Umweltschutz
Für ein sauberes Budapest - Nachhaltige Möglichkeiten in der Abfallwirtschaft

Recycling
© Goethe-Institut | Elekes Réka

Die Menschheit hat ihre Umgebung schon immer verändert und beeinflusst. Die Einflüsse, die seit der Industrialisierung und Globalisierung immer stärker werden, können heute nicht mehr geleugnet werden und die Verschmutzung der Umwelt ist eine ihrer sichtbarsten Folgen. Sogar in den entlegensten Ecken des Planeten findet man heutzutage Müll, jährlich sterben Millionen von Tieren an den Folgen der Umweltverschmutzung und nach Schätzungen von The Ocean Cleanup hat der Große Pazifische Müllteppich bereits die dreifache Größe Frankreichs erreicht. Um das Gleichgewicht auf der Erde wieder herzustellen, ist eine nachhaltige Abfallwirtschaft unerlässlich. Allein in Budapest entstehen jährlich ca. 600 000 Tonnen Abfall, die von a Budapesti Közművek Nonprofit Zrt. (BKM) FKF Division für Abfallwirtschaft, die Hauptstädtische Non-Profit Zrt. für Abfallentsorgung und Straßenreinigung, eingesammelt, verwertet und fachgerecht entsorgt werden.

Die Budapester Abfallwirtschaft

Budapest bemüht sich fortgehend um den nachhaltigen Ausbau der Abfallwirtschaft in Budapest. Um die Emissionen der Müllabfuhr zu senken, wurden die herkömmlichen Fahrzeuge durch Fahrzeuge mit CNG-Antrieb, deren Kraftstoff verdichtetes Erdgas ist, ersetzt. Zusätzlich wurde eine Umladestation, Logisztikai Szolgáltató Központ, zur Reduzierung der Fahrtstrecken eröffnet.

  • Sortieren des Abfalls © BKM Nonprofit Zrt.

    Sortieren des Abfalls

  • Wertstoffhof © Goethe-Institut

    Auf 18 Wertstoffhöfen in Budapest können die Budapester Einwohner*innen ihren Abfall getrennt, nach Materialart entsorgen

  • Zentrum für Bewusstseinsbildung © Goethe-Institut

    In den zwei Zentren für Bewusstseinsbildung und Wiederverwendung können die Einwohner*innen nicht genutzte Gegenstände in gutem Zustand abgeben.

  • Logistik- und Dienstleistungszentrum © BKM Nonprofit Zrt.

    Logistik- und Dienstleistungszentrum


Es gibt vier Arten der Abfallverwertung, die auch in dem Budapester System Anwendung finden. Die Wiederverwendung, also die Verwendung von Gegenständen in ihrem ursprünglichen Zustand nach ihrer Säuberung oder Reparatur, ist die beste Form der Abfallverwertung. In Budapest werden benutzte Gegenstände in den Zentren für Bewusstseinsbildung und Wiederverwendung für ihre Lagergebühr weiterverkauft. Die zweite Form ist die Verwertung des Materials. Im Rahmen der öffentlichen Dienstleistung werden jährlich mehr als 100 000 Tonnen recycelbarer Verpackungen und Grünabfall in Budapest und in 10 Städten der Agglomeration eingesammelt. Die firmeneigene Sortieranlage trennt jährlich 15 000 Tonnen gemischte Verpackungsabfälle, die im selektiven Haus-zu-Haus-System gesammelt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der energetischen Verwertung des Abfalls, und so 50% der erzeugten Energie kann als erneuerbare Energie eingestuft werden. Das Budapester Müllheizkraftwerk ist seit 1982 in Betrieb, in dem rund 60% des in Budapest entstehenden Abfalls thermisch verwertet wird. Den europäischen und ungarischen Vorschriften entsprechend wird dort durch das Verbrennen von größtenteils Restmüll Fernwärme und Strom hergestellt. Die letzte, aber zu vermeidende Form der Abfallwirtschaft ist die Ablagerung von Abfällen, die nicht mehr verwertet werden können. In Budapest liegt der Anteil unter 30%, unter dem ungarischen Durchschnitt. Heutzutage sind Mülldeponien hochtechnisierte Anlagen mit Potenzial zur Erzeugung erneuerbarer Energie und zur Verwertung des Bioabfalls.
A hulladék útja © © BKM| Foto: Goethe-Institut  A hulladék útja © BKM| Foto: Goethe-Institut
Was kann ich schon tun?

An der Spitze der Abfallhierarchie steht die Abfallvermeidung. Die BKM ist lediglich für die Entsorgung und Verwertung des bereits produzierten Abfalls zuständig und kann nur diesen Prozess nachhaltiger gestalten. Die Abfallmenge reduzieren können nur die Personen, bei denen der Abfall letztendlich entsteht. Die Bewohner*innen Budapests als Einzelpersonen haben leider nur begrenzte Möglichkeiten zur Abfallvermeidung, da es in den Geschäften häufig keine verpackungsfreien Alternativen zu kaufen gibt – derweil besteht der Großteil des durch die Bewohner*innen produzierten Abfalls aus Verpackungsmaterial. Das regelkonforme, getrennte Sammeln des Abfalls ist daher umso wichtiger, da die Wiederverwertung erst dann möglich ist.

Die BKM bemüht sich, die Einwohner*innen Budapests mit den Mitteln der Kommunikation und Bildung für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Auf ihrer Webseite sind neben den Adressen der Wertstoffhöfe auch Ausgaben zur regelkonformen Abfalltrennung, sowie Informationsblätter zu den Abfallverwertungsanlagen der BKM zu finden. Daneben empfängt die Edukationsgruppe seit über sieben Jahren Interessierte in den zwei Zentren für Bewusstseinsbildung und Wiederverwendung und besucht auch regelmäßig Budapester Bildungseinrichtungen. In verschiedenen, dem Alter und den Vorkenntnissen angepassten Seminaren und Lehrangeboten wird den Teilnehmer*innen das Budapester Abfallwirtschaftskonzept, sowie die negativen Auswirkungen des Abfalls auf die Umwelt vermittelt. Auch das Budapester Müllheizkraftwerk und die Mülldeponie in Pusztazámor empfangen für Bildungszwecke Besucher*innen, um ihnen die Arbeit der BKM näherzubringen.

Der Bildungsauftrag der BKM zur Sensibilisierung der Gesellschaft ist noch nicht vollendet, er ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die Bemühungen der Bevölkerung, ihren negativen Einfluss auf die Umwelt zu verringern, sind spürbar. So ist zum Beispiel Abfalltrennung für die jüngere Generation bereits etwas völlig Selbstverständliches. Letztendlich ist es in unser aller Interesse, dass wir unseren Planeten bewahren.
Mülleimer © © Goethe-Institut  Mülleimer © Goethe-Institut
 

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