Urbane Intervention | Manduševac Trinkwasser Die Stadt hat Durst

Visual zu Manduševac Veranstaltung ©Petra Milički

26. 09. um 11:00 Uhr
29. 09. um 21:00 Uhr

Zagreb

Im Rahmen eines mehrjährigen Programmschwerpunkts, in dem Fragen der Umwelt und der Nachhaltigkeit behandelt werden, beginnt das Goethe-Institut Kroatien das Projekt Die Stadt hat Durst, mit dem es an eine regionale Initiative des deutschen Kulturinstituts zur Erforschung der gesellschaftlichen und künstlerischen Reichweite (neuer) Formen der demokratischen und kollaborativen Verwaltung von Gemeingütern (commons) anknüpft.

Im Fokus des Projekts sind urbane (Mikro)Themen, die Teil einer größeren Geschichte über Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik sind. Von der Tatsache ausgehend, dass Wasser ein Gemeingut und ein Menschenrecht ist, beginnt das Projekt die Möglichkeiten der Erhöhung des Kommunalstandards des Zagreber Hauptplatzes zu hinterfragen, und zwar durch die erneute Einführung der Funktion einer Trinkwasserquelle für den ältesten Trinkwasserbrunnen der Stadt – Manduševac.

Das dem Brunnen Manduševac gewidmete Programm umfasst eine urbane Intervention am Standort des Manduševac, einen Spaziergang für Bürger, in dem Trinkwasser und Wasser im Stadtzentrum thematisiert werden, eine Diskussion und einen Kurzgeschichtenwettbewerb zum Thema Stadt mit der Auflage, Manduševac als Trinkwasserbrunnen zu erwähnen.

Autor des Programms, das in Zusammenarbeit mit der Plattform 1POSTOZAGRAD durchgeführt wird, ist Saša Šimpraga.

Der Brunnen Manduševac hat sich im Laufe der Geschichte verändert, aber im Gegensatz zu seiner heutigen Funktion, konnte aus ihm immer Wasser getrunken werden. Diese langjährige Tradition deutet darauf hin, dass sich der Brunnen wieder verändern kann und dass durch einen minimalen inhaltlichen Ausbau seine jahrhundertelange Tradition zurückgewonnen werden kann. Dieser kommunale, öffentlich-gesundheitliche und zivilisatorische Standard ist nicht nur ein Teil der urbanen Tradition von Zagreb, sondern auch ein vorhandenes Bedürfnis der Stadt und im Rahmen seines Maßstabs ein äußerst wichtiger Beitrag im Kampf gegen die Klimaveränderung und den Gebrauch von Plastik. Zagreb ist auf seinem Hauptplatz eine durstige Stadt und das soll gerade an dieser authentischen historischen Stelle, die für viele auch eine Art Symbol der Stadt ist, berichtigt werden. Sogar die bekanntesten Stadtlegenden wie z. B. jene über Manda, erzählen von Manduševac als einem Ort an dem das Wasser – getrunken wird.
 
Das Ziel der Intervention am Manduševac ist, das Thema sichtbarer zu machen und die Hauptargumente dafür zu präsentieren, dass Manduševac seine Funktion als Trinkwasserbrunnen zurückbekommt. Gerade im Zuge anderer großer Herausforderungen vor die Zagreb gestellt ist, ist es an der Zeit, die Bürger in den Entscheidungsprozess über diejenigen Gemeingüter mit einzubeziehen, die das Leben in ihrer Stadt langfristig verbessern können. Größere Herausforderungen unserer Zeit, wie es die Klimaveränderung ist, verpflichten uns nämlich zum aktiven Handeln um eine Stadt zu gestalten, die nicht Durst hat, sondern eine die Durst aller Menschen stillt, die durch ihre Straßen spazieren.
 
 

Zurück