werden, die ihnen die Möglichkeit eröffnet, in eine Rolle zu schlüpfen und damit Schutz beim Erzählen bietet?
  • Welches Potenzial haben kreative Methoden des Storytellings (wie beispielsweise Erzählen mit Handpuppen, Körper- und Improtheater, Philosophisches Erzählen, Dichten mit Kinder, Poetry Slam, …) im projekt- und handlungsorientierten Sprachunterricht und wo sind ihre Grenzen?
  • Wie lässt sich das mündliche Erzählen gewinnbringend mit digitalen Medien verbinden?
  • Welches Potenzial bietet das mündliche Erzählen für das individuelle und interkulturelle Lernen im modernen lernendenorientierten DaF-Unterricht?
  • Welche Themenbereiche könnten beim Erzählen über eigene Erlebnisse, Vorlieben und Meinungen für die Lernenden persönlich bedeutsam sein?
  • Anhand welcher Lernmaterialien und Methoden können wir Lernende zu Sprachsituationen ermutigen, in denen sie sich persönlich  Wichtiges und Interessantes auf Deutsch mitteilen, sodass eine besonders intensive Interaktion stattfinden kann
  • Wie können fächerübergreifende Inhalte (wie beispielsweise natur- oder geisteswissenschaftliche Themen) durch einen narrativen Kontext in den DaF-Unterricht integriert werden?
  • Inwiefern ist mündliches Erzählen bewertbar und wie kann bei individuellen Äußerungen sensibel mit Fehlern umgegangen werden?
  • Wie kann man als Lehrkraft eine Atmosphäre im Klassenraum schaffen, in der die Angst vor Fehlern beim Sprechen wegfällt?
  • Wie gelingt es in der Lehreraus- und -fortbildung, das Bewusstsein für die Vorteile des mündlichen Erzählens im fiktiven und autobiographischen Kontext zu stärken? Welche Kompetenzen der Lehrkraft sind dafür notwendig?
 
Referent*innen: Prof. Michaela Sambanis (Freie Universität Berlin), Prof. Sandra Niebuhr-Siebert (Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam), Dr. Susanne Helene Becker (Humboldt-Universität zu Berlin), Markus Nau (Goldmund Erzählakademie), Karin Ransberger (Fortbildnerin), Christiane Bolte-Costabiei (Fortbildnerin, Coach, Autorin), Irena Petrušić-Hluchy und Tamara Crnko Gmaz (Filozofski fakultet Sveučilište u Zagrebu), Renata Marinković Krvavica, Ljubica Savić, Katarina Đorić (Goethe-Institut Kroatien), Yvonne Klietz (Goethe-Institut Kroatien) und Improvisationstheater Schmetterlings
 

Anmeldungen auf http://ettaedu.azoo.hr/
und bis zum 02.03.2020 bei der Expertin für Unterricht: Yvonne.Klietz@goethe.de

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